Donnerstag, 21. März 2013

Das Erbe der Krone - Susan Price


Titel: Das Erbe der Krone
Autorin: Susan Price
Originaltitel: Elfgift
Verlag: Bastei-Lübbe
ISBN: 340420624X
Euro: 7,99
Veröffentlichungsdatum: August 2010
Seiten: 223
Serie: Elfling 01
Come in: Tausch







Inhalt

Als der König stirbt, wählt er nicht einen seiner legitimen Söhne als Nachfolger aus, sondern ausgerechnet den Bastard Elfling. Der Sohn einer Elfin, die bei dessen Geburt verstarb, wurde von einer gewöhnlichen Bäuerin aufgezogen und macht durch seine außergewöhnlichen Heilfähigkeiten von sich Reden.
Doch es geht um mehr: Die Königin, die Jahre zuvor gestorben ist, hat die christliche Religion im Reich und bei ihren Söhnen eingeführt. Athelric, der Bruder des Königs will jedoch nicht tatenlos dabei zusehen, wie die Priester den alten Glauben verdrängen und hofft, diesen durch Elfling bewahren zu können.
Sich vom Thron vertreiben zu lassen, fällt den drei rechtmäßigen Nachkommen jedoch nicht ein. Einer von ihnen zieht aus, um Elfling und all seine Leute zu töten. Einzig Elflings Abwesenheit bewahrt ihn, und ihn allein, vor dem Tod. Doch im Zorn tötet er seinen Halbbruder mit Hilfe einer Walküre, die ihm schließlich anbietet, ihn das Kämpfen zu lehren, auf dass er Rache üben kann.
Die junge Ebba, eine Unfreie auf Elflings Hof und in ihn verliebt, erlebt alles mit und kann den Leuten des Königs berichten. Ihr Leben ändert sich von Grund auf, so wie sich auch Elflings Leben von Grund auf verändern wird. Er ist zum König ausersehen und er will seinen rechtmäßigen Platz einnehmen.

Cover

Das Cover hat mir sehr leid getan, denn dieser Roman hat ein solches defintiv nicht verdient. Wie lange habe ich selbst gewartet, den Roman zu lesen, weil ich hinter dem Buchdeckel etwas vermutet habe, dass es so dort nicht gibt. In der vorliegenden Form möchte man den Roman gar nicht ernst nehmen.
Nun ja, die Illustration stammt jedenfalls von Oliver Wetter und wurde vom Guten Punkt weiterverarbeitet.
Es hält sich sehr an die Originalvorgabe, hätte jedoch deutlich verändert werden sollen, da es sich weder um ein Kinderbuch, noch um eine Graphic Novel handelt.
Übrigens: Die Elfling-Saga wurde auch als Doppelband in deutscher Sprache herausgegeben, der ein wesentlich anschaulicheres Cover besitzt.


Meinung

Der erste Teil der Elfling-Saga spielt nicht, wie zunächst erwartet, in (irgend)einer phantastischen Welt, sondern wurde im schätzungsweise 5. Jahrhundert der unseren angesiedelt. Die Grundsituation ist derer von Marion Zimmer Bradleys "Die Nebel von Avalon" nicht unähnlich, in der ebenfalls die christliche Religion auf dem Vormarsch ist und den alten Glauben verdrängt. Wirklich vergleichen kann man beide Werke jedoch nicht.
Der Bezug zu unserer Welt ist jedoch nicht allzugroß, so dass kein vordergründig historischer Roman entstanden ist, sondern einer, der noch genug Mittelalterfantasy-Feeling zu bieten vermag. Dennoch ist "Das Erbe der Krone" nichts für den typischen Fantasyleser; auch wenn es zeitlich mit Tolkiens Großwerk vergleichbar ist, in etwa in Bezug auf Gebäude wie der Goldenen Halle in Edoras, ist Price' Werk einfach anders und eigenständiger. Zudem wird es im Original für jüngere Leser empfohlen. Davon möchte ich jedoch abraten, denn es ist stellenweise doch recht roh.
Die junge Ebba nimmt einen nicht unerheblichen Teil der Erzählung ein und sie ist so auch einer der am fassbarsten Charaktere geworden. Dabei hat Susan Price es wunderbar verstanden, die Welt aus den Augen der unfreien Magd, die nie ihren Hof verlassen hat zu schildern. Auch Elfling wird durch ihre Empfindungen und Gedanken zu einer wirklichen Person, die in dem zunächst überschaubaren Umfeld des Hofes mit seinen Stallungen vorgestellt wird. Die Erzählperspektive wechselt jedoch zwischen ganz unterschiedlichen Personen, so dass die Geschehnisse aus jeweils anderen Blickwinkeln und sehr lebendig geschildert werden.
Das erste Drittel des Romans ist so nicht nur lesenswert, sondern beinahe grandios gelungen. Dann jedoch fasert das Geschehen zusehens auf. Die anfängliche Genauigkeit verliert sich zusehens und hier und da scheint es, als wären einige Teilsequenzen übersprungen oder zumindest gestaucht worden. Da hätte mehr Länge wohl getan, was aber unter Umständen auch Geschmackssache sein kann. Was jedoch nicht zu übersehen ist, ist die enorme Wandlung in zu kurzer Zeit von ganz diversen Charakteren und auch deren Beziehungen zueinander. Am Ende geht dann alles ganz schnell und aus ist's.
Und trotzdem ist Susan Price eine Autorin, die man sich merken sollte, so wie auch die Fortsetzung von "Das Erbe der Krone" bereit liegen sollte. Hier schreibt Verstand gepaart mit alten Mythen und dem Herz auf dem rechten Fleck, auch wenn das leider oftmals recht oberflächlich aus der Feder fließt.
Wer nicht immer nur Mainstream und überhaupt ständig das gleiche lesen möchte, sollte es mit dem nur knapp zweihundert Seiten dünnen Roman versuchen.

Notiz am Rande:
Teil 1 und 2 der Elfling-Saga haben zwei unterschiedliche Übersetzer erhalten. Inwiefern sich das auf die Geschichte und ihre Atmosphäre auswirken wird, bleibt abzuwarten. Was für generelle Probleme Übersetzer Nr. 2 hatte, kann hier nachgelesen werden.

Elfling-Saga:
1. Elfgift (Das Erbe der Krone)
2. Elfking (Das Heer der Toten)

http://www.susanprice.org.uk/
Geboren 1955 schreibt Susan Price im phantastischen Bereich, Science Fiction genauso wie Geistergeschichten und greift gern alte Mythen und Legenden auf. Neben vