Donnerstag, 13. März 2014

Das erste Zeichen des Zodiac - Vicki Pettersson


Titel: Das erste Zeichen des Zodiac
Autorin: Vicki Pettersson
Originaltitel: The Scent of Shadows
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3442265633
Euro: Nicht mehr im Handel erhältlich.
Veröffentlichungsdatum: August 2008
Seiten: 592
Serie: Im Zeichen des Zodiacs 01
Come in: Kauf











Inhalt

Dem Überfall, den sie mit sechzehn Jahren nur knapp überlebte zwar entronnen, ist Joanne Archers Leben in den zehn Jahren danach nie mehr das gleiche gewesen. Von Männern hat sie sich seither fern gehalten, auch von ihrer Jugendliebe Ben Traina.
Nach einem erzwungenen und missglückten Blind Date, bei dem ihr Gegenüber verhaftet wird, trifft Jo unerwartet auf Ben - und die alten Gefühle sind wieder da. Sie ist die älteste Tochter des mächtigsten Mannes der Stadt, mit dem sie jedoch nie auskam. Einen Tag vor Joannas fünfundzwanzigstem Geburstag ruft der Vater sie und ihre jüngere Schwester Olivia zu sich. Er eröffnet beiden, dass Jo nicht seine leibliche Tochter ist und er sie enterbt.
Damit kann Jo zwar leben, in der gleichen Nacht jedoch wird ihre geliebte Schwester von einem mysteriösen und sehr düsteren Mann getötet. Sie selbst entkommt mithilfe eines scheinbar Obdachlosen, der ihr eröffnet, dass sie Teil einer geheimen Superheldenorganisation namens Zodiac ist und wahrscheinlich noch die Verkörperung einer Prophezeiung: Das erste Zeichen.
Um Jo vor der dunklen Seite des Zodiacs zu schützen, operiert man sie gegen ihren Willen um, so dass sie äußerlich wie ihre Schwester aussieht. Nun muss sie lernen, sich auch wie diese zu benehmen und alle täuschen, die sie bis dato kannte. Auch Ben ...

Cover

Die Umschlagillustration stammt von Tony Mauro.
Das Motiv passt allerdings nur bedingt: Joanna/Olivia muss sich zwar auch tatkräftig durchkämpfen und sie ist der Schütze (die Armbrust ist also bestens gewählt), jedoch sieht die Dame wenig nach High Society aus.
Die Schrift des Titels gefällt mir persönlich wenig, weil sie das Bild darunter zu stark dominiert. Etwas heller hätte es auch sein dürfen.
Insgesamt aber ansehnlich.

Meinung

Die im Original sechs Bände umfassende Zodiac-Reihe von Vicki Pettersson hat es im Deutschen nur auf zwei gebracht. Nach dem ersten davon ist man versucht zu sagen: leider, denn insgesamt hat die Autorin einen unterhaltsamen Roman geschrieben. Der aber auch hier und da recht durchwachsen ist und stellenweise irgendwie untypisch.
Am auffälligsten nach dem Lesen ist das Zodiac-System, das sich von Tierkreiszeichen/Sternenbildern herleitet und in dem die einzelnen Positionen (z.B. Schütze, Widder) sich über die Mutter vererben. Grundsätzlich können viele Menschen für eine davon in Frage kommen, aber nur die älteste (edelste?) Linie besetzt den Posten. Stirbt derjenige, rückt die nächste Person nach. Es gibt zwei Seiten, die lichte und die dunkle. Jo gehört zur lichten und wird auch dort ausgebildet. Im Prinzip kämpft man gegen die dunkle Seite und schützt die Normalsterblichen, allerdings hat sich mir nicht erschlossen wovor.
Joanna ist zunächst eher der burschikose Typ, fotografiert gern und weiß mit sich und ihrem Leben nichts anzufangen. Als man sie umoperiert hat, muss sie plötzlich wie ihre auf den ersten Blick oberflächlich erscheinende Schwester sein, die sich in der High Society bewegt. Geglückt hier, dass niemand wirklich stupide oberflächlich und hohlbirnig ist. Die Umstände haben manche zu dem gemacht, was sie sind und es steckt immer mehr in einem Menschen als man sieht. Das hat Pettersson geschickt verstanden umzusetzen.
Überhaupt spielt die Autorin ein wenig mit gängigen Klischees, die sie weder bereitwillig aufgreift, noch durchbricht, sondern immer irgendwie dazwischen bleibt. Jo erfährt in etwa mehr über die Zodiacs, indem sie Comics liest und dazu auch einen entsprechenden Laden betritt. Dann trägt jeder Zodiac eine Glyphe auf der Brust und zunächst scheint es, als sei es bei Jo ein Stiletto. Das waren immer Situationen, bei denen ich bei jedem anderen Autor und Werk abgebrochen hätte. Doch Pettersson versteht es, den Leser bei der Stange zu halten. Zum einen geht es nie so weit, dass man entnervt schnaubt, dann setzt sie diese Dinge auf eine geschickte Art um und schließlich ist es die Art, wie erzählt wird, die mich bleiben ließ.
"Das erste Zeichen des Zodiac" ist kein Romancetitel, auch wenn das auf den ersten Blick so scheint. Die Beziehung zu Ben nimmt nur einen sehr untergeordneten Teil ein, der im übrigen sehr gelungen ist. Jo und er arbeiten ihre Vergangenheit auf und verlieren sich schließlich, wobei Jo ihm immer mal wieder über den Weg läuft, ohne sich zu erkennen zu geben.
Wer Action mag, sollte zugreifen, davon gibt es eine ganze Menge, vor allem gegen Ende. Insgesamt enthält der Roman eine Menge gefälliger Ideen und faszinierender Anleihen, sowie einige Andeutungen, von denen zu hoffen ist, dass sie in den Folgebänden aufgegriffen werden.
Der Auftaktband der "Zeichen des Zodiacs"-Reihe ist gutes Mittelfeld und durchaus lesenswert. Wer aber noch andere Werke im Regal hat, ist auch mit diesen gut bedient, liegt Jo aber gerade in der Hand, ruhig mal reinsehen.


The Signs of the Zodiac:
1. The Scent of Shadows: The First Sign of the Zodiac (Das erste Zeichen des Zodiac)
2. The Taste of Night: The Second Sign of the Zodiac (Das zweite Zeichen des Zodiac)
3. The Touch of Twilight: The Third Sign of the Zodiac
4. City of Souls: The Fourth Sign of the Zodiac
5. Cheat the Grave: The Fifth Sign of the Zodiac
6. Neon Graveyard: The Sixth Sign of the Zodiac
(Ende)

BA in Englisch, zehn Jahre als Showgirl gearbeitet, bevor sie Mutter und Autorin wurde. Sie liebt Las Vegas, in der nicht nur „The Taken“ spielt, sondern auch die Zodiac Bücher (6 Romane), mit denen sie bekannt geworden ist. Da sie in der Stadt geboren wurde, dort lange lebte und arbeitete, ist das kaum verwunderlich.
Sie schrieb zunächst historical fiction, bevor sie sich auf Dark Urban Fantasy verlegte.

Kommentare:

  1. Argh, das Buch subt bei mir schon lange rum! Action ist immer gut. Also sollte ich es wohl mal ganz schnell lesen: :D

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    1. Ja, mich hat es auch genervt, dass es so lange ungelesen im Regal stand und ich hatte defintiv Lust darauf. Übrigens -obwohl- es im Deutschen nicht weitergeht. Kein Muss, aber nett zu lesen.

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  2. Vor paar Jahren gelesen. Fand ich damals nicht so blöde, vor allem der Humor gepaart mit der Action. Da die Serie jedoch unvollständig in Deutschland ist, hatte ich es dann aufgegeben. Momentan gibt es von dieser Art Roman ein Überangebot, da sticht Zodiac nicht mehr heraus, bin also bei deiner Meinung, kein Muss aber ein Kann.

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