Montag, 30. Dezember 2013

Der literarische Rückblick 2013


Der Vorgänger "Der literarische Rückblick 2012" ist HIER zu finden.

Auch im Jahr 2013 habe ich keine Seiten oder Bücher gezählt, keine Challenges bestritten, um Hype-Bücher meist einen großen Bogen gemacht - und trotzdem stets das gelesen, was ich in der jeweiligen Situation gerade brauchte. Auch wenn es insgesamt weniger Bücher waren, hatte ich das Gefühl, zufriedener zu sein, weil ich nicht mehr wahllos alles gelesen habe.
Ein Unterschied zum Vorjahr war, dass bei manchem besprochenen Buch der Erscheinungstermin sehr nahe an der Rezension lag. Grund: Ich habe mehr Bücher gekauft, als für mich üblich, einfach weil ich sehen wollte wie das ist. Als der Stapel dann aber größer wurde, bin ich zu meinem üblichen Schema zurückgekehrt; Ich kaufe dann, wenn ich das Buch auch spätestens eine Woche nach Kauf lesen kann und will, ansonsten gibt es diverse andere Möglichkeiten, es zu besorgen.
Aus meinem Vorsatz mehr Englisch in der Freizeit zu lesen ist nichts geworden, es ist ungefähr gleich geblieben, deswegen nehme ich es mir für 2014 gleich noch eimal vor. Woran es lag, kann ich leider nicht so genau bestimmen. Vermutlich aus einem Mix an Zeitmangel und ständiger Müdigkeit, was mir im vergangenen Jahr ein wenig zu schaffen gemacht hat.
E-Books waren selbstverständlich ein Thema, aber es waren deutlich mehr Printbücher, die in den "Gelesen"-Stapel gewandert sind.
Gern glaube ich, dass mich Cover wenig verleitet haben, kann es aber nicht mit Sicherheit sagen. Was die älteren Bücher angeht, so lese ich da nach Autor, nicht nach Cover (bei älteren Titeln ohnehin oft grottenhässlich). Titel, die älter als fünf, zehn, fünzehn und mehr Jahre sind, waren auch 2013 nicht nur Gäste im Regal, sondern wurden auch fleißig gelesen. Davon am besten in meiner Erinnerung verblieben ist "Sabella. Der letzte Vampir" von Tanith Lee.

Das Postfach war im zuende gehenden Jahr oftmals prall gefüllt, was zwar neue Ideen und Autoren, aber auch ganz neue Beeinflussungen für mich als Mensch, Leser und Blogger gebracht hat. Hier wuchs jedoch nur zunehmend mein Wunsch unabhängig zu bleiben - ja, es ist so einfach zuzustimmen und sich die Bücher schenken zu lassen, aber es ist oft mehr das eigene Verlangen etwas Neues besitzen zu wollen, als der tatsächliche Wunsch, diesen bestimmten Titel auch unbedingt zu lesen. Denn ist das Buch dann ein Jahr älter (oder zwei oder fünf) ist eben diesen Verlangen schon längst nicht mehr so groß - und falls doch gibt es Möglichkeiten (Tausch, (Gebraucht-)Kauf, Ausleihe etc.). 2014 werden einige Titel erscheinen, die ich wirklich gern lesen würde, von denen ich aber schon jetzt weiß, dass ich sie mir (oft aufgrund ihres Preises) nicht werde kaufen können. Durch Abwarten werde ich dann - so mein Plan - auch sehen, wie sehr mir wirklich an diesem Buch jeweils gelegen ist.
Es stört mich, wenn Verlage, Autoren oder Mediaagenturen Massenmails schreiben und dann jeder zweite Blog das gleiche macht wie ich. Wie sehr mag es Bücher stören, wenn auch sie wie eine Massenware behandelt werden - oder im Umkehrschluss gar nicht, weil sie nicht Teil der Werbestrategie sind? Wie authentisch bin ich, wenn ich REs erhalte und wie sehr beeinflusst es mich in meinem Lesen, wenn ich das Buch beinahe hinterher geworfen bekomme, statt bewusst und genau auswählen zu müssen? Ich werde das im nächsten Jahr näher beobachten. Allerdings wird 2014 - das Jahr in dem eine sehr große neue Veränderung auf mich warten wird - in dieser Beziehung eine ziemliche Herausforderung und ich bin schon jetzt gespannt, was ich Ende des Jahres dazu sagen werde.

