Freitag, 10. März 2017

(Empfehlung) Der Bund der Illusionisten von Glenda Larke

In diesem Beitrag möchte ich eine leider sehr unterschätzte Trilogie empfehlen, die leider nicht die Aufmerksamkeit erhalten hat, die ihr zustünde. "Der Bund der Illusionisten" stellt eine weibliche Hauptfigur in den Vordergrund, welcher der Leser als junge Frau das erste Mal begegnet und schließlich als Großmutter wieder verlassen wird. Geschrieben wurde die Reihe von Glenda Larke, die mit ihrer zweiten Trilogie "Die Inseln des Ruhms" bereits zahlreiche Leser (auch in Deutschland) begeistern konnte.

In der Welt dieser Geschichte beherrscht ein, an das Römische Reich angelehnte, Imperium beinahe die ganze Welt. Nur eine Land, Kardiastan, bereitet ihnen immer wieder Probleme. Dort leben Menschen, die von einer besonderen Kaste angeführt werden: den Illusionisten. Wer sie sind, wie sie leben, ist so gut wie unbekannt.
Ligea Gayed ist die Ziehtochter eines reichen und mächtigen Mannes des Imperiums, den sie stets angebetet hat. Er brachte sie einst als Waise aus Kardiastan mit und ließ ihr nur die beste Erziehung angedeihen. Nun, als hohe Agentin schickt man Ligea zurück in ihre alte Heimat, da man dort einer Veschwörung auf die Spur gekommen ist, die sie niederschlagen soll. Die anfangs fremde und auf den ersten Blick sehr barbarische Welt löst Gefühle in ihr aus und sie verwächst mit ihren Wurzeln. Dabei läuft ihr auch ein Mann über den Weg, den sie zu lieben lernt - und der genau dieser geheimen Kaste angehört. Nach einigen Kämpfen, inneren wie äußeren, entscheidet sich Ligea für ihr Blut und Volk. Sie erkennt, dass sie stets nur eine Marionette gewesen ist und ihr Vater sie nie geliebt, sonst immer nur benutzt hat. Nun wird sie zur härtesten Kämpferin gegen das Imperium.
Doch sie entscheidet sich dagegen, an der Seite des Mannes, den sie liebt auf Heimatboden gegen die Invasoren vorzugehen. Daran ändert auch die Geburt ihres Sohnes nichts. Denn Ligea weiß: ein Imperium muss von innen heraus zerschlagen werden. Sie, die bestens ausgebildet wurde und noch einige alte Verbündete besitzt, macht genau das zu ihrer Lebensaufgabe. Das Imperium wird fallen.

Leider ist es nicht möglich, die sehr komplexe Geschichte in wenigen Worten wiederzugeben und alle beteiligten Charaktere zu erwähnen. Es kommen diverse Figuren zu Wort, darunter auch Ligeas Sohn Arrant, der besonders im zweiten Teil häufig auftritt und eigene mysteriöse Abenteuer bestreiten muss.
Faszinierend ist vor allem der Weltenentwurf und die Charakterentwicklung. Obwohl es auch mannigfaltig Kämpfe und Intrigen gibt, ist das eher eine Storyline, die auf den Verwirbelungen der menschlichen und nichtmenschlichen Seele beruht, all den Verwicklungen und der Politik und was dahintersteckt. Auch ist das eine Geschichte, die sich in drei Büchern erzählt, weshalb Band 1 auch langsam anläuft, aber schließlich enorm an Fahrt aufnimmt. Es gibt immer etwas Neues zu entdecken oder einem Geheimnis auf die Spur zu kommen, es gibt Scharmützel, Kriege und die Umsetzung von Plänen. Die Handlung ist sehr dicht, erzählt sich stringent, aber auch auch abseits des Hauptplots, lebt von den dreidimensionalen Charakteren und weiß auf sehr unterschiedliche Art zu begeistern.
So wenig wie Romane mit männlichen Protagonisten nur für männliche Leser gedacht sind, ist es dieser trotz/wegen der weiblichen Hauptfigur eben nicht nur für weibliche Leser. Das ist eine Fantasygeschichte, in der es sehr direkt zugeht und auch die Frauen mitanpacken und mitkämpfen - eben mit allem, was dazugehört.
Ich bin vor zwei Jahren, als ich die Bücher gekauft und gelesen habe, leider nicht dazu gekommen, eine anständige Rezension für jedes Buch zu schreiben - jedoch soll diese sehr lesenswerte Trilogie auf jeden Fall empfohlen sein!


Der Bund der Illusionisten:
1. The Heart of the Mirage (Flüsternder Sand)
2. The Shadow of Tyr (Trügerisches Licht)
3. Song of the Shiver Barrens (Brennender Wind)


Schreibt auch als Glenda Noramly.
Glenda Noramly Larke wurde als Tochter eines Farmers in West-Australien geboren. Sie studierte an der University of Western Australia. Die Australierin Glenda Larke lebt in Malaysia, wo sie ihre zwei größten Wünsche verwirklicht: das Verfassen von Fantasy-Romanen und der Vogelwelt des Regenwalds zu lauschen. Sie hat auch bereits in Tunesien und Österreich gelebt. In jeder freien Minute beobachtet sie Vögel.

Kommentare:

  1. Den ersten Teil der Trilogie habe ich vor einigen Jahren auch gelesen und fand ihn gut gelungen. Leider bin ich nie dazu gekommen, die weiteren Teile zu lesen. Wobei ich das eigentlich geplant hatte, aber zu der Zeit war mein SUB riesig...

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    1. Ich habe alle drei Bücher auf einen Schlag bekommen und gelesen. Das habe ich später auch mit anderen Serien (wenn sie nicht mehr als 3-4 Bücher hatten) getan. Ich muss gestehen, dass mir das viel Spaß gemacht hat. Das lange Warten zwischen einzelnen Teilen ist oft doch recht mühsam.
      "Zu der Zeit"? Und heute? ;-)

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    2. Ich hab keinen SUB mehr :) Interesse hab ich momentan an den Folgeteilen nicht. Aber wer weiss, vielleicht kommt's ja zurueck, ich schliesse es nicht aus :)

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  2. Diese Trilogie ist schon seit einer gefühlten Ewigkeit auf meiner Bücherliste - ich glaube, dass sie mir eh von dir empfohlen wurde. :-)
    Ich habs allerdings nicht so mit der Perspektive von Müttern und dem Wechsel von Generationen zwischen den einzelnen Bänden, aber mal sehen. Ansonsten klingt die Trilogie sehr gut und es wird Zeit, dass ich die vom ewigen Listendasein erlöse!

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    1. Dan wird's ja Zeit ;-)
      Nein, es geht nicht um Mütter und deren Perspektive. Sie bekommt nur das Kind und fertig. Es gibt auch keine großen Sprünge und Wechsel, es ist eine Geschichte die über drei Bücher erzählt wird.
      Bin auf Deine Meinung gespannt :)

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    2. Ah, prima, das beruhigt mich! Dann muss ich es nur demnächst mal in die Bibliotheks-Zweigstelle mit dem Fantasyschwerpunkt schaffen - dort gibts die Trilogie nämlich. :-)

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    3. Und Zeit freischaufeln ;-)

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