Sonntag, 5. Mai 2013

(Gesammelt) Abgebrochene Romane


Ich fürchte mich nicht - Tahereh Mafi
Ich habe eine Gabe. Ich bin das Leben. Berühr mich.
"Du darfst mich nicht anfassen", flüstere ich. "Bitte fass mich an", möchte ich in Wahrheit sagen. Aber wenn man mich anfasst, geschieht Seltsames. Schlimmes.«
Ihr Leben lang war Juliette einsam, eine Ausgestoßene – ein Monster. Ihre Berührung ist tödlich, man fürchtet sie, hat sie weggesperrt. Bis die Machthaber einer fast zerstörten Welt sich ihrer als Waffe bedienen möchten. Doch Juliette beschließt zu kämpfen – gegen die, die sie gefangen halten, gegen sich selbst, das Dunkel in ihr. An ihrer Seite ein Mann, zu dem sie sich unaufhaltsam hingezogen fühlt. Ihn zu berühren ist ihr sehnlichster Wunsch – und ihre größte Furcht ...
Abgebrochen auf Seite 117 (von 316).
Nachdem ich schon viel von diesem Roman gehört habe und ihn schließlich ertauschen konnte, machte ich mich umgehend ans Lesen. Dass ich aber überhaupt soweit gekommen bin, verdankt die Geschichte allein den öffentlichen Verkehrsmitteln.
Tahereh Mafi liebt augenscheinlich die Übertreibung, die sich sowohl in Handlung als auch Schreibstil wiederfinden.
Juliette, die Ich-Erzählerin, leidet leidet leidet. Ihr Leben begann schon furchtbar furchtbar furchtbar und obwohl sie immer versucht hat, es allen recht zu machen, liebten ihre Eltern ihre Erzeuger sie nicht. Alle gaben ihr die Schuld Schuld Schuld an allem, was je schief gelaufen ist. Aber sie ist nicht verrückt nicht verrückt nicht verrückt nicht verrückt nicht verrückt nicht verrückt nicht verrückt nicht verrückt nicht verrückt!
Nun ja, jedenfalls sind alle gegen die Teenagerin und damit trifft Mafi sicher den Nerv vieler gleichaltriger Mädchen. Man fühlt sich in der Pubertät ja gern mal unverstanden und abgelehnt und obwohl man doch etwas Besonderes ist, sieht es niemand. Mafi jedoch übertreibt es maßlos. Und Juliette berührt einen trotzdem nicht, denn sie bleibt inhaltslos; außer, dass ihr stets Schlimmes wiederfuhr, das es schnell scheint, sie fühle sich in der Rolle des gepügelten Hundes wohl, gibt es sonst nichts, was sie ein wenig individueller machen würde.
Als schließlich der junge Adam in ihre Zelle gesperrt wird, gleich am Anfang übrigens, fasst sie recht schnell Vertrauen. Die Beziehung der beiden läuft recht unglaubhaft ab, was aber auch dem Alter der Zielgruppe geschuldet und damit überlesen werden kann.
Mafis Art zu schreiben ist zusätzlich sehr anstrengend. Sie arbeitet mit Bildern und Metaphern, setzt diese aber nicht dezent und passend ein, sondern hintereinanderweg ohne Punkt und Komma - buchstäblich. Ein wenig habe ich es an einem der oberen Absätze versucht wiederzugeben, nicht schwer zu erraten welcher.
Die immense Anstrengung beim lesen nun ist leider so gar nichts für mich, so dass ich das Buch gern wieder abgegeben habe.


Æthermagie - Susanne Gerdom
Die junge Baronesse Kato von Mayenburg lebt in einer vom Krieg zerrissenen Welt, in der alles von der magischen Energie, dem Æther, abhängt. Sie kommt dem düsteren Geheimnis der Elementare auf die Spur, die den Æther, für die Menschen produzieren müssen und von diesen in unwürdiger Knechtschaft gehalten werden. Auf der Flucht vor der Geheimpolizei verschlägt es sie in die geheime Abteilung D der Kaiserlichen Irrenanstalt am Brünnlfeld. Wer ist der Drahtzieher hinter den grausamen Versuchen an Irrenhausinsassen? Während sie ihr altes Leben hinter sich lässt, begegnet Kato den Brüdern Milan, der kaiserlichen Prinzessin, einer illustren Geheimgesellschaft in der Kanalisation unter Wien, einem zwielichtigen Nervenarzt und dem Zeit und Raum manipulierenden Professor Tiez, der weitaus harmloser wirkt, als er in Wirklichkeit ist.
Abgebrochen bei 36 Prozent des PDFs (insgesamt 446 Seiten).
Den Roman habe ich zum lesen von der Autorin erhalten, die ich sonst als Person und in ihren Werken sehr schätze. Leider hat mich "Æthermagie" auf dem völlig falschen Fuß erwischt. Es handelt sich nämlich nicht um einen klassischen Jugendroman, denn neben der Heldin Kato, die ein Teenager ist, wird auch aus Sicht verschiedener Erwachsener berichtet. Und dies ziemlich düster. Denn die geheime Abteilung D dient grausamen Versuchen an Insassen und Susanne schafft es, dies ziemlich realistisch darzustellen. Nun halte ich mich gewiss nicht für ein Weichei, aber ich habe nicht mit Derartigem gerechnet. Und es dann leider nicht ausgehalten.
Hinzu kommt, dass ich Kato und Katalin mehrfach verwechselt habe, obwohl beide auf den ersten Blick nichts gemein zu haben scheinen; sie sind nicht gleich alt, kennen sich nicht (bis zu dem Zeitpunkt des Abbruchs) und üben verschiedene Berufe aus.
Was mir allerdings sehr gefallen hat, war das erste Kapitel und die vielen kleinen Details im weiteren Verlauf der Geschichte. Dinge, auf die man auch erst einmal kommen muss und die mit sehr viel Liebe hineingeschrieben wurden.
So war "Æthermagie" nun leider nichts für mich im Speziellen, ich möchte trotzdem zum lesen raten, es wird locker und unterhaltsam geschrieben, viele kleine Dinge am Rande gestalten die Geschichte lebendig. Wer ein bisschen Düsternis wegstecken kann, sollte zugreifen.

Kommentare:

  1. Ich fürchte mich nicht habe ich zwar zu Ende gelesen, aber ich fand es wirklich schlecht.
    Aethermagie hab ich noch auf dem SuB, da bin ich ja mal gespannt...

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    1. Ich konnte es einfach nicht beenden, aber es gibt ja viele, denen es gut gefallen hat.
      Athermagie war nur persönlich nicht meins, das liest sich aber gut weg. Einfach versuchen ;-)

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  2. karin6.5.13

    Hallo Soleil,

    nun ich fand Athermagie klasse, denn Steampunkgeschichten sind leider zur Zeit eher weniger auf dem Markt zu finden.

    Außerdem fand ich persönlich die ganze Sache spannend gemacht mit der Atherwesen und der Magie dazu.

    Aber gut jeder tickt da anderster.

    LG..Karin..

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    1. Ich lese auch alles an Steampunk, was ich finden kann und hoffe, dass sich das nicht so schnell im Sande verläuft und keiner mehr im Genre schreibt.
      Mir hats ja auch gefallen, wie ich schrieb, aber letztendlich war es nicht ganz meins.

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  3. Oh nein, Soleil, die wollte ich doch beide noch lesen :-(. So ein Mist. Dabei habe ich bisher von "Ich fürchte mich nicht" auch Gutes gelesen und bin natürlich jetzt wirklich am Überlegen, ob ich es dennoch wagen sollte. Ich bin in letzter Zeit von Jugendbüchern ja auch so schnell genervt ...

    Und "Aethermagie" steht schon ein Weilchen auf meiner Wunschliste ... aber so grausame Sachen lese ich auch nicht gerne ...

    Viele Grüße
    Sandra

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    1. Was hält Dich ab? *g*
      Ich habe von Buch 1 auch meist nur Gutes gehört, bis ich auf eine negative oder einfach kritischere Stimme gestoßen bin. Schließlich musste ich es einfach mal selbst probieren und was soll ich sagen ...
      Wirklich wissen wirst Du es auch nur, wenn Du es versuchst.
      Von Jugendbüchern lasse ich erst einmal die Finger, von denen hatte ich jetzt gerade wieder eine hohe Dosis und mein Regal gibt noch so viel mehr her!

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    2. Was mich abhält? Ich habe in letzter Zeit so viele Jugendbücher gelesen, und so manches hat mich nicht überzeugt. Bei anderen Büchern musste ich mich zwingen weiterzulesen, kurzum: ich vermisse in letzter Zeit jene Bücher, die mich völlig bannen, fesseln und die ich liebe ;-).
      Ich will nicht noch mehr von der Sorte lesen, die mehr so lala sind ...

      Verstehst du? :-)

      Viele Grüße
      Sandra

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