Donnerstag, 7. März 2013

Die letzte Dämmerung - Ellen Connor


Titel: Die letzte Dämmerung
Autorin: Ellen Connor
Originaltitel: Nightfall
Verlag: Blanvalet
ISBN: 3442268923
Euro: 8,99
Veröffentlichungsdatum: November 2012
Seiten: 448
Serie: Dark Age Dawning 01
Come in: Kauf







Inhalt

Obwohl die Welt ihr Antlitz für immer verändert hat und die Zivilisation unterzugehen droht, gibt es einige wenige, die die neue Lage ignorieren. Zu ihnen gehört auch Jenna Barclay. Doch dann wird sie direkt vor ihrer Haustür von John Mason in die Wildnis Oregons entführt - gerade noch rechtzeitig, bevor das Chaos auch die letzte sichere Zuflucht erreicht.
Mason behauptet, Jennas Vater vor dessen Tod das Versprechen gegeben zu haben, auf seine Tochter zu achten und sie vor allem Ungemach zu schützen. Und davon gibt es einiges, denn die Menschen verwandeln sich beinahe unkontrolliert in wilde Bestien und fallen alles und jeden an.
Als eine Gruppe Überlebender bei den beiden auftaucht, müssen sie sich zusammenraufen und für deren Sicherheit sorgen. Dabei kommen sie sich näher, doch Jenna muss gegen ihren Stolz und John gegen seine geglaubte Unzulänglichkeit ankämpfen.



Meinung

Der erste Teil der "Dark Age Dawning" Trilogie, in der je ein neues Paar zueinander findet, war ein reiner Spontankauf, bei dem nicht zuletzt das Cover eine Rolle gespielt hat. Ein Blick auf das Original verrät jedoch schnell den Unterschied, auf den man im Deutschen doch besser hätte eingehen können (und sollen). Eine reine Dystopie und der damit verbundene Kampf ums Überleben liegt hier nicht vor. "Die letzte Dämmerung" ist ein Liebesroman mit dystopischem Setting, wem das nicht liegt, sollte nicht zugreifen.
Jenna ist eine junge Frau, von deren Vergangenheit nur wenig zu erfahren ist. Einzig ihr Vater wird mehrmals thematisiert, um die Verbindung zu Mason herzustellen. Dass aber genau dieser Vater lange vor Einbruch der Katastrophe davor gewarnt hat und zudem eine Art Survivaltraining mit seiner Tochter abgehalten hat, spricht nicht gerade für sie. Denn obwohl die Anzeichen nicht zu übersehen sind, ignoriert Jenna sie schlicht.
Mason ist ein ehemals vernachlässigtes Kind, das erst durch Jennas Vater geformt wurde. Die Beziehung der beiden ist roh, er wirft sie sich schon zu Beginn über die Schulter und schleppt sie fort und dergestalt setzt sich das Ganze dann fort. Immerhin: Jenna weiß, wie eine Waffe benutzt wird und kann sich den Angriffen der Menschenhunde stellen.
Leider wird die Beziehung nur körperlich geschildert, obwohl auch Gefühle vorgegaukelt werden, bleibt die Geschichte dafür eine Spur zu oberflächlich. Die Charaktere gehen kaum in die Tiefe, alles neben Jenna und Mason ohnehin nicht. Vielleicht hätten einige der Kämpfe gestrichen oder gekürzt werden sollen, um sich der Paarbeziehung widmen zu können. So ist zwar alles da, streift aber nur, statt zu berühren.
Was genau "die Katastrophe" ist und wie sie ausgelöst wurde, wird nicht genannt. Nur vage Vermutungen, die kaum zu verstehen sind, werden geäußert. Menschen verwandeln sich nach Bissen anderer Menschenhunde in ebensolche, manchmal auch nicht, dann sterben sie einfach nur. Irgendwo in Osteuropa hat es angefangen. Viel zu schwammig, um zufriedenstellend zu sein, aber das dystopische Umfeld des Romans gerät ohnehin stark in den Hintergrund.
Zunächst sitzen Jenna und Mason in einer einsamen Hütte fest, bis sich weitere Überlebende zu ihnen gesellen. Diese Gruppe ist altbekannt, die Lehrer sterben als erste und auch das obligatorische (übersinnlich begabte, weibliche) Kind fehlt nicht. Sie flüchten in eine Art Bunker und verlassen diesen nur kurz, um Reparaturmaterial zu holen, sonst bleibt es beim Setting. Dass also Gruppenbeziehungen, aber vor allem Jenna und Mason im Vordergrund stehen, dürfte eindeutig sein. Dabei sind die Gedanken des Paares aber leider sehr aufdringlich geraten und nicht zuletzt Masons stetig "zuckender Schwanz" gab schließlich sogar Anlass zur Sorge. Denn zunächst baut sich nur viel sexuelle Frustration auf, bis beide es dochnoch zu einigen erotischen Szenen schaffen. Diese sind roh und schnell, wie die gesamte Handlung. Gerade ab der Hälfte des Romans wechseln sich Actionszenen und erotische gegenseitig ab. Das sorgt auf seine Art natürlich für fliegende Seiten, wenn die Geschichte es aber auch verkraften kann, einige Seiten einfach umzublättern - verpassen wird man nichts.
Das Ende als Happy End zu sehen, gelingt nur fade. Gelöst ist nichts und zu glauben, man sei so sicher, erweist sich sicher auch schnell als viel zu gutgläubig.
Als Liebesroman mit dystopischem Mantel sei Ellen Connors Werk durchaus empfohlen. Zwar bleiben die Gefühle recht oberflächlich, dafür darf Jenna den rauen Krieger mit Selbstzweifeln heilen und glücklich machen und auch selbst den ein oder anderen Feind erlegen. Über diverse gewöhnungsbedürftige Dialoge ist da auch mal schnell hinweggelesen und genug Action zur Abwechslung davon gibt's auch.


Dark Age Dawning Trilogy
1. Nightfall (Die letzte Dämmerung)
2. Midnight (Die letzte Zuflucht)
3. Daybreak

http://ellenconnor.com/
http://www.annaguirre.com/
http://www.carrielofty.com/
Ellen Connor ist das Pseudonym des Autorenteams Ann Aguirre und Carrie Lofty. Ann Aguirre ist der Shootingstar der Future Romance, dem neuen großen Lesetrend aus den USA, und Carrie Lofty begeistert die Leserinnen mit ihren wunderbaren Liebesromanen. Für ihr Pseudonym standen Ellen Ripley (aus dem Film Alien) und Sarah Connor (aus Terminator) Pate.

Kommentare:

  1. Interessant, dass wir hier komplett unterschiedlicher Meinung sind. Ich fand den schnellen Wechsel zwischen Action und Erotik aufregend und gelungen und auch die Charaktere alles andere als oberflächlich. Über stereotyp kann man sich streiten...
    Natürlich ist "anspruchsvoll" kein Prädikat, das sich dieses Buch auf den Leib schreiben kann, aber ich für meinen Teil war begeistert :-) - Auch wenn ich angesichts deiner Rezi so ein bisschen den Eindruck hatte ich wäre "billig zu haben" und leicht verführt von effekthascherischen Büchern. Aber selbst wenn :-) :-)

    LG
    Armitage

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    1. Ja, manchmal sind wir SO unterschiedlich, das ich es kaum glauben kann. Aber oft genug sind wir ja einer Meinung ;-)
      Ich denke, es ist unter Umständen auch Ansichtssache. Bei mir war sicherlich schon ein Problem, dass ich mit falschen Erwartungen herangegangen bin. Wie ich oben ja ausch schreibe, ist es gelesen als LiRo in Ordnung und macht sicher Spaß.
      Leicht verführt werden wir sicherlich alle, wenn man unseren richtigen Knopf findet, das hat also nicht viel zu sagen ;-)

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  2. Ohaaa hätte ich das Orginalcover mir nur vorher angesehen :O erlärt einiges...
    Ich hatte mich auf das Buch richtig gefreut und nachdem alle von "Die Enklave" so begeistert waren bzw. allg von Aguirres Büchern geschwärmt wurde war ich gelinde gesagt nach den ersten Seiten ehm ja überrascht. Atm kommt es mir eher wie ein erotischer (verkappter Liebes)Roman vor, der zufälligerweise in einem dystopischen Setting vorkommt. Iwie will ich auch beinah nicht weiterlesen. Ich hoffe mal das "Die Enklave" besser ist, denn das Buch subbt bei mir noch. LG

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    1. Ich habe noch kein anderes Buch der Autorin (also einer davon) gelesen. Nach einer Leseprobe hatte ich mich aber gegen die Enklave entschieden. Beider Bücher kann und sollte man aber nicht miteinander vergleichen, denke ich.
      Da bin ich ja nicht als Einzige hereingefallen. Das ist aber eine Sache die mir in letzter Zeit desöfteren negativ am Verlag auffällt. Der vermarktet die Bücher nicht nach Inhalt ... mal sehen wie lange die Leser das mitmachen.

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