Samstag, 8. August 2015

(Autorenplausch) Andrea Schneeberger: Das Marmorhaus

Titel: Das Marmorhaus
Autorin: Andrea Schneeberger
Originaltitel, 204 Seiten
ASIN: B012DZHI3Q
Preis: 0,99 €












Das Marmorhaus

Das Herz wummert aufgeregt in der Brust, die Hände sind ein bisschen zittrig, ich lade meinen mittlerweile sechsten Roman bei Amazon hoch. Eigentlich sollte das Prozedere schon zur Gewohnheit geworden sein und ich sehr viel gelassener – sollte man zumindest meinen. In Wahrheit bin ich aber schrecklich nervös. Wie werden die ersten Reaktionen sein? Werden die Leser das Buch mögen? Wird es überhaupt gekauft? Monatelang habe ich im stillen Kämmerchen daran gearbeitet. Habe die Geschichte geliebt, gehasst und am Ende wieder geliebt. Ich erinnere mich, wie ich vor drei, vier Jahren die ersten Zeilen niederschrieb. Damals war ich in Fuerteventura im Urlaub, saß auf dem Balkon und hörte TwoStepsfrom Hell. Das erste Kapitel war geschrieben, die Szene am Meer, in der Annes Vater ihren Wunsch, Schriftstellerin zu werden, belächelt.
Das Marmorhaus ist eine besondere Geschichte. Ihre Entstehung dauerte Jahre. Immer wieder legte ich eine Pause ein oder versuchte mich mit anderen Versionen, um schließlich zur ursprünglichen Fassung zurückzukehren und mit einer anderen Geschichte zu verschmelzen, die den Arbeitstitel „Die Marmorstadt“ trug.
Wer die Danksagung liest, wird sich unweigerlich fragen – mehr denn je –, wieviel Autobiografisches in die Geschichte eingeflossen ist. Eine Frage, die mir bei Lesungen oft gestellt wird und die ich gerne umschiffe mit der Antwort: „Ein bisschen was von einem selbst fließt immer mit ein.“ Zum Beispiel in „Kuss der Nacht“ nenne ich Musikstücke, die ich damals gerne gehört habe. Der Fragesteller ist damit zufrieden und ich auch. Die Antwort ist im Bereich des Oberflächlichen geblieben. Bei „Das Marmorhaus“ kann ich mich nicht so leicht aus der Affäre ziehen und will es auch gar nicht. Denn dieser Roman beinhaltet sehr viele sehr persönliche Erfahrungen und verarbeitet Erlebnisse, die mir noch heute sehr nahe gehen. Deshalb sind auch die Worte in der Danksagung viel persönlicher ausgefallen als es bisher der Fall war.
Das Schreiben ist ein wichtiger Teil meines Lebens. Ich erinnere mich an eine Lesung in Essen, als ein Zuhörer im Anschluss zu mir gekommen ist und mir sein Manuskript gezeigt hat. Er erzählte mir, wie ihm das Schreiben geholfen hat, aus der Depression zu kommen. Unweigerlich musste ich an die Worte eines Schriftstellers, ich bin mir nicht mehr ganz sicher, ob es Stephen King war oder jemand anderes, denken: „Das Schreiben ersetzt mir den Psychiater.“ Ob es gleich solche Auswirkungen hat, weiß ich nicht, aber mit Sicherheit kann ich sagen, dass Schreiben etwas ist, das das Innere befreit, das zudem Spaß macht und eine Auszeit vom Alltag ermöglicht. Beim Schreiben von „Das Marmorhaus“ traf all dies in besonderem Maße zu und ich hoffe, dass ich meinen Lesern diese Empfindungen und Gedanken vermitteln konnte.

Inhalt:
Die 17-jährige Anne ist unglücklich verliebt. Als sie den Ferienjob im Souvenir-Laden annimmt, ahnt sie noch nicht, dass auch ihr Schwarm Brandon den Sommer über dort arbeiten wird. Doch die erste Begegnung mit dem sympathischen Surfer verläuft nicht besonders toll – Anne ist viel zu schüchtern.
Als dann auch noch ihre Mutter unerwartet schwer krank wird, scheint ihr Leben völlig aus den Fugen zu geraten. Jetzt gibt es nur noch einen Ort, an den sie stundenweise vor ihrem komplizierten Leben fliehen kann: das Haus aus weißem Marmor. Dort lebt der mysteriöse und charmante Auryn. Doch wer ist er wirklich? Und wieso interessiert er sich so für das Amulett, das Anne am Strand gefunden hat? Ehe Anne sichs versieht, steht sie vor einer schweren Entscheidung ...

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