Samstag, 7. November 2015

Verfallen Folge 1: Astoria - ASP/Kai Meyer/Joachim Luetke

Titel: Verfallen Folge 1: Astoria
Erschaffer: ASP/Kai Meyer/Joachim Luetke Originaltitel 
Label: Trisol Music Group 
ASIN: B0143R4IGM 
Euro: 30,99 Veröffentlichungsdatum: Oktober 2015 
Serie: Folge 1, Limited Edition 
Come in: mindguerilla.de 





Wenn ein Künstler den anderen inspiriert ist das immer eine tolle Sache, weil daraus auch mal etwas ganz Neues entstehen kann; Themenfelder berühren sich und verschmelzen. Kai Meyer, einer der "profiliertesten und meistverkauften deutschen Phantastik-Autoren" hat eine bisher unveröffentlichte Kurzgeschichte beigetragen, deren Handlung in dem seit zwanzig Jahre leerstehenden Astoria-Hotel in Leipzig spielt: 
Tim und Jana waren auf einer Demonstration, bei der sich das rechte und linke Lager ziemlich arg in die Haare bekommt. Beide flüchten in das verlassene Astoria, suchen im einzigen Licht des Handys nach einem anderen Weg nach draußen. Der Lärm von Krawallmachern und Ordnungshütern dringt kaum zu ihnen hinein und solange sie zusammen sind, kann nichts passieren, denken sie. Doch die Schatten wandern - und haben längst gewählt. 
Wenn Meyer drauf steht, ist auch ganz sicher einer drin. Das fast morbide Flair des Hotels hat er treffsicher aufgefangen und wiedergeben. Die Figuren, so kurz man ihnen auch begegnet, sind fassbar und lebensecht, die Handlung glaubhaft und so schauderhaft, wie sie sein soll. 
Songwriter Asp fühlte sich sofort angesprochen. "Asp ist kreativer Kopf und Sänger der gleichnamigen Band ASP aus Frankfurt am Main, die seit über fünfzehn Jahren weit über die Grenzen der Gothic- und Metal-Szene hinaus ihre Fans begeistern. Schon mit dem Zyklus um den Schwarzen Schmetterling, der sich über die ersten fünf Alben erstreckt und eine Art musikalischen Schauerroman darstellt, ließ die Band erkennen, wie literarisch ihr Schaffen geprägt ist. Immer wieder verschmilzt Asp eingängige Melodien mit erzählerischen Texten und entwickelt über mehrere Tonträger hinweg verschachtelte Geschichten, deren Motive der Schauerromantik und Phantastik entliehen sind.", heißt es in der Pressemitteilung, der alle Zitate im Text entnommen sind. 
Illustriert und mit Fotos gekonnt in Szene gesetzt wurde das Gesamtwerk von Joachim Luetke, der bereits mit Marilyn Manson und Sopor Aeternus zusammengearbeitet hat. Das, was dem Autor mit Worten gelungen ist, gelingt Luetke mit der Kamera. 


Es handelt sich bei "Verfallen Folge 1: Astoria" um eine Limited Novel Edition, was beim Kauf beachtet werden sollte, da nicht alle Editionen die Story und/oder Bilder enthalten. Diese, für mich überraschende Zusendung, ist sehr hochwertig gearbeitet. Das Hardcover im Querformat enthält vorn und hinten je eine CD in sehr stabiler Halterung. Das Inlet ist dickeres, solides Papier in Glanzoptik. Neben Meyers Geschichte enthält es auch ganzseitige Fotos und Liedtexte, die allerdings in altdeutscher Schreibschrift (handgeschriebene Wirkung) schwer lesbar sind. Auch "Das Fleisch der Vielen" braucht ein waches Auge, da sich die Farbe der einzelnen Buchstaben dem jeweiligen Hintergrund anpassen und mitunter recht hell abgedruckt wurden. Erkennbar ist aber alles. 



CD 1 enthält dreizehn Songs der Band ASP. 
CD 2 enthält als Bonus eine etwa viertelstündige Lesung von Kai Meyer, in der er aus seiner Arkadien-Trilogie live liest. Dann den Song "Die Löcher in der Menge" und anschließend wieder Meyer, der aus "Die Alchimistin" liest. Schließlich den Song "Die Gabe".Dazu heißt es in der Pressebeigabe: "Schon bei gemeinsamen Auftritten von Kai Meyer und Asp Spreng auf dem M'era-Luna-Festivals 2013 und 2015 stellten die Ausnahmekünstler unter Beweis, wie gut sie harmonisieren." Klingt auf der CD genau so mit heraus. Zur Musik kann ich leider nur wenig beitragen, da ich diesbezüglich nicht versiert genug bin. Für mich klang es gut, aber das ist letztendlich immer Geschmackssache. Was ich überaus faszinierend finde, ist schlicht die Dreifaltigkeit, die sich zusammengefunden und mit ihrer jeweiligen Präferenz ein ganz besonderes Werk geschaffen hat. Ob mir der ein oder andere Unterton gefallen hat, weiß ich nicht, aber darüber lässt sich hinwegsehen, -hören und -lesen.
Übrigens: düster, schaurig, ab achtzehn.

Kommentare:

  1. Anonym9.11.15

    Das klingt ja sehr cool und könnte genau mein Geschmack sein. Allerdings werde ich wohl erst mal in die Musik reinhören. Wenn mir die nicht gefällt, wäre das ja doof. Ich finde die Idee prinzipiell spannend. Danke für's Besprechen :-).
    Leseratteffm

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    1. Gerne und schön, Dich wieder mal zu lesen :)

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