Dienstag, 22. September 2015

(Gesammelt) Abgebrochene Romane

Der Atem des Feuers (Drachenlied 01) - Daniel Arenson
Im uralten Reich Requiem besitzen die Menschen eine phantastische Fähigkeit: Sie verwandeln sich in Drachen. Doch der Frieden des verschneiten Landes steht auf dem Spiel, als aus dem Süden ein Feuersturm auf die Drachen trifft: Unverwundbare Phönixe, bestehend aus Flammen, versuchen Requiem zu zerstören. An ihrer Spitze steht Solina, die alle Drachen auslöschen will. Bis auf einen: Elethor hat Solina einst geliebt – um ihre rasende Wut zu löschen und sein Volk zu retten, muss er sich einem Abenteuer stellen, das ihn weit von Requiem fortführt und mit seinen unheimlichsten Ängsten konfrontiert.
Unerwartet als Tauschbuch ergattert, da eben erst erschienen. Abgebrochen auf Seite 61 (von 446).
Ganz leicht zu erklären: Autor huscht durch die Ereignisse, die sich lesen, wie an einer Kette aufgefädelt. Keine Atmosphäre, keine Details am Rande, alles zackig hintereinander weg. Obwohl genug Anlass da wäre, auch auf den wenigen Seiten, die bei anderen Autoren vermutlich das doppelte an Seiten benötigt hätten - und das zu Recht - keine Emotionen, kein gar nichts. Und natürlich: Es beginnt mit Kampf, Tod und Vergewaltigung. Aber eben so lasch und schlecht geschrieben, dass es noch nicht einmal für einen Heftroman taugt. Sprachlich ohne alle Raffinesse und ich kann mir nicht vorstellen, dass das der Übersetzung geschuldet ist.
Inhaltlich ebenso unbedarft, Menschen, die sich in meterlange und -hohe Drachen verwandeln, dabei aber Rüstungen und Co anbehalten. Die als Drachen menschlich sprechen können und auf deren Größe nicht geachet wird. Das kann bei einem geübten Autor glaubhaft rübergekommen, bei Arenson leider nicht.
Finger weg!


Die Ufer der neuen Welt (Zeitstürme 02) - Kage Baker
Im 24. Jahrhundert gelingt es Wissenschaftlern, einen uralten Menschheitstraum zu verwirklichen: die Möglichkeit, durch die Zeit zu reisen. Und damit die Möglichkeit, den Verlauf der Geschichte zu ändern. Doch in welchem Ausmaß soll man das tun? Ein Team aus jungen Männern und Frauen wird zusammengestellt und in die verschiedensten Epochen der Menschheitsgeschichte geschickt. Dies sind ihre Abenteuer ...
Abgebrochen auf Seite 177 (von 445).
Nachdem ich den ersten Teil gelesen hatte und mochte, griff ich gleich zum zweiten. Was immer passiert ist, kann ich nicht beurteilen. Dass Teil 2 jedoch mächtig nachgelassen hat, ist sicher. Ich sehe durchaus, was die Autorin versucht hat, aber leider war es qualitativ schlicht unterirdisch. Und es zeichnete sich leider keine Besserung ab, so dass dann Schluss für mich war. Ich möchte trotzdem noch in den dritten Teil hineinschauen, für den Fall, dass dies hier nur ein Aussetzer war.


Zeitstürme:
1. In the Garden of Iden (Die Feuer der Inquisition)
2. Sky Coyote (Die Ufer der Neuen Welt)
3. Mendoza in Hollywood (Die Schatten des Krieges)
4. The Graveyard Game
5. The Life of the World to Come
6. The Children of the Company
7. The Machine's Child
8. The Sons of Heaven
9. Not Less Than Gods

Kommentare:

  1. Schade, die machten eigentlich beide keinen schlechten Eindruck...

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    1. Dachte ich auch ;-) Aber zumindest der erste Baker kann einen Blick wert sein.

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  2. Hallo Soleil,
    ich versuche mich immer, durchzuquälen, aber manchmal passt es so gar nicht. Wenn das Buch einigermaßen kurz ist, dann lese ich es auch, um mir eine umfassende Meinung zu bilden und um gerechterweise mit Kritik um mich zu werden.
    Im Moment erinnere ich mich nur an zwei Bücher, die ich abgebrochen habe: Pandemonium von Lauren Oliver und Seelen von Stephenie Meyer.

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    1. Hallo Namensvetterin und willkommen im Blog!
      Die Grundsatzdiskussion, ob man Bücher abbrechen sollte oder nicht, ist an anderer Stelle hier im Blog zur Genüge geführt worden. Ich für meinen Teil habe in meinem Leben schon so viel gelesen (ich bin auch eine Ecke älter als Du), dass ich es mir durchaus zutraue, nach einer gewissen Seitenzahl einschätzen zu können, was schief läuft und dass dies vermutlich auch nicht mehr besser wird (oder mir schlicht das Thema nicht liegt). Meine Zeit verschwende ich jedenfalls nicht mehr (dazu bin ich zu alt ;-)), denn es gibt noch so viel mehr Bücher, die ich gerne einmal lesen würde. Wer aber die Erfahrung noch nicht hat oder es sich nicht zutraut (ich gebe zu, es braucht Mut, um das so offen zu sagen), der macht es halt einfach nicht. Letztendlich bleibt es jedem selbst überlassen.
      Von Meyer kenne ich nur den ersten Biss-Roman und den fand ich eher mittelmäßig. Von Oliver kenne ich leider noch nichts.

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