Samstag, 7. Oktober 2017

(DVD) Candice Renoir (Staffel 3)

Titel: Candice Renoir (Staffel 3)
Regisseur(e): Nicolas Picard, Christophe Douchand, Etienne Leduc, Stéphane Malhuret, Olivier Barma
Darsteller: Cécile Bois, Raphaël Lenglet, Mhamed Arezki, Gaya Verneuil, Alix Poisson
Sprachen: Deutsch, Französisch
Euro: je nach Anbieter
Veröffentlichungsdatum: September 2017
Produktionsjahr: 2016
Spieldauer: 520 Minuten (3 DVDs)
FSK: 12
Come in: Agentur







Inhalt
Candice Renoir ist endgültig im Berufsleben angekommen und managt allein dort allerhand. Jean-Baptiste Medjaoui ist fort und wird durch wechselnden Ersatz, der wenig hilfreich ist, ersetzt. Antoine Dumas hat sich von seiner Schussverletzung erholt, scheint aber nicht auf der Höhe. Was er niemandem sagt: Es geht ihm alles andere als gut und er ist von den Psychopharmaka abhängig geworden. Seine Gefühle für Candice sind nicht erkaltet, aber sie merkt nichts davon. Chrystelle Da Silva ist zwar mit ihrem Sohn und dem neuen Freund zusammengezogen, muss sich aber plötzlich mit dem Vater ihres Sohnes auseinandersetzen, der sie einst mit dem Baby hat sitzenlassen - und plötzlich das alleinige Sorgerecht verlangt. Und Candice Chefin ist hochschwanger und sucht Ersatz für sich, wenn sie im Mutterschutz ist. Candice scheint die einzige zu sein, die infrage kommt ...


Meinung
Die Serie, die bereits 2013 sehr erfolgreich in Frankreich gestartet ist und auch im deutschen TV läuft, geht bereits in die dritte Staffel. Nummer 4 und 5 sind abgedreht und die 4 sogar bereits in deutscher Fassung auf dem Markt.
Die Mischung aus Soap Opera und Krimi gewürzt mit einer starken Frauenpersönlichkeit, die Cécile Bois als Candice nicht nur verkörpert, sondern lebt, schafft es tatsächlich, stetig neue Facetten auszubilden und dadurch immer mehr Fans zu begeistern. Mittlerweile stehen (leider?) nicht mehr die Fälle und Candice' gewitzte Aufklärung im Vordergrund, sondern die Charaktere. Zusammen mit Candice, ihren Kindern und ihrem Team kommen da allerhand zusammen. Leider erhält Jean-Baptiste nur einen Gastauftritt; der junge Vater hatte das Team gewechselt, nachdem Antoine angeschossen und es gefährlich geworden ist. Er wird dann durch wechselnde Figuren ersetzt, von denen ein Jungspund von amerikanischen Serien fasziniert ist und dessen Ermittlungsgeschick allein dadurch geformt wurde - nämlich gar nicht. Situationskomik inklusive. Später gibt es einen weiteren Kollegen, der sehr kurz vor seiner Rente steht und dem daher auch die Energie und Lust dazu fehlt, sich richtig einzubringen. Er ist sehr frei heraus und weiß zu unterhalten.
Antoine hat derweil seine ganz eigenen Probleme. Er kann seine Verletzung nicht überwinden und zudem auch abhängig von seinen Medikamenten. Statt mit jemandem darüber zu sprechen, versucht er es zu vertuschen und allein damit klarzukommen. Dann steht plötzlich seine Mutter - die eine Affäre hat! - unter Mordverdacht. Und Candice, in die er noch immer verliebt ist, scheint sehr glücklich mit dem Mann an ihrer Seite.
Auch Crystelle kämpft mit ihren eigenen Dämonen. Zunächst scheint alles in einem großen Happy End zu münden, denn sie kann mithilfe ihres Therapeuten endlich ihren kleinen Sohn annehmen und fortan selbst großziehen. Sie ist auch sehr glücklich in einer neuen Beziehung. Doch dann taucht der Vater des Kleinen auf und verlangt das alleinige Sorgerecht. Nur einen Tag, bevor er ermordet wird. Unter Verdacht: Crystelle!
Kaum hat sich Candice also von einer Sache erholt, stolpert sie in die nächste ernste Angelegenheit. Das ist insofern bravourös, als dass sie auch diesmal mehr als genug Gelegenheiten bekommt, sich zu beweisen. Dabei läuft auch bei ihr nicht alles klar. Ihre Kinder sind älter geworden und die Jungs, immerhin drei, in der Pubertät. Ihr Ältester, der so gern gekocht hat, zieht sich stark zurück und verweigert jegliche Hausarbeit, auch sein einst geliebtes Kochen.
Die dreidimensionalen Charaktere, die nicht nur interessant, sondern auch sehr tiefgründig angelegt wurden, verschaffen der Serie eine Tiefe, die man sonst oft ein wenig vermisst. Sie sind aus dem realen Leben gegriffen und manchmal nicht nur emotional, sondern auch ein wenig abstrus dargestellt, "wie das Leben eben so spielt". Dahinter treten die Fälle zwar diesmal ein Stück weit zurück, aber sie sind immer noch ausgefallen genug, um den Zuschauer intensiv bei der Stange zu halten. Durch die persönliche Verflechtung mit einigen Figuren gewinnt die Dynamik und damit auch die Spannung.
Wer inzwischen bei Staffel 3 angekommen ist, kann sich getrost als Fan bezeichnen - ich bin es.

Staffel 1
Staffel 2

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