Donnerstag, 10. Juli 2014

Der Heckenritter von Westeros - George R. R. Martin


Titel: Der Heckenritter von Westeros
Autor: George R. R. Martin
Originaltitel: Hedge Knight/The Sworn Sword/The Mystery Knight
Verlag: Penhaligon
ISBN: 978-3764531225
Euro: 15,00
Veröffentlichungsdatum: September 2013
Seiten: 416
Serie: Das Lied von Eis und Feuer
Come in: Kauf








George R. R. Martin hat im Rahmen verschiedener Anthologien drei Kurzgeschichten zu Duncan (Dunk) dem Großen und seinem Knappen Ei geschrieben. Die erste 1998 und die dritte 2010. Die Handlung spielt in der gleichen Welt wie Martins große Saga "Das Lied von Eis und Feuer", allerdings etwa einhundert Jahre früher. Es ist jedoch nicht notwendig diese zu kennen, die Geschichten stehen auch gut für sich allein.


Der Heckenritter (The Hedge Knight)
Als der Knappe Dunk seinen Herrn, einen Heckenritter, begräbt, beschließt er, dessen Leben fortzusetzen. Nicht weit entfernt findet ein großes Turnier statt, an dem Dunk seine Sporen verdienen will. Auf dem Weg dorthin begegnet ihm der achtjährige "Ei", der selbst unbedingt Knappe sein möchte. Obwohl Dunk ihn nicht mitnehmen will, schleicht sich der Junge hinterher.
Während des Turniers muss Dunk dann jedoch feststellen, dass sein alter Herr ihm nicht alles über das Ritterleben gesagt hat und so läuft er geradewegs in eine schicksalhafte Katastrophe hinein.



Das verschworene Schwert (The Sworn Sword)
Duncan hat seinen Knappen Ei nun seit etwa zwei Jahren bei sich und sie reisen durch Westeros. Als sie dem alternden Ser Konstans ihre Dienste anbieten, dessen Wohnturm schon zu zerfallen droht, schliddern sie geradewegs in eine Fehde hinein. Lady Weber baut mitten in einer Dürre einen Damm und schließt Konstans Ländereien so vom Wasser ab. Als Duncan vermitteln will, trifft er auf eine energische und rigorose junge Frau, die mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen hat. Und er erfährt, wem er da eigentlich sein Schwert angeboten hat - und warum auch ein kleiner Heckenritter genau abwägen sollte.


Der geheimnisvolle Ritter (The Mystery Knight)
Deutsche Erstausgabe
Auf dem Weg zur Großen Mauer geht Duncan das Geld aus. Als er von einem Turnier, das anlässlich der Hochzeit von Lord Butterquell abgehalten wird, hört, beschließt er, dort Halt zu machen und sich ein wenig dazuzuverdienen. Doch nicht nur Gold winkt dem Gewinner, sondern auch ein echtes Drachenei.
Obwohl es sechzehn Jahre her ist, dass Daemon Schwarzfeuer von seinem Bruder, dem ehelich gezeugten König, besiegt wurde, scheint er noch immer einige Anhänger zu besitzen. Als Dunk bemerkt, dass etwas nicht stimmt, scheint es fast zu spät. Und dann verschwindet Ei ...



Gelungen wie lesenswert sind alle drei Geschichten, wenn "Das verschworene Schwert" auch deutlich ruhiger daherkommt und so einige Seiten benötigt, um den Leser abzuholen. Letztendlich jedoch wird Duncan hier ebenso großartig charakterisiert, wie schon im Vorgänger "Der Heckenritter". Aber obwohl nun beinahe zwei Jahre vergangen sind und er nicht nur in der Weltgeschichte gereist, sondern auch noch einen sehr belesenen Knappen an der Seite hat, scheint er sich nur mäßig entwickelt zu haben. Seine Naivität schafft er auch in der dritten Geschichte "Der geheimnisvolle" Ritter nicht ab, jedoch scheint diese einfach ein Wesenszug von ihm zu sein. Duncan lässt sich nicht kaufen, er geht seinen Weg, ehrbar bis zum letzten, auch wenn er auf diese Weise alles verlieren kann; Rüstung, Pferd und seinen Knappen. Aber Duncan ist auch niemand, der sich unterkriegen lässt und diese scheinbare Verletzlichkeit ist seine größte Stärke. Möge er bleiben wie er ist und möge Martin noch mehr Geschichten um ihn und Ei schreiben.
"Der Heckenritter von Westeros" ist für alle Leser geeignet, wobei Liebhaber der späteren Geschichte hier keine (übermäßige) Gewalt finden werden (und auch keine Drachen). Dafür allerdings großartig charakterisierte Figuren und eine anschauliche Welt, in der diese ihren Weg gehen können. Da die Geschichten länger sind, haben sie keinen Anthologiecharakter und sind daher zwischendurch schnell als eigenständige kleine Romane gelesen.



George R. R. Martin gehört nicht nur in den USA zu den prominentesten Science-Fiction-Autoren. Den weltweiten Durchbruch schaffte er mit dem mehrbändigen Werk "Das Lied von Eis und Feuer". Er schrieb anfangs Kurzgeschichten, arbeitete dann erfolgreich als Drehbuchautor und Fernsehproduzent. Doch das Schreiben von Fantasy- und Science-Fiction-Romanen entspricht seinem Vorstellungsvermögen und seinen schriftstellerischen Neigungen am meisten. Der 1948 im US-Staat New Jersey geborene und studierte Journalist lebt in Santa Fe, New Mexico. Er wurde mehrfach mit dem "Hugo Award" ausgezeichnet.

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