Dienstag, 24. Januar 2017

New Sol - Margaret Fortune

Titel: New Sol
Autorin: Margaret Fortune
Originaltitel: Nova
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3404208555
Euro: 10,00
Veröffentlichungsdatum: Oktober 2016
Seiten: 368
Serie: Krieg der Schatten 01
Come in: Vom Verlag









Inhalt

Die sechzehnjährige Lia Johansen wird zusammen mit fünfhundert anderen Menschen als freigelassene Kriegsgefangene auf eine Raumstation transportiert. An die vergangenen Jahre kann sie sich kaum erinnern und weiß auch nicht, was sie zukünftig erwartet. Aber als sie den Boden der Station betritt, setzt sich ein Countdown in ihrem Kopf in Gang - und Lia weiß: in sechsunddreißig Stunden wird sie explodieren und alles vernichten, was sie umgibt. Als genmanipulierter Clon ist ihr das ganz recht. Dann spricht Michael, der die echte Lia vor Jahren kannte, unvermutet an und führt sie herum. Sie lernt ihn und seine Familie, aber auch die anderen Flüchtlinge näher kennen und ist sich plötzlich nicht mehr sicher, ob es richtig ist, was sie tut. Um eine Entscheidung zu treffen, muss sie herausfinden, was die wahren Ziele der Aufrührer sind.

Meinung


Eingestellt auf einen knallharten SF-Thriller, war ich sehr erstaunt, als ich ein (gelungenes) romantisches Jugendbuch vorfand. Äußerlich leider nicht zu erkennen, bin ich mir nicht sicher, ob es nicht dennoch einige enttäuschte Leser geben wird, die mit der gleichen ursprünglichen Grundhaltung herangegangen sind. Die wahre Zielgruppe geht vermutlich auch vorbei, da Cover und Klappentext dem Inhalt eher entgegenstehen.
Es heißt also, sich auf den Inhalt einzulassen, der dann jedoch überzeugen kann. Lia ist sympathisch und vermag es, sowohl sich selbst, als auch den Leser öfter einmal in die Irre zu führen, was ihre wahre Identität anbelangt. Ihre Gewissensbisse treten eher hintergründig auf und sind altersangemessen.
Das Geschehen beginnt mit dem Eintreffen des Frachters auf der Station. Lia muss sich registrieren und hat in ihr Hirn eingepflanzte Standartsätze. Dass sie angesprochen wird, damit hat niemand gerechnet. Michael bleibt ein klein wenig oberflächlich, er ist eben der gutaussehende Junge, bei dem schon beim ersten Auftreten klar ist, dass er der Heldin einen Kuss stehlen wird. Die ID-Karte, die ihn überall hineinlässt ist da nur Bonus. Der Roman sollte vermulich zunächst ein Einzelroman sein, das Ende ließe das auch durchaus zu. Nur einige wenige kleine Einzelheiten deuten daraufhin, dass sie entweder nachträglich eingefügt wurden oder die Geschichte ursprünglich auf mehr Seiten erzählt werden sollte.
Wirklich viel oder gar Spektakuläres passiert im Übrigen nicht. Lia ist häufig bei Michaels Familie zu Gast oder geht allein mit ihm spazieren. Sie isst in einem öffentlichen Bereich oder hängt in der Flüchtlingsunterkunft herum, wo sie sich eine gleichaltrige Feindin zulegt. Die SF-Elemente sind vorhanden, treten aber stark in den Hintergrund. Zwischendrin beobachtet sie ihre innere Uhr. Es dauert lange, ehe sie sich entscheidet, aktiv etwas zu unternehmen. Dann jedoch nimmt die Handlung richtig an Fahrt auf und der Roman kann kaum zur Seite gelegt werden. Am Ende wird es ein klein wenig pathetisch, was der Geschichte jedoch gut zu Gesicht steht. Übrigens könnte "New Sol" auch als in sich abgeschlossen betrachtet werden, was insofern erwähnenswert ist, als dass von der Fortsetzung noch jede Spur fehlt.
Margaret Fortune hat mit ihrem Debüt einen durchaus lesenswerten Jugendroman geschrieben.


Margaret Fortune schrieb ihre erste Geschichte mit sechs Jahren und seitdem ist das Schreiben ihre absolute Leidenschaft. „New Sol“ ist ihr Debütroman. Die Autorin lebt in Wisconsin.

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