Highlights 2013. Eine ziemlich große Überraschung war für mich "Auf dunklen Schwingen" (und die beiden Folgebücher) von Janine Cross.
Ein Buch, das seit vielen Jahren (und mindestens einem Umzug lang) in meinem Regal gestanden hat, ohne je von mir beachtet zu werden. Ein bloßer Zufall - es kippte um, als ich ein anderes hervorzog - ließ mich "kurz hineinlesen". Ich konnte nicht mehr aufhören. Der Titel war verschrieen und ich habe tatsächlich seit damals darauf gehört - und nicht gefunden, was da angeprangert wurde.
Ebenfalls gerne gelesen habe ich "Vom Tode verwest" von Jesse Bullington, das mir, obwohl viele Monate zwischen dem Lesen stehen, immer noch präsent ist. Vom Autor gibt es einen weiteren Titel in deutscher Sprache, der inzwischen in meinem Regal steht und bald gelesen wird.
Eines der ganz großen Highlights war sicher Glenda Noramlys "Die Fährte des Blinden".
Eine viel zu wenig Beachtung findende Geschichte, die mir sehr gefallen hat, war
Rachel Aarons "Meister der Stimmen". Teil 2 ist leider nur als E-Book erschienen und ob weitere Teile übersetzt werden, ist fraglich.
"Die verborgene Königin" von Alma Alexander beinhaltete alles, was eindeutig in mein sonstiges Beuteschema hineinfällt, auch wenn die Umsetzung vielleicht nicht jedermans Sache ist.
Immerhin einen Indie-Roman im Bereich Fantasy konnte ich finden: "Herz des Winters" von Madeleine Puljic, der mir alles in allem doch recht gut gefallen hat.
Empfehlenswert, weil mitunter auch einfach mal etwas anderes:
"Der Dieb" von Megan Whalen Turner und "Die Gabe der Magie" von Kathleen Duey
An der richtigen Stelle mitgenommen und dann nicht mehr losgelassen hat mich "Blutsschwestern" von Richelle Mead.
"Der Pfad der Schatten" von Kristen Britain, der vierte Teil ihrer "Grüner Reiter"
Reihe, war nur insofern ein Highlight, als dass ich ihn endlich gelesen habe. Das Buch selbst, vor allem das Ende hat mich so verstimmt, dass ich überlegen muss, ob ich auch in Teil 5 hineinsehen werde. Aber es ist ein Buch, dass bei mir geblieben ist, darum eine Erwähnung wert.
Ich bin übrigens gerade selbst überrascht, dass es doch so viele waren.

Wirkliche Missgriffe habe ich nicht zu verzeichnen, selbst wenn ich doch eine spürbare Menge an Abbrüchen vorweisen kann. Nicht immer lag das aber am Autor, vielfach auch an mir.
Was mir aber wirklich nicht gefallen hat: "Das Schwert des Königs" von Alex Bledsoe und "Beta" von Rachel Cohn.

Serienabbrüche waren 2013 ein sehr großes Thema, immer wieder habe ich Neuigkeiten dazu gefunden und auch selbst gepostet. Mittlerweile gibt es sogar schon Titel, die angekündigt waren, aber nun gar nicht erscheinen werden. Ich kann jeden Leser verstehen, der sich nicht den ersten Teil einer neuen Serie auf dem deutschen Markt kauft, sondern erst einmal abwarten will, wie weit eben diesen noch kommt. Oft ist ja nach dem zweiten oder dritten Teil Schluß.

Was die Vorsätze für 2014 angeht, so habe ich über eine Sache nachdenken müssen: Deutsche Autoren. Mit einigen anderen Bloggern und/oder Lesern haben wir festgestellt, dass wir ungern zu ihnen greifen. Nicht, weil sie schlecht(er) wären, sondern weil diverse Reaktionen auf Rezensionen/ Meinungen Anlass zur Sorge gaben. In meinem Vorhaben, mich weniger beeinflussen zu lassen, stellt aber genau das eine sehr große Hürde dar, die mir inzwischen missfällt. Ich nehme mir also vor, auch mal bewusst zu einem deutschen Autor zu greifen. Was immer das auch bringen mag, ich bin gespannt.
Nachdem mich die "Drachentempel-Saga" (Janine Cross) so positiv überrascht hat, bin ich fest geneigt dazu, weniger snobistisch an Bücher heranzugehen.
Im Hinblick auf die Serieneinstellungen möchte ich einige Re-Reads vornehmen und nach diesen dann die Reihe im Original beenden. Das wird mich auch meinem Vorsatz, mehr Englisch in der Freizeit zu lesen, bestärken.

