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Donnerstag, 29. Oktober 2026

»Gibt's denn schon Pilze?«: Durchs Jahr mit Moos, Maronen und magischen Naturmomenten - Peggi Rudischhauser

 

Pilze gibt es zwölf Monate im Jahr – nicht nur im Erzgebirge!

 


Titel: »Gibt's denn schon Pilze?«: Durchs Jahr mit Moos, Maronen und magischen Naturmomenten
Autorin: Peggi Rudischhauser
Originaltitel
Verlag: ‎dtv
ISBN: ‎978-3423352864
Euro: 18,00
Veröffentlichungsdatum: September 2026
Seiten: 352
Serie: nein
Come in: vom Verlag

 

 

 

Inhalt / Klappentext
»Bis auf Fotosynthese können Pilze eigentlich alles!« – Willkommen in der wundersamen Welt der Pilze

Früher war Peggi Rudischhauser in der Eventbranche. Sie sprintete von Veranstaltung zu Veranstaltung, lebte in der Großstadt und war ständig unter Strom. Dann kam Corona. Plötzlich zum absoluten Stillstand gezwungen, änderte sie ihr Leben grundlegend. Sie zog zurück ins Erzgebirge, in die Natur, und entdeckte ihre Liebe zu Pilzen. Ausgerüstet mit Körbchen, Pilzmesser und ihrem Handy, mit dem sie ihre Ausflüge für Social Media dokumentiert, streift die Pilzsachverständige heute durch den Wald. Kein Termindruck, kein Stress, nur sie und die unglaubliche Vielfalt der Pilzwelt. In ihrem Buch nimmt uns Peggi mit auf ihre Abenteuer, erklärt uns, in welchem Monat welche Pilze zu finden sind und welche Ausrüstung unerlässlich ist.

 

Meinung
Auf das Buch wurde ich sehr überraschend aufmerksam. Die Autorin betreibt einen Instagramkanal und eine Homepage.

Aufgewachsen im mittleren Erzgebirge, hat es Rudischhauser fünfundzwanzig Jahre lang in die Fremde – nach Köln und in die Eventbranche – gezogen. Als Corona über uns alle kam, kehrte sie in die alte Heimat zurück – und entdeckte die Welt der Pilze. „Heute bin ich PilzCoach (seit 2023) und Pilzsachverständige (seit 2025) der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM).“, schreibt sie auf ihrer Homepage. Sie weiß also genau, wovon sie spricht. Und in eben diesem Buch lässt sie uns alle daran teilhaben. In zwölf Kapiteln, die nach den Monaten des Jahres benannt sind, weiß Rudischhauser alles Mögliche über Pilze zu berichten. Denn diese gibt es das gesamte Jahr über, nicht nur im Herbst, wenn hier wohl die bekanntesten und in reichlicher Fülle sprießen.

Das Buch ist reichlich bebildert und das in bunt! Am Ende gibt es einen bunten und bebilderten Anhang mit etlichen Pilzportraits und einigen lecker anmutenden Pilzgerichten per Rezept.

Jedes Kapitel beginnt mit Informationen rund um Pilze, ihr Myzel und bekannte Arten, die im Erzgebirge – und Deutschland – vorkommen. Ich war sehr überrascht, als ich erfuhr, dass wir in Sachen Klima sicherlich auf Bäume setzen sollten, aber noch viel mehr auf Pilze, denn diese bzw. ihr Myzel sind einer der bedeutendsten und am meisten unterschätzten Kohlenstoffspeicher (also CO₂) unseres Planeten. In den Mittelgebirgen Deutschlands finden sich bevorzugt Fichten und Buchen, wo Ektomykorrhizapilze eine wichtige Rolle für das Waldökosystem spielen. Gesunde Pilzpopulationen schützen den Boden vor Erosion, erhöhen die Wasserspeicherfähigkeit (!) und stabilisieren den Kohlenstoffkreislauf. Wenn die Böden aber durch zu intensive Forstwirtschaft, schwere Maschinen oder Überdüngung beschädigt werden, leidet das Pilzgeflecht. Dann kann der gespeicherte Kohlenstoff schneller wieder als CO₂ in die Atmosphäre entweichen.

Anschließend setzt die Autorin in jedem Kapitel, damit in jedem Monat des Jahres, ihr geballtes Wissen über die Pilze, die dann gerade wachsen, frei. Und das sind mehr, als man vermuten sollte. Bilder sind, wie bereits erwähnt, immer dabei. Diese Infos lesen sich nicht trocken, sie sind unterhaltsam und in lockerer Sprache, die vielleicht manchmal ein wenig zu jung für die von mir vermutete Zielgruppe daherkommt, verfasst. Mir hat es trotzdem Spaß gemacht.

Schließlich runden persönliche Anekdoten das Buch gekonnt ab. Entsetzt war ich von Informationen wie diesen: Rudischhauser, die sich viel im (tiefen) Wald aufhält, nimmt Müllsäcke mit – und bringt diese selten leer wieder zurück. Da gehen offenbar Leute in den Wald (!) und lassen dann dort ihr Stullenpapier und ihre Plasteflaschen liegen. Oder sie bringen Großmüll dahin. Das hat mich schon immer wahnsinnig geärgert und von mir aus dürften die Strafen dafür noch viel härter werden!

Dieses Buch ist absolut zu empfehlen. Wenn ich etwas bekritteln sollte, dann die furchtbar kleine Schrift, die es mir ein bisschen schwer gemacht hat. Und tatsächlich auch bei eher älteren Lesern (und ich bin bitte noch nicht scheintot) Schwierigkeiten verursachen wird. Ansonsten ein allumfassend tolles, informatives wie unterhaltendes Sachbuch. Wir haben sicher alle nicht gewusst, dass uns dieses Wissen fehlt – aber nach dem Lesen wird niemand mehr daran zweifeln!

 

Peggi Rudischhauser wurde in der DDR geboren und wuchs als naturverbundenes Kind im Mittleren Erzgebirge auf. Ihren Schulabschluss und die darauffolgende kaufmännische Berufsausbildung absolvierte sie in einer Zeit radikalen politischen und gesellschaftlichen Wandels. In Köln, ihrer zweiten Heimat, lebte und arbeitete sie fast 25 Jahre als selbständige Corporate Eventmanagerin. Heute ist sie wieder zurück in ihrem Heimatdorf und teilt auf Social Media unter @macshroomster ihre Faszination für ein Thema, in dem sie ihre eigentliche Berufung gefunden hat: das Reich der Pilze.

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Es ändert sich nichts am Kommentieren, nur muss jetzt dieser lange untere Absatz dabeistehen. Ich danke allen, die mir einen Gruß dalassen!

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