Dienstag, 23. Juni 2015

(Gesammelt) Abgebrochene Romane

Dunkler Winter - Dave Luckett (Tausch)
In Tenebra geschieht Unheimliches. Die Magier des Dunkels drohen die Macht zu übernehmen und nichts vermag sie aufzuhalten. Da erscheint eines Tages in Helm und Rüstung die Schwertjungfrau vom Orden der Siegesgöttin und ermutigt Ritter und Knappen der Stadtwache, die Invasion des Dunkels aufzuhalten ...
Abgebrochen auf Seite 111 (von 318).
Beworben mit einem Vergleich zu Robert Jordan und einer "Schildjungfrau" im Klappentext, hieß es zugreifen. Und obwohl alles enthalten ist, was es braucht, zudem eine flüssige Erzählweise seitenweise an sich bindet, griff die Handlung irgendwann nicht mehr. Es gab recht viele Andeutungen, die jedoch lose im Raum hingen, Motivationen und Handlungsweisen erklärten sich nicht und schließlich, nach dem großen Aufbruch ins Ungewisse (der Klappentext weiß mehr als der Leser) zieht es sich maßlos. Nach einer Leseunterbrechung leider keinen Anschluss gefunden. Das macht das Buch nicht schlecht und ich würde befürworten, es einfach mal zu versuchen.


Skargat - Der Pfad des Schwarzen Lichts - Daniel Illger (Tausch)
In einem abgelegenen Dorf lebt der Außenseiter Mykar. Vom eigenen Vater und allen Bewohnern verachtet, hat er nur einen Freund: Cay, den Sohn des Dorfpriesters. Als eine Reihe grauenvoller Verbrechen geschieht, machen die verzweifelten Bauern Mykar zum Sündenbock. Sie knüppeln ihn nieder und verscharren ihn im Wald – alle halten ihn für tot. Als Jahre später Cay des Mordes an einem Adligen beschuldigt wird, ist für Mykar die Zeit gekommen zurückzukehren. Verbündete findet er in dem versoffenen Adligen Justinius, dessen verrückter Magd Scara und einer geheimnisvollen Schönen. Keiner von ihnen ahnt, dass viel mehr auf dem Spiel steht als Cays Leben.
Abgebrochen auf Seite 199 (von 567)
Zunächst lässt sich das Buch wirklich gut an, es war fast unheimlich, wie stark es mich in seinen Bann gezogen hat. Die Charaktere waren lebensecht, sie waren mir nah, sie verströmten alles, was man sich so wünscht. Dabei war die Handlung hier noch völlig unspektakulär und bei so manch anderem Autor wäre der Leser vermutlich vor Langeweile gestorben. Nicht bei Illger.
Doch dann kehrt Mykar zurück und ab dem Zeitpunkt, als er dieses "andere" Wirtshaus betritt, war der Zauber um die Geschichte und mich vorbei. Die Charaktere, die danach kamen, wirkten aufgesetzt, die Beziehung zwischen Justinius und Scara konstruiert und mit der Ankunft in der Stadt habe ich schlicht nicht mehr durchgesehen. Und dann begann es sich zu ziehen. Nach einer Leseunterbrechung habe ich leider keinen Anschluss gefunden. Trotzdem eine Leseempfehlung, da es auch hier eher eine subjektive Sache ist.

Kommentare:

  1. Zu SKRAGAT - eine Freundin meinte gestern, dass sie Probleme mit dem Buch hat, weil die Charaktere AKTIV nicht handeln und ihnen nichts passiert, sie sich nicht weiter entwickeln. Ihnen allen ist IN DER VERGANGENHEIT etwas passiert, aber nicht im Handlungsstrang. Und damit hat sie verdammt recht, wie ich im Nachhinein feststellen muss.

    Vielleicht fehlt es dem Werk deshalb an Drive. Geschrieben ist es nämlich sehr gut und für deutsche Fantasy fand ich es sehr ungewöhnlich.

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    1. Mir hat der Anfang wahnsinnig gut gefallen und ich glaube, ich würde auf jeden Fall noch mehr vom Autor lesen (wollen)! Aber ich glaube auch, dass das Skurile ihm nicht so liegt. Was die aktiv-passiv Sache angeht, kann ich dazu nicht viel sagen, weil ich dann ja abgebrochen habe.

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  2. Da bin ich jetzt aber überrascht. Skargat ist bislang mein Highlight des Jahres. Aber die Geschmäcker sind halt verschieden...

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    1. Ja, wir liegen oft nicht so nah beieinander ;-) Macht nix, kann man sich ja trotzdem Anregungen holen.

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  3. Mh, das Cover von „Dunkler Winter“ kommt mir sehr bekannt vor. Habe ich glaube ich auch mal abgebrochen, weil Zombies darin vorkommen.
    Aha, jawollja. Hab die ganze Trilogie noch hier. Nach kurzen durchblättern ist es wirklich genau das Buch.
    Da du bis anhin stets meinen Geschmack getroffen hast, werde ich diese Bücher aussortieren. Das und weil darin Zombies vorkommen und die vertrag ich gar nicht mehr, grauslige Wesen, brr.

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    1. Zombies? Ich glaube, sie haben es vor dem großen Aufbruch als eine Art Nekromantie bezeichnet. Aber so weit, dass ich auf diese getroffen wäre, bin ich dann nicht mehr gekommen. Vielleicht lag es auch nur daran, dass ich es unterbrechen musste und dann keinen richtigen Anschluss mehr gefunden habe. Es waren auch viele gute Sachen dabei, die mir gefallen haben. Auch viele Andeutungen. Nur weil ich es abbreche, ist es ja nicht schlecht ;-)

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  4. Ich habe das Buch nochmal genauer durchblättert und die eine und andere Stelle gelesen. Sie werden als Untote bezeichnet gegen die sie kämpfen müssen. Ich glaube trotzdem nicht, dass ich es nochmals lesen werde. ;-)

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  5. Andersrum erklärt :-) Aus irgendeinem Grund habe ich damals das Buch abgebrochen. Ob es nur an den Untoten/Zombies lag, weiss ich nicht mehr. Es war nur das einzige woran ich mich noch erinnern konnte. Ich wusste allerdings nicht mehr, welches Buch es genau war - früher habe ich nicht so rigoros aussortiert wie heute. Jetzt weiss ich welches. Und gebe es gerne weg. Ob es schlecht ist oder nicht - objektiv.

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