Eine kleine Privatchallenge werde ich bestreiten, die mir schon einige Monate im Kopf herumgeistert und sich weniger mit den gelesenen Geschichten beschäftigt, sondern viel mehr mit dem Geschlecht des Autors.
Die Phantastik besitzt ja eine Menge Untergenres und einige davon werden entweder von männlichen oder weiblichen Autoren dominiert. In etwa werden sich mehr Autorinnen im Bereich Romantasy, Urban Fantasy oder Jugendbuch anfinden und in der High Fantasy wohl eher Autoren. Als ich meinen Blog mal grob abgescannt habe, ist mir aufgefallen, dass ich zwar auch männliche Autoren gelesen und rezensiert habe, es aber dennoch mehr weibliche Autoren in den Gelesen-Stapel geschafft haben - und ich habe kaum bis wenig in den Genres gelesen, die man, so denke ich, eher den Frauen zuschreibt. Darum möchte ich darauf achten, dass meine gelesenen Bücher aus der Feder beider Geschlechter stammen.
2013 habe ich männliche Autoren gelesen: Jesse Bullington, Robert Jordan (im Re-Read), Tad Williams, Kevin Hearne, Chris Beckett, Barış Müstecaplıoğlu, Alex Bledsoe, Sarwat Chadda, Myke Cole, Jay Lake, Mark Lawrence (Rezension folgt im neuen Jahr), Duncan Lay, Kelly McCullough.
Klingt erstmal nicht nach wenig, im Verlgeich zu den weiblichen Autoren (gemessen an der Gesamtsumme aller gelesenen Bücher) ist es das aber.

Einen Ausblick auf künftige Titel spare ich mir an dieser Stelle: Wunschbücher gibt es eine Menge, aber anschaffen ist das eine, sie lesen etwas ganz anderes. Und wer weiß, ob ich nicht hier und da ein neues Genre entdecken werde?

Ich wünsche uns allen schöne Lesestunden 2014!

Kommentare:

  1. Du hast genau die richtige Einstellung - viel zu viele lesen doch wirklich nur Bücher, weil sie glauben, dass sie jetzt gelesen werden müssen und greifen gar nicht mehr zu älteren Erscheinungen. Gut, in der Hinsicht könnte ich mich auch ein bisschen mehr öffnen und mehr ausprobieren. Vielleicht ist das 2014 ja der Fall...

    Deine Überlegungen zum Sich-selbst-treu-bleiben beim Bloggen kann ich auch absolut nachvollziehen. Viel zu viele Blogs lassen sich beliebig austauschen. Da bin ich froh, dass ich so viel auf Englisch lese und nicht ganz so sehr Mainstream - dadurch fühlt sich das Lesen und Bloggen direkt leichter an.

    Es freut mich zu lesen, dass du auf ein so schönes Buchjahr zurück blicken kannst und ich wünsche dir für 2014 ebenso schöne, ergreifende und spannende Bücher :)
    Guten Rutsch ins neue Jahr!

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    1. Danke, ich hoffe, Du bist auch gut reingerutscht. :)
      Ich denke, Hauptsache ist, dass man liest, was man selbst gern möchte und was in dem Moment gerade für einen "günstig" ist. Viele lesen ja Bücher, weil sie etwas "abarbeiten". Sei es, weil der RE-Stapel bald umfällt oder weil man sich mehr Klicks verspricht oder man meint, sonst nicht mitreden zu können. Oder keine Ahnung.
      Ich habe weniger gelesen, aber mehr Sachen, die ich mochte. Und ich war ausgeglichener.

