Samstag, 16. November 2013

(Gesammelt) Bücher, die es nie zur Rezension geschafft haben


Messias Maschine - Chris Beckett
Überall auf der Welt werden Wissenschaftler wie Ketzer verfolgt. Wer entkommen kann, flieht nach Illyria, das Mekka der Technik und des Fortschritts. Hier verliebt sich der schüchterne George in die schöne Lucy – eine hochentwickelte Roboterfrau, die keine Gefühle hat. Oder vielleicht doch? Als sich bei Lucy die ersten Anzeichen eines erwachenden Bewusstseins zeigen, weiß George, was geschehen wird: Die Behörden werden wie bei jeder anderen Maschine, die nicht mehr einwandfrei funktioniert, die Festplatte löschen. Ein ganz normaler Routinevorgang – oder doch nichts anderes als Mord? Die einzige Chance, Lucy zu retten, ist die Flucht aus Illyria in die feindliche Außenwelt ...
Ein Roman, von dem ich am Anfang dachte, dass es einer dieser besonderen werden könnte, dann aber schon nach dem ersten Drittel feststellen musste, dass dem wohl nicht so sein würde, da alles doch recht aufgesetzt wirkt. Und dabei leider auch nicht bis ins Letzte durchdacht, was dann leider zu seltsam anmutenden Konstruktionen sowohl in Handlung als auch Charakteren geführt hat; vielleicht ist auch zu viel herumgedoktert und zusammengeschustert worden. Die zusätzlich in gewissem Rahmen vorhersehbare Handlung, gerade auch gegen Ende hin, schien damit unvermeidlich. Sich einer ziemlichen Ratlosigkeit nach dem Zuschlagen des Buchdeckels zu erwehren, war schwierig. Doch bis dahin war es ein steiniger Weg, sowohl für George als auch für mich.
Chris Becketts Debüt lässt jedoch erahnen, zu was es der Autor einmal bringen kann und die "Messias Maschine" zu lesen, empfand ich nicht als Zeitverschwendung. Ganz rund war es aber noch nicht.


Ash Mistry und der Dämonenfürst - Sarwat Chadda
Eigentlich will Ash nur möglichst schnell wieder nach England zurück. Das bunte, exotische Indien ist einfach nicht sein Ding es ist viel zu heiß und chaotisch. Doch dann gerät er plötzlich in den Besitz einer alten Waffe der Götter und wird von Dämonen und dem bösen Magier Lord Savage gejagt. Das war es dann wohl erst einmal mit der Heimreise.
Jetzt muss Ash nicht nur sein eigenes Leben retten, sondern ganz nebenbei auch noch die ganze Welt.
Eine Geschichte für eher jüngere Leser, deren Besonderheit auf jeden Fall im indischen Lokalkolorit liegt. Chadda, selbst indischer Abstammung, schreibt authentisch und durchaus bildlich. Dabei werden seine Figuren nicht geschont und hier und da gibt es Szenen, die auf den ersten Blick zu brutal für Kinder wirken, in etwa schon am Beginn, wenn Onkel und Tante verunglücken und dies sehr detailliert beschrieben wird. Auch später entwickeln sich Handlungsszenen, die das Buch für die empfohlenen elf Jahre dann doch ungeeignet machen.
Die Figuren indes sind sympathisch und wachsen an ihrem Schicksal. Was sie erleben wirkt echt und wird vom Autor spannend rübergebracht.
Für mich selbst hat der allerletzte Kick gefehlt, wer aber mal etwas anderes sucht, sowohl im Handlungsort, als auch der Mythologie, die der Fantasygeschichte zugrunde liegt, sollte zugreifen. So zwischendurch ist es eigentlich ganz lesenswert.

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