Dienstag, 1. November 2016

Ausblick auf den Blog im November

Das war der Oktober
Im Oktober gab es einen lesenswerten Bericht von Michèle Maurer zur Buchmesse in Schweden und der dortigen Phantastikszene.
Und leider wird Audrey Coulthursts Jugendroman nach 2018 verlegt, was offenbar in erster Linie mit dem Cover zu tun hat.


Rezensiert:



Das war das Postfach im Oktober
Wie schmeckt trocken? Wasser und Wein – darf das sein? Was macht die Sonnenuhr im Weinberg? Und: Hat der Wein die Welt schon einmal vor dem Untergang gerettet? Die Antworten auf diese Fragen sind es, die den Zugang zu einem jahrtausendealten Getränk unkompliziert werden lassen. Gespickt mit leicht verdaulichem Weinwissen ist „Wie schmeckt trocken“ der passende Begleiter für anregende Weinproben und kurzweilige Abende.
Wein fasziniert: die edlen, facettenreichen Tropfen mit ihrer unglaublichen Vielfalt, die engagierten und kreativen Winzer, die Schön-heit der Weinberge zu jeder Jahreszeit. Dabei sind es nicht nur die unterschiedlichen Nuan-cen des Duftes oder des Geschmacks, die begeistern. Weinanbau, Weinerzeugung und die kulturellen Aspekte des Weins können in gleichem Maße fesseln, denn Wissen ermög-licht bewusstes Genießen mit allen Sinnen.
Mit „Wie schmeckt trocken“ eröffnet Deutschlands bisher einziger Sommelier-Welt-meister Markus Del Monego Weinwelten, die in herkömmlichen Weinführern nicht so leicht zu finden sind. In vielen großen und kleinen Ge-schichten erzählt er unterhaltsam von den vie-len populären Irrtümer und Mythen, die sich um so manche Flasche ranken. Unterhaltsame wie auch lehrreiche Anekdoten und lohnenswerte Experimente machen die Weinerlebnisse für jeden Weinliebhaber nachvollziehbar. Darüber hinaus wird die ein oder andere Anregung vom Master of Wine für den Weineinkauf nützlich sein, egal, ob im Einzelhandel oder beim Win-zer. Terroir, Rebsorten, Aromen – all diese oft verwendeten Begriffe werden hier verständlich gemacht.
„Mit diesem Buch geht es mir vor allem darum, Weinwissen anregend zu vermitteln. Wein ist Erleben pur und so findet man hier viele Anre-gungen, um sich seine eigenen Weinerleb-nisse zu schaffen“, so Del Monego.

Es gibt immer einen Grund zu backen. Und manch-mal sogar mehrere, wie die neue Produktwelt „Baking Queen“ unter Beweis stellt. Ob die rosa-farbene Rezeptsammlung, die große Tasse, die hübsche Etagere samt passender Servietten oder Schürze und Geschirrtuch, mit diesen schön gestal-teten Ideen macht Backen gleich noch mehr Spaß. Also: Krönchen auf und losbacken!
Es gibt eine riesige Auswahl an Backbüchern mit vielen wunderbaren Rezepten: Cupcakes in allen Variationen, Macarons, Muffins, Kuchen, Torten, Zimtschnecken, und, und, und … Einige Rezepte macht man aber einfach lieber als andere und per-fektioniert sie vielleicht sogar weiter. Dazu kommen noch all die Rezepte, die ein liebloses, verknittertes Dasein auf Zetteln fristen. Doch diese Zeiten sind vorbei: In dem Eintragbuch „Baking Queen. Meine Lieblings-Backrezepte“ können leidenschaftliche Backfeen ihre gesammelten Lieblingsrezepte fest-halten. Das schön gestaltete Buch bietet Platz zum Eintragen von kürzeren und längeren Rezepten und erfreut das Herz mit lustigen Sprüchen wie „Home is where the cake is“. Zudem können Fotos der selbstgebackenen Köstlichkeiten eingeklebt wer-den. Auch Tipps oder Hinweise kann man hier fest-halten. So entsteht mit der Zeit eine einzigartige Sammlung von Lieblingsrezepten für den sonntäg-lichen Kaffeeklatsch.
Besonders hübsch sieht der Kaffeetisch übrigens aus, wenn man die selbstgebackenen, kleinen Köstlichkeiten auf der Porzellan-Etagere mit Baking-Queen-Schriftzug präsentiert und den Tisch mit den passenden Tassen und Servietten eindeckt. Und damit auch alles schön ordentlich bleibt, die süße Schürze und das passende Geschirrtuch nicht vergessen.

Der internationale Bestseller »Belgravia«, der in über 20 Ländern erscheint und von niemand geringerem als »Downton Abbey«-Autor Julian Fellowes geschrieben wurde, verbindet in seiner Veröffentlichungsform die Tradition des Fortsetzungsromans mit den modernen Möglichkeiten digitaler Editionen.
Ab dem 6. Oktober 2016 veröffentlichen der C. Bertelsmann Verlag und der Hörverlag die deutsche Ausgabe zunächst als digitalen Fortsetzungsroman in insgesamt 11 Folgen als eBook und Hörbuch-Download. Die erste Folge dieser E-first-Serie ist jeweils kostenlos als Lese- und Hörprobe verfügbar. Die weiteren Folgen kosten je 1,49 € (D) und werden immer dienstags und donnerstags ver­öffentlicht.
Der gesamte Roman »Belgravia« erscheint nach Abschluss der Serie am 14. November 2016 bei C. Bertelsmann und im Hörverlag. Neben der eBook- und Hörbuch-Downloadversion (je 14,99€) ist der Roman dann auch als Hardcover und Hörbuch-CD-Ausgabe (je 19,99 €) erhältlich.
Der britische Kult-Autor Julian Fellowes, der das Drehbuch zur international erfolgreichen TV-Serie »Downton Abbey« schrieb, führt seine Leser ins London der 1840er Jahre, in den Stadtteil Belgravia. Im Mittelpunkt steht eine unerhörte Liebes­geschichte. Fellowes beschreibt, wie alter Hochadel und reiche Empor­kömm­linge aufeinandertreffen und setzt dem auch heute noch nobelsten Stadtteil Londons dabei ein großartiges Denkmal.
London, 1841. James Trenchard ist ein ehrgeiziger Mann, der sich mit seinem Baugewerbe einen gewissen Wohlstand erarbeitet hat. Nun aber droht ihm ein Ereignis aus der Vergangenheit einzuholen. Vor 25 Jahren starb seine Tochter bei der Geburt ihres Sohnes Charles, Spross einer heimlichen Liaison mit einem Mann aus dem Hochadel. Das Kind wurde in die Obhut eines Geistlichen gegeben und seine Herkunft vertuscht. Jetzt droht das Familiengeheimnis enthüllt zu werden. Einzig die beiden Großmütter Anne Trenchard und Lady Brockhurst können den Enkelsohn vor üblen Machen-schaften bewahren. Trotz der unterschiedlichen gesellschaftlichen Stellung müssen sie gemeinsam für den Enkel einstehen. Können Sie für Charles alles zum Guten wenden?

Was gilt heutzutage als angemessen? Der neue Trauerknigge gibt Rat.
Der Trauerknigge
Von der Business-Etikette, Tisch-Manieren-Ratgeber bis zum Erotik-Knigge – kaum ein Lebensbereich kommt ohne „Anstandsbuch“ aus. Ein großes Tabu-Thema ist in unserer Gesellschaft allerdings bisher noch nicht umfassend in Buchform aufbereitet. Jetzt gibt es endlich auch den Trauer-Knigge.
Wer unerwartet mit einem Todesfall konfrontiert wird, weiß oft nicht weiter: Was muss ich bei der Organisation der Bestattung beachten? Wie spreche ich anderen mein Beileid aus? Kondoliere ich am Grab? Überhaupt: Was gilt heutzutage als angemessen? Der neue Trauerknigge gibt Rat.
Trauerforscher wissen, dass Rituale hilfreiche Überlebensstrategien sind, denn sie ermöglichen es Trauenden wieder in ihr normales Leben zurückzukehren. Der Wunsch nach Informationen über den richtigen Umgang mit Tod und Trauer ist groß.
Kenntnisreich werden im Trauerknigge alle wesentlichen Fragen rund um den Trauerfall angesprochen. Stichworte wie Beileidskarte, Blumen, Kranz, Geldspende, angemessene Kleidung, Hintergründe zu überlieferten Bräuchen, wie dem Leichenschmaus bis hin zur Kondolenz im beruflichen Umfeld, finden hier ihren Platz. Neben dem ganz praktischen Aspekten wird auch angesprochen, wie man mit der persönlichen Trauer leben kann. Ein unverzichtbarer Begleiter und Ratgeber im Trauerfall!

»Gestorben wird immer« von Bestseller-Autorin Alexandra Fröhlich
Mit 91 Jahren hat Agnes Weisgut endgültig genug. Über Jahrzehnte hat die steinreiche Matriarchin, Inhaberin des Steinmetzbetriebs Weisgut & Söhne und Besitzerin zahlreicher Immobilien, die Geschicke ihrer Hamburger Familie gebieterisch bestimmt. Jetzt mag sie nicht mehr. Sie will zurück nach Hause, nach Groß Hubnicken in Ostpreußen, das längst nicht mehr Groß Hubnicken heißt.
Doch vorher muss sie reinen Tisch machen. Sie bittet ihre Enkelin Birte, die aus demselben Holz geschnitzt ist wie sie, alle und auch ihre Tochter Martha, die seit Jahren verschwunden ist, zusammenzutrommeln. Ihre Familie muss endlich erfahren, was damals passiert ist, im Krieg, auf der Flucht über die Ostsee und in der neuen Heimat. Agnes muss ihnen erzählen von all den Toten und dass sie Schuld auf sich geladen hat. Immer wieder. Aber das geschah nur, um ihre Lieben zu schützen. Ein Leben lang hat sie für diese Schuld gebüßt.

Heike Korfhage: Flammen über Drachstaad
Die Kirche der Zweiten Offenbarung ruft zum Flammzug.
Isrogant ist nach der Großen Flut noch immer in Aufruhr, und die Gewalt erreicht jetzt auch das entlegene Königreich Drachstaad. Ströme hilfloser Flüchtlinge aus den Nachbarregionen und die Machtspiele ihrer eigenen Fürsten verunsichern die Bewohner des sonst friedlichen Landes, in dem seit Jahrhunderten Drachen zum Schutz von Festungen und Siedlungen eingesetzt werden. Drachen, aus denen König Gunder jetzt eine Armee zu schmieden sucht, um seine Machtansprüche in der Region zu sichern. Drachstaad treibt auf eine Katastrophe zu. Die Wege der Grafen von Draepon, ihres Drachen Nermaal, des Händlers Gor Rifgem und des Bauernjungen Miched kreuzen sich, während jeder auf seine Weise versucht, mit der angespannten Lage fertig zu werden.
Mit "Flammen über Drachstaad" legt Heike Korfhage ihren dritten Roman und ihre erste Isrogant-Erzählung vor. So einfühlsam wie gnadenlos entfaltet sie die Geschichten der ungleichen Leidensgenossen in einem sinnlosen Krieg.

Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Mit den beiden neuen Mini-Spiralaufstellern „24 kleine Adventswünsche“ und „Kleine Atem-pausen für die Weihnachtszeit“ kann man sich und anderen die Zeit vor Weihnachten auf ganz besondere Art versüßen: Jeden Tag darf eine Doppelseite mit neuen zauberhaften Bildern, in-spirierenden Zitaten und guten Wünschen aufge-schlagen werden. Für welchen der beiden Beglei-ter durch die Adventszeit man sich auch entschei-det, ein Lächeln von Herzen ist inbegriffen.
„Achte auf das Kleine in der Welt, das macht das Leben reicher und zufriedener.“ (Carl Hilty) Der Mini-Adventskalender „24 kleine Adventswün-sche“ erinnert mit schönen Zitaten und liebevoll formulierten Texte daran, die kleinen Freuden im Leben bewusst wahrzunehmen – ganz besonders in der oft so stressigen Vorweihnachtszeit. Die lie-bevoll formulierten Wünsche und niedlichen Foto-grafien zaubern den Beschenkten garantiert ein Lächeln ins Gesicht. Dieser bunt gestaltete Mini-Adventskalender begleitet mit niedlichen Fotogra-fien sowie schönen Sprüchen, Zitaten und Wunschtexten durch die Adventszeit.
Die Weihnachtszeit steckt voller Magie, Vorfreude und kleiner Glücksmomente. Im vorweihnachtli-chen Trubel zwischen Weihnachtsfeiern, Ge-schenkestress und anderen Vorbereitungen ver-gessen wir es jedoch schnell, diese Zeit zu genie-ßen. Der Mini-Spiralaufsteller „Kleine Atempau-sen für die Weihnachtszeit“ erinnert mit Zitaten und Kurztexten an die vielen kleinen Glücksmo-mente, die im Winter auf uns warten – wie eine Tasse Tee, ein langer Spaziergang an der fri-schen Luft und das schöne Gefühl, jemandem eine Freude zu bereiten.

Wie im ersten Band Der Deal prägt der sinnlich-kraftvolle Spannungsbogen zwischen Liebe, Lust, Freundschaft und Mut auch diesen zweiten Roman aus der Reihe Venus & Faunus von Mira Tal. Liebevoll entwickelt die Autorin Gesas und Envers Geschichte, aber auch Sami, Charlotte, Toni, Chrissy, Andy und nicht zuletzt Eva und Cem erleben aufregende Zeiten!
Nach ihrer stürmischen Verlobungszeit spüren Gesa und Enver deutlich: Sie sind füreinander bestimmt – obwohl sie sich erst wenige Monate kennen.
So ist Gesa fest davon überzeugt, dass ihr geliebter Macho unbedingt das finanzielle Oberhaupt der Familie sein will, auch wenn ihn dies zu häufigen Reisen zwingt. Enver jedoch ahnt, dass er seine „süße Mistkröte“ besser nicht allein lassen sollte – besonders nachdem er Einzelheiten aus Gesas Vergangenheit erfährt, die seinen ausgeprägten Beschützerinstinkt wecken. Und allzu schnell wird sein Albtraum Realität: Gesa verschwindet spurlos. Enver bleibt nichts anderes übrig als sich ausgerechnet mit seinem Intim-Feind Andy und dem sensiblen Toni zusammenzutun, um sie zu finden …
Venus2Entflammt


Das bringt der November
Das kleine Zeitfenster, das ich kürzlich intensiv genutzt habe, wird sich in jedem Fall auf den November auswirken. Nicht nur werden Bücher besprochen, es ist auch ein Fantasyfilm dabei und andere kleinere Überraschungen. Die Autorin A.S. Bottlinger erzählt etwas zu ihrem neuen Roman "Der Fluch des Wüstenfeuers" und warum sie ihren (weiblichen) Namen abkürzt.


Was mich bewegt hat
Ich frage mich schon eine ganze Weile, was eigentlich aus all den alten Familienserien geworden ist, die gab es ja nun in allen Farben und Formen. Heute muss man sich durch ein Programm von dirigierten Live-Sendungen quälen, bei denen es zumeist darum geht, als "Coolster" hervorzugehen. Dafür wird dem noch eine halbwegs höflich formulierte Beleidigung hinterhergebrüllt und dem noch ein Spruch reingedrückt. Oder es gibt Pseudowissenschaftliche Sendungen, bei denen es entweder extrem emotional wird oder etwas in die Luft fliegt oder sonst irgendein Knöpfchen im Kopf des Konsumers gedrückt. Aber diese netten kleinen, manchmal durchaus gleichförmigen Familiensendungen, einfach zum Abschalten.
Mit Hirn und Herz Achterbahn fahren und das beinahe ohne Pause, das ist doch auf Dauer nix.

Dass Ossi-Bashing hoch im Kurs liegt, ist sicher keinem verborgen geblieben. Im letzten Monat aber ist mir so manches Mal der Mund offen stehen geblieben, weil ich nicht fassen konnte, was ich - dummerweise bei vielen Bekannten - im Social Media so lesen musste.
Da war ein Mann, der einen Anschlag in Deutschland verüben wollte. Woher er dabei stammte, spielt erst mal keine Rolle, das ist ein Verbrechen, das keiner Worte bedarf. Es ist schrecklich und wir sollten alle froh sein, dass er damit nicht erfolgreich war.
Sind wir aber nicht.
Der Mann, ein geflüchteter Syrer, lebte nämlich im Osten Deutschlands, in Chemnitz. Dort war er schon eine Weile von der Polizei observiert worden, ehe sie dann zuschlug und ihn und seine Gefährten festsetzen konnte. Weder das vorherige Prozedere, noch der eigentliche Zugriff sind Pillepalle, es gibt so einige schwierige Gesetze in unserem Land. Nun, einer der Herren konnte entkommen, was katastrophal war. Und dann ging es los. Ossis sind eben zu blöd für alles, die können nicht mal einen Bombenleger festnehmen. Ich bin fast vom Stuhl gekippt. Sicher ist, dass die Beamten sich schon genug geärgert haben werden, denn plötzlich war unklar, wohin der Verbrecher geflüchtet ist. Ich verrate nicht, was ich von Insidern gehört habe, nur so viel, dass eine ganze Weile vermutet wurde, dass der Mann sich nach Berlin abgesetzt habe, um seinen Plan doch noch in die Tat umzusetzen. ich hoffe sehr, dass ich niemandem sagen muss, was das bedeutet hätte ...
Nun ja, er wurde dann gefasst - durch einen großen Glücksfall, für den wir alle sehr dankbar sein können und sollten. Die Polizei twitterte dann sinngemäß "Wir sind sehr erleichtert" und plötzlich gab es keinen Zuspruch sondern etwas in der Art: "Ihr tut ja gerade so, als hättet ihr ein Kind geboren." Das ist nicht nur abfällig, sondern auch hochnäsig und gehört sich nicht! Denn: Hätten die Bombenleger Erfolg gehabt, wären eine Menge Menschen gestorben oder verletzt worden und für die und deren Angehörige IST es sicher, als seien sie neu geboren. Nun wissen wir natürlich nicht, wen es erwischt hätte ...
Er war aber nicht in Berlin, sondern in Leipzig untergetaucht, konnte gefasst werden - und tötete sich dann in seiner Gefängniszelle. Wie es genau dazu kam, leuchtet auch mir nicht genau ein, aber ich würde nie auf die Idee kommen, nicht nur nicht darüber nachzudenken, sondern alle Polizisten (diesmal waren jene in ganz Deutschland dran) zu bloßen Idioten zu erklären. Als ich noch in der Altenpflege gearbeitet habe, gab es dort diverse Vorschriften, wie in etwa, dass von einem Gericht bestätigt werden musste, dass man das Bettgitter bei einem Bettlägerigen hochmachen durfte, sonst machte man sich der Freiheitsberaubung schuldig (auch wenn er aus gesundheitlichen Gründen sowieso nirgendwo mehr hingegangen wäre). Auch ist mir erzählt worden, dass sich einmal eine alte Frau mit einer Strumpfhose an der Badtürklinke erhängt hatte (lange Zeit vor mir dort). Wer das durchziehen will, findet einen Weg und wer weiß, was für gesetzliche Rechte für Gefängnisinsassen so festgelegt wurden ...
Jetzt ist ganz sicher nicht alles reibungslos verlaufen, es gab einige Pannen. Aber ich glaube nicht, dass die Art der Berichterstattung auch in den größeren Medien so stattgefunden hätte, wäre das in Hamburg oder Köln passiert. Und das ist es, was ich nicht verstehe.
Ich bin Ossi. Und Berlinerin, ich weiß nicht, ob das hier überhaupt zählt. Ich begegne täglich Menschen, von denen ich nicht weiß, ob sie Ossi oder Wessi sind und es ist mir auch scheißegal. Aber ich verzweifle langsam daran, seit wie vielen Jahren ich als Mensch zweiter Klasse klassifiziert und beleidigt werde und ich habe wirklich ein dickes Fell. Ich weiß, dass viele gar nicht so darüber nachdenken und einfach irgendwas nachplappern, aber genau das ist es, was schließlich zu einem ganz, ganz großen Problem geworden ist. Während auf der einen Seite wie bei einer Schallplatte mit Sprung betont wird, dass man doch bitte nicht alle über einen Kamm scheren soll und das gemünzt auf so ziemlich alles und jeden, scheint das bei den eigenen Brüdern und Schwestern ein Riesenproblem zu sein. Unsere Eltern wurden schon so aufgezogen und wir machen es einfach mit. Hat ja schon Tradition. Oder? Aber mal ehrlich: Muss das sein?
Und um selbst doch noch in eine Schublade zu kommen: Ich finde die ganze Attentatsgeschichte reichlich zweifelhaft, zumindest was das Ende anbelangt, irgendwie konstruiert. Als wenig später dann noch andere Nachrichten kamen, die ich ehrlich gesagt auch ... merkwürdig fand, hatte ich das Gefühl, das sei ein Test. Nachdem nun jedoch wenige Wochen vergangen sind, sind wir alle im Alltag angekommen und keiner redet mehr davon. Wir stecken dieser Tage irgendwie alles weg.


Kommentare:

  1. Wow. Da hast du dir aber mal ordentlich Luft gemacht! Und Ossis sind keine Bürger zweiter Klasse!!!

    Ich kenne aber diese Sprüche zu genüge. Durfte ich mir während meiner Berufsausbildung zu genüge anhören. Im Übrigen finde ich es nach wie kritikwürdig, dass zwischen Ost- und Westdeutschland unterschieden wird. Gab es 1989 nicht die Wende? oO

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    1. Irgendwann muss es mal raus ;-) Mich hat nur die (vermutlich eher unüberlegte) Bereitschaft erschreckt, die Selbstverständlichkeit in der dann "jaja, die Ossis" weitergetratscht wurde. Ich weiß schon, warum ich viele (sehr viele) Jahre lang meine Herkunft geheim gehalten habe. Eben auf die Frage: Woher kommst du? nur antwortete: Berlin. Na ja, am nächsten Tag war alles schon wieder weniger grau. :)

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    2. Versteh ich. Aber eigentlich war ja mal beabsichtigt, dass die jüngeren Generationen diese Grenze nicht mehr im Kopf haben sollten. Aber wenn ich die mediale Berichterstattung betrachte, wird das wohl utopisch sein. Sehr schade.

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