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  2. Ich hoffe, du hast die Flaschenberge erfolgreich umschifft und bist gut ins neue Jahr gestartet :)
    Den Vorsatz, mehr Englisch lesen zu wollen, finde ich, ehrlich gesagt, ganz gut. In anderen Sprachen zu lesen erschließt ja schon immer eine neue Welt und erweitert den Horizont (ich gehe ja davon aus, dass du liest, wonach dir gerade ist und nicht, was gerade en vogue ist). Das Müdigkeitsargument kann ich allerdings gut nachvollziehen. Ich lese viel mehr auf Deutsch, weil ich nach einem kompletten Fremdsprachentag oft einfach nur noch für die Muttersprache empfänglich bin.
    Mir sind 2013 auch vermehrt solche Massenmails ins Postfach geflattert. In meinem Posting bin ich gar nicht darauf eingegangen, aber mich hat das schon gewundert, wie ich denn plötzlich in den Verteiler geraten bin. Vielleicht, weil ich inzwischen die eine oder andere Leserunde auf Lovelybooks mitmache, was mir sogar Spaß macht, wenn ich Zeit dafür habe. Mich setzen RE ja immer unter Druck, da nehme ich lieber keine an oder nur von Verlagen, die keine Fristen setzen.
    In Sachen "unter Druck" ärgere ich mich, dass ich so blöd war, mir schon die Nachfolgebände von angefangenen Reihen/Trilogien zu kaufen, damit das Regalfach ordentlich eingeräumt ist (sowas Blödes!). Nun stehe ich davor und weiß, dass ich diese Bücher lesen will, aber das Gefühl habe, dass sie noch gar nicht dran waren/sind, weil ich aktuell Lust auf was anderes habe.
    Auf Autor oder Autorin habe ich bisher noch gar nicht genau geachtet. Bei manchen Namen weiß man es ja gar nicht sofort ;-) Ich denke aber, ich lese auch mehr Frauen, wahrscheinlich, weil es mich frustriert, dass Männer besser schreiben können.
    Ich drücke dir die Daumen für deine Lesevorhaben!
    Liebe Grüße ins Neue Jahr!
    Sinje

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    1. Ja, sehr gut, ausgeschlafen, unfallfrei. Muss jetzt nur noch 11 einhalb Monate anhalten :)
      Ich lese beruflich auch viel Englisch und deswegen ist es entspannend, in der eigenen Muttersprache zu lesen. Aber privat lese ich andere Dinge und manches gibt es eben nicht auf Deutsch (siehe auch Serienabbrüche).
      Bei mir wurde in den Mails oft angegeben, man habe mich über eine Suchmaschine gefunden, ich nehme aber an, dass man sich einfach durch Bloglisten durchgeklickt hat.
      Männer können besser schreiben? DAS wäre mal einen Artikel wert, das hat mich überrascht aufblinzeln lassen. Wie kommst Du denn aus sowas? ;-)
      Ich drück uns beiden die Daumen!

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  3. Danke für den schönen Lese-Rückblick. Was mich interessieren würde: hast du einen Unterschied zwischen dem Print- und eBook-Lesen festgestellt - z. B. was Leseabbrüche angeht oder die Anschaffung (ist ja meist etwas günstiger)?

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    1. Danke Dir.
      Mhm, da fragst Du mich was. Ich glaube, ich entscheide mich für E-Books, wenn das Buch zu dick wäre, sprich (deutlich) über 400 Seiten hat - es sei denn es ist eine Fortsetzung und die vorherigen Bücher habe ich behalten und im Regal. Dann entscheide ich mich für E-Books, wenn der Preis zum Print erheblich günstiger ist, also mehr als die üblichen ein oder zwei Euronen. Wenn ich einen Titel sofort lesen will und den Preis angemessen finde, dann immer als E-Book. Wenn ich das Buch über Tausch oder Leihe bekommen kann, lese ich immer Print. Was den Abbruch angeht, so hat das mit dem Medium an sich wenig zu tun. Gefällt mir die Geschichte aus irgendeinem Grund nicht, dann kann auch ein E-Book noch eine Weile quer gelesen und dann abgebrochen werden. So viel wie ich lese, wäre es Quatsch, NICHT auf den Preis zu schauen. Und E-Books verleihen sich so blöd (Art, Zeitdauer etc.). Außerdem vergesse ich beständig meinen Reader aufzuladen und dann bleibt mir ja nur Print übrig ;-)
      Und bei Dir so?

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