Dienstag, 15. November 2016

(DVD) Die falsche Prinzessin

Titel: Die falsche Prinzessin
Regisseur: Lamberto Bava
Darsteller: Anna Falchi, Max Sydow, Mathieu Carrière
Sprachen: Deutsch
Euro: 10,49
Veröffentlichungsdatum: Oktober 2016
Produktionsjahr: 2007
FSK: Freigegeben ab 06 Jahren
Spieldauer: 180 Minuten (1 DVD)
Come in: Agentur













Inhalt
König Hamil liebt seine kränkliche Frau sehr, doch leider ist ihnen bisher kein Kind geboren worden. Als sein Bruder nach der Krone greift, bittet er den Zauberer Epos um Hilfe, der ihm auch zu einem Sohn verhilft. Doch Epos gerät mit seinem Lehrling Gamesh in Streit und sie schließen eine Wette ab, die das Leben der Sterblichen gehörig durcheinanderwirbelt. Hamil verliert seinen Sohn, der ausgesetzt wird und zu einer armen Bauernfamilie gelangt, die selbst einen Säugling haben. Sie ziehen ihn wie einen eigenen Sohn auf.
Um aber nicht ohne Kind den Thron in Gefahr zu bringen, erklärt Hamil die Tochter einer Dienerin zur Prinzessin und zieht sie als sein eigenes Kind groß. Als junge Frau möchte Mirabella den starren Konventionen des Schlosses entkommen und schleicht sich hinaus. Dort begegnet sie den beiden Brüdern Leonardo und Ademaro, die beide unterschiedlicher nicht sein könnten. Beide rühren ihr Herz - doch nur einer von ihnen ist der wahre Thronfolger.


Meinung
Nach dem großen Erfolg von "Prinzessin Fantaghirò" legten die Macher der Serie mit "Die falsche Prinzessin" nach. Die Handschrift derer ist auch auf jeden Fall zu erkennen, allerdings bekommt man es mit den beiden unsympathischsten Hauptfiguren zu tun, die es wohl je gegeben hat und leider durchläuft auch niemand eine wie auch immer geartete Veränderung, so dass es leider reichlich schwer ist, die beiden Serienteile zu mögen.
Zur Qualität lässt sich nicht viel sagen; die Geschichte kommt im Bildformat der 90er Jahre daher, schmal eben, aber zumeist ohne Rauschen oder Schnee, insgesamt ziemlich gut. Die beiden Filmteile waren nie fürs Kino, sondern ausschließlich fürs Fernsehen gedacht, was an Make-up, Szenensetting und Kostümen schnell zu erkennen ist. Ansehnlich ist es jedoch und Potential hat es auch reichlich gegeben.
Zunächst durchläuft die Handlung eine ziemlich lange Vorgeschichte, die jedoch die Motivation gut erklärt und die Figuren in Stellung bringt. Schließlich ist Mirabella (Anna Falchi), die Prinzessin, eine junge Dame und wirklich sehr hübsch. Leider bleibt es dabei, denn eine Entwicklung wird die Figur nicht durchmachen. Obwohl sie anfangs noch sympathisch wirkt, ändert sich das schnell, als sie auf die beiden Brüder trifft. Der eine dunkelhaarig und wild, ist der Frauenschwarm der ganzen Umgebung, dem alles gelingt, der jeden Wettbewerb gewinnt und überhaupt sehr von sich eingenommen ist. Der andere ist blond und eher still und in sich gekehrt. Es ist nicht ganz einfach sie namentlich auseinanderzuhalten, wofür allerdings vorgesorgt wurde, denn Nicholas Rogers (Ademaro), bekannt aus "Prinzessin Fantaghirò" ist hier in eine fürchterliche Rolle gepresst worden. Nicht einmal die blond gefärbten Haare, sondern dieser falsche träumerische Ausdruck und dieses fast dümmliche Verhalten vergällen einem beim Zusehen jeglichen Spaß. Da ist es fast erleichternd, dass von ihm ohnehin nicht viel zu sehen ist.
Leonardo (Lorenzo Crespi) gefällt Mirabella, die er für ein normales Mädchen hält, sehr gut, doch sie verschmäht seinen Kuss, also stellt er sie vor allen bloß und wirft sie in den Dreck. Das allein sagt schon so viel zu seinem Charakter, dass es hier nicht mehr vieler Worte bedarf.
Die Prinzessin sucht nach Rache und fordert von ihrem Vater etwas, das es im ganzen Reich seit Ewigkeiten nicht mehr gegeben hat: einen Sklaven. Leonardo muss sich nun in die neue Rolle fügen, im Stall schlafen und selbst mit einigen Demütigungen fertig werden. Allein, es führt zu nichts, auch er lernt nicht und ändert Sichtweise und/oder Verhalten. Wirklich nahe kommen er und Mirabella sich ebenfalls nicht, sie sind beide verwöhnte Gören, die bisher alles erreicht und bekommen haben und die sich einen Spaß daraus machen, sich gegenseitig Gemeinheiten anzutun.
Die beiden Zauberer schicken hin und wieder ihre Diener oder verändern andere Kleinigkeiten, so dass beide unbewusst von ihnen geführt werden.
Einzig die Auflösung der ganzen Geschichte könnte nun noch Besserung versprechen, aber auch hier darf nicht zu viel erwartet werden. Leider. Denn hier geschehen dann auch mal aus dem Nichts heraus Dinge und der große Showdown geht reichlich schnell und viel zu sprunghaft über die Bühne.
Die Geschichte geht weder ans Herz, besitzt keine Romantik oder sonstige Bestandteile, die länger im Gedächtnis bleiben und so ist es wohl besser, sie ganz schnell zu vergessen. Schauspieler und Kostüme sind sehr ansehnlich, die Story jedoch ist leider so arg misslungen, dass es einiges Stehvermögen braucht, um die 180 Minuten durchzustehen.


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