Dienstag, 16. Dezember 2014

(Gesammelt) Abgebrochene Romane


Sonnenläufer - Melanie Rawn (Kauf)
Nachdem sein Vater von einem Drachen getötet wird, ist es an Prinz Rohan, sein Reich gegen Feinde von innen und außen zu verteidigen. Dabei hofft er auf die Unterstützung der Lichtläuferin Sioned, der Frau, die er liebt. Doch zum Wohle seines Volkes und zum Schutz seines Erbes muss Rohan seine Gefühle geheimhalten. Da bringt sein größter Feind Sioned in seine Gewalt, und der junge Prinz muss sich entscheiden – zwischen den Plänen zum Wohl des Reiches und seiner Liebe zu einer Lichtläuferin.

Abgebrochen ca. auf Seite 350 (von 795).
Die Handlung lässt sich zunächst recht spannend an, es werden eine Fülle an Charakteren vorgestellt, es wächst Spannung. Diese verpufft aber leider ebenso schnell und dann plätschert eine keine-Handlung vor sich hin, die mit noch mehr Charakteren gespikt wird. Große Probleme oder Konflikte lassen sich nicht an, obwohl wirklich eine Menge Potential für eine geniale Geschichte mit Kämpfen und Intrigen gegeben ist. Aber es wirkt dann doch arg konstruiert und auch beim letzten Nebencharakter kann genauestens prophezeit werden, wo die Handlung ihn oder sie hinführen wird. Die zahlreichen zwischenmenschlichen Beziehungen wären auch gar nicht das Problem, wenn nicht stets das Ende miterzählt werden würde. Es gab Prophezeiungen, man sah sich im Feuer, Zweifel gibt es keine, man ist Seelenverwandt. Intrigen werden gesponnen, aber wirkliche Fieslinge gibt es nicht. Es passiert viel und doch wieder nicht. Es liest sich einfach fad.


Die Flamme erlischt - George R. R. Martin (Kauf)
Der Hilferuf seiner Jugendliebe Gwen führt Dirk t'Larien nach Worlorn, einer sterbenden Welt am Ende aller Welten. Doch die archaische Kultur der Kavalaren, in der Gwen und ihr Ehemann Jaan leben, erlaubt den Frauen keinerlei Selbstbestimmung. Als es Dirk trotzdem gelingt, Gwen zur Flucht zu überreden, ziehen sie die Aufmerksamkeit der fanatischen Braith auf sich, die Menschenjagd als Sport betreiben. Nur Jaan könnte der mörderischen Hatz Einhalt gebieten .

In etwa am Ende des ersten Drittels abgebrochen.
Nachdem das Buch jahrelang im Regal vor sich hindümpelte, nun doch einmal zur Hand genommen, aber leider keinen richtigen Zugang gefunden. Die Geschichte beginnt schon ein wenig seltsam und kann diesen ersten Eindruck dann auch so schnell nicht abstreifen. Dann verliert sich das Geschehen erstmal in geheimnisvollen Begriffen, die nicht recht erklärt werden - eine der Hauptcharaktere behauptet gar, das könne man gar nicht - und eine seltsame Vierecksbeziehung steht im Mittelpunkt. Drei Männer, eine Frau, ob jetzt aber alle die Frau wollen, ist nicht ganz geklärt. Dirk natürlich schon, aber er macht es seinem Leser nicht einfach, mit ihm warm zu werden. Zum einen wirkt er recht weich und zum anderen als Figur ein wenig oberflächlich und dünn.
Insgesamt hat es mich einfach nicht gegriffen. Da gibt es wesentlich Besseres vom Autor.

Kommentare:

  1. Mit "Die Flamme erlischt" hatte ich auch massive Probleme! Ich habe den Roman zwar zu Ende gelesen, muss aber ehrlich sagen, dass es sich nicht gelohnt hat. Ich konnte auch mit Dirk nichts anfangen - zum ersten Mal bei einem Roman von Martin ist es für mich an den Figuren gescheitert (mit denen ich nicht nur im "Song of Ice and Fire", sondern auch in "Fiebertraum" sehr mitgefiebert habe).

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich sortiere ja gerade massiv Bücher aus und diese beiden waren auf dem zumindest-mal-anlesen-Stapel gelandet. Und weil der noch andere Bücher umfasst ist man vielleicht schon etwas weniger geduldig.
      "Fiebertraum" habe ich damals auch gerne gelesen und ich glaube, dass ich mir danach auch die Flamme angeschafft habe und dann Eis und Feuer, aber damit kann ich ja generell nicht so.
      Hast Du denn am Ende dieses Beziehungsgeflecht verstanden? Offenbar war ja keiner ihr Ehemann und einer muss sie auch misshandelt haben. Gab es für Dirk ein Happy End oder waren am Ende alle tot?

      Löschen
    2. Das Beziehungsgeflecht fand ich auch schwierig, wobei es bei mir jetzt auch schon eine Weile her ist, seit ich den Roman gelesen habe. Ich kann mich daher nicht mehr an alles so genau erinnern, aber Jaan ist wohl so etwas ähnliches wie ihr Ehemann. Nur haben halt die Kavalaren nicht wirklich das Konzept einer gewöhnlichen Ehe.
      Das finde ich ja prinzipiell interessant an dem Roman: Martin hat darin eine Kultur erschaffen, die wirklich fremdartig erscheint, mit Figuren, die auch wirklich ganz in dieser Kultur eingebunden sind. Das ist mal was anderes als die üblichen Figuren sonst, die alle (egal aus welcher Zeitstellung oder auch von welchem Planeten) im Grunde genauso denken wie wir heute.
      Aber letztendlich war mir das dann doch zu fremdartig - ich konnte mit ihnen nichts anfangen. Auch mit Dirk nicht, bei dem ich die ganze Zeit nicht nachvollziehen konnte, weshalb er so auf Gwen fixiert war (die fand ich nur blass und uninteressant).

      Das Ende ist tragisch und bleibt auch eher offen. Ein Teil ist tot und ein Teil wird möglicherweise sterben.

      Löschen