Samstag, 26. September 2015

(Interview) Judith Madera zum kostenlosen Online-Fanzine "PHANTAST"

Was genau ist der PHANTAST?
PHANTAST ist ein kostenloses Online-Fanzine, das sich, wie der Name schon sagt, gänzlich der Phantastik widmet. Dabei wollen wir die phantastischen Genres in möglichst vielen Facetten beleuchten und versuchen, einen ausgewogen Mix aus Rezensionen, Artikeln und Interviews zu kreieren. Hinzu kommen ausgewählte Illustrationen zum jeweiligen Thema und in vielen Ausgaben finden sich auch Kurzgeschichten. Der PHANTAST widmet sich nicht ausschließlich Büchern, sondern auch Filmen, Videospielen, Musik etc. ... eben allem, was phantastisch ist.
Als Herausgeber sind Jürgen Eglseer (fictionfantasy und Amrûn-Verlag) und ich bei jeder Ausgabe dabei, ebenso wie unser Lektor. Der Rest des Redaktionsteams setzt sich bei jeder Ausgabe neu zusammen. Da schreiben sowohl unsere Redakteure mit, als auch Blogger oder Autoren, die was zum jeweiligen Thema zu sagen haben. Der PHANTAST ist damit quasi immer im Fluss ...


Seit wann gibt es das Magazin und wie kam es zu seiner Erschaffung?
2011 wurde der PHANTAST als gemeinsames Projekt von den Onlineportalen fictionfantasy.de und literatopia.de gegründet. Die Idee stammte von den Kollegen von fictionfantasy, die ein Onlinemagazin mit Themenausgaben machen wollten und dafür einen Partner suchten. Nach einer amüsanten Namensdiskussion auf der Frankfurter Buchmesse haben wir uns auf „PHANTAST“ geeignet – getreu dem Motto: Die einfachste Lösung ist die richtige. Denn der Name drückt genau das aus, was der PHANTAST ist und was ja auch seine Leser sind.


Im ersten Heft "Science Fantasy" spricht Jürgen Eglseer über seine persönlichen Gründe ("Back to the Roots") den PHANTAST zu erschaffen. Was waren Deine?
Ich fand die Idee mit den Themenausgaben sehr spannend, weil wir damit nicht nur die aktuellen Veröffentlichungen abarbeiten, sondern auch phantastische Perlen, die vielleicht schon einige Jahre oder gar Jahrzehnte auf dem Buckel haben, vorstellen können. Außerdem konnte ich im PHANTAST auch über Filme und Spiele schreiben, die ich gerne einmal vorstellen wollte.
Ich denke, PHANTAST ist durch die Themenausgaben ein Magazin, das auch in einigen Jahren noch interessant ist, wenn sich jemand zu einem Thema informieren will. Wenn man beispielweise Steampunk spannend findet, kann man sich einfach unsere Ausgabe 11 zum Thema anschauen und darin jede Menge Anhaltspunkte finden, was man in der Richtung lesen / anschauen könnte!


Jedes Heft widmet sich einem eigenen Thema. Wie werden diese festgelegt? Gibt es darunter eines, das Dir besonders am Herzen liegt?
Anfangs haben wir die Themen noch unter den Stammredakteuren ausdiskutiert, sprich Vorschläge gesammelt und abgestimmt. Da die Vorschläge aber meist nur von Jürgen und mir kamen, entscheiden wir das inzwischen allein und suchen uns einfach die passenden Redakteure für die Themen zusammen.
Die kommende Ausgabe 14 wird sich mit dem Cyberpunk beschäftigen – ein absolutes Herzblutthema von mir! :)
Von den bisherigen Ausgaben hatte ich persönlich die meiste Freude an den Themen „Träume“, „Steampunk“ und „Fernost“.



Was findet man im der neuesten Ausgabe?
Die aktuelle Ausgabe widmet sich dem Thema „Magie“, wofür wir die wunderschönen Illustrationen von Laercio Messias aus Brasilien verwenden durften.
Die Leser können sich auf zwei spannende Interviews mit Tanya Carpenter, die unter anderem von ihrem Leben als Wicca erzählt, und Michael Peinkofer, mit dem wir über Magie in der High Fantasy gesprochen haben, freuen. Passend zum Thema gibt es mehrere Rezensionen mit Hexen, dazu einen Hauch Orient und Science Fiction (in der, wie wir in der Ausgabe 1 „Science Fantasy“ gelernt haben, die Magie auch manchmal mitmischt).
Ich habe zudem meine Rezension zu „Der Nachtzirkus“ von Erin Morgenstern in dieser Ausgabe unterbringen können. Die Rezension ist zwar schon etwas älter, aber es ist eines meiner Lieblingsbücher, das gut zum Thema passte und über eine ganz besondere Magie verfügt. Immer, wenn ich das Buch im Regal sehe, muss ich unwillkürlich lächeln.


Der PHANTAST erscheint ausschließlich als kostenloses PDF/E-Book. Was ist Eure Intension dahinter und wird sich das vielleicht irgendwann ändern?
Den PHANTAST gibt es auch als Print! :)
Allerdings handelt es sich dabei nicht um die regulären Themenausgaben, sondern um unsere beiden Sonderausgaben zur Frankfurter Buchmesse und zu Wolfgang Hohlbein sowie unsere beiden Jahrbücher von 2011 und 2012. In letzteren haben wir die besten Beiträge der jeweiligen Jahre plus neue Artikel und Illustrationen versammelt.
Der PHANTAST war von Anfang an als KOSTENLOSES Magazin gedacht, was sich nun einmal nur als PDF verwirklichen lässt.


Neben dem eigentlichen Magazin gibt es noch eine Jahresausgabe, die in Print erscheint und das beste aus allen Heften plus diversem Bonusmaterial enthält. Wie gestaltet sich die Arbeit daran und was macht diese besondere Ausgabe, abgesehen vom Format, begehrenswert?
Für die Jahrbücher haben wir die Artikel plus ausgewählte Rezensionen der jeweils vorausgegangenen Ausgaben zusammengefasst. Dazu gibt es einige neue Beiträge, die die Themen nochmals vertiefen und neue Illustrationen, die extra in schwarz/weiß gestaltet wurden. Denn die Jahrbücher in Farbe zu drucken, wäre verdammt teuer geworden.
Die Jahrbücher waren als Sammelausgaben für unsere Stammleser gedacht, doch kostentechnisch haben sie sich nicht gerechnet, daher bleiben wir jetzt erst einmal bei den regulären PDFs. Zudem hat die Arbeit an den Jahrbüchern auch beide Male die Arbeit an den regulären Ausgaben stark verzögert.


Ihr sucht laufend neue Mitarbeiter, die dabei helfen, das Magazin lebendig und umfassend zu gestalten. Welche Themen sollten diese besonders gut beherrschen? Wie und wo kann man mit Euch Kontakt aufnehmen?
Wer bei uns mitmachen möchte, sollte in erster Linie ein Phantast sein ;)
Und man sollte bereits etwas Erfahrung als Onlineredakteur haben, sprich schon mehrere Rezensionen verfasst und vielleicht auch Artikel geschrieben beziehungsweise Interviews geführt haben.
Wir erwarten, dass sich unsere Redakteure mit den jeweiligen Themen auseinandersetzen und Hintergrundwissen mitbringen. Wenn jemand zum Beispiel nicht weiß, was Steampunk eigentlich ist, kann er natürlich schlecht etwas zu diesem Thema schreiben.
Da wir aber immer neue Themen haben, brauchen wir auch immer neue Leute, die sich für die jeweiligen Themen begeistern können. Wenn wir uns für das Thema der nächsten Ausgabe entschieden haben, schreiben wir alle an und lassen uns Vorschläge für Artikel, Rezensionen etc. machen. Wenn jemand mit einem Thema nichts anfangen kann, setzt er einfach aus.
Wer Interesse hat, bei uns mitzumachen, schreibt am besten mich unter maderaATliteratopia.de an! :)


Leider erscheint das Magazin nicht mehr so regelmäßig, wie einst. In welchem Tournus wird zukünftig veröffentlicht und worauf können die Leser sich verlassen?
Die Leser können sich auf jeden Fall darauf verlassen, dass wir mit vollem Eifer an die einzelnen Themen herangehen. Und natürlich darauf, dass die angekündigten Ausgaben auch erscheinen - nur das Wann ist zunehmend zum Problem geworden, weil wir das Magazin ja in unserer Freizeit neben unseren Hauptprojekten gestalten.
Wir wurden selbst überrascht, wie umfangreich die Ausgaben letztlich geworden sind. Geplant waren am Anfang 50-60 Seiten, jetzt sind wir meist bei 100. Allerdings brauchen die Themen auch diesen Raum, um ein wenig Abwechslung zu schaffen.
Und da wir nichts auf die Schnelle zusammenbasteln, sondern lesenswerte Artikel und Rezensionen bieten wollen, arbeiten wir lieber länger an einzelnen Ausgaben. Es ist auch nicht immer einfach, einen Illustrator zu finden, der uns seine Bilder „für umme“ zur Verfügung stellt. Für die Ausgabe 10 „Rollenspiel“ haben wir beispielsweise Fotos von Cosplayern verwendet, da musste ich erst einmal einige Leute anschreiben, ob wir die Bilder verwenden durften. Da Model UND Fotograf einverstanden sein müssen, hat das alles damals lange gedauert.
Im Vorfeld ist einiges an Organisation notwendig und wenn dann noch ein Redakteur, der einen der Hauptartikel schreibt, krank wird, oder viele Urlaube anstehen, dann warten wir eben. Als Onlinemagazin haben wir ja keine Deadline, zumindest keine, die man nicht auch mal dehnen könnte, wenn nötig.


Auf welche Themen und Artikel dürfen sich die Leser zukünftig freuen? Kannst Du schon einen kleinen Einblick gewähren?
Wie oben bereits gesagt, wird sich die Ausgabe 14 dem Thema Cyberpunk widmen – einem richtig schön dreckig-neonfarbenen Thema! Dabei darf natürlich William Gibsons „Neuromancer“ nicht fehlen, ebenso wenig wie „Blade Runner“ ... wir werden einiges aus dem Bereich Anime vorstellen und versuchen, die Entwicklung des Cyberpunk von seinen Anfängen bis heute nachzuvollziehen. Und wir haben wieder eine Kurzgeschichte dabei, die zumindest mir persönlich extrem gut gefällt!
Danach werden wir uns auf jeden Fall wieder stärker der Fantasy widmen – mehr kann ich dazu allerdings noch nicht verraten.


Liebe Judith, ich danke Dir für Deine Zeit und die lesenswerten Antworten!
Ich danke DIR, dass ich unser Magazin bei Dir vorstellen durfte! :)


Wer nun Lust bekommen hat, sich die einzelenen Ausgaben näher anzusehen, sollte sich DIESEN LINK nicht entgehen lassen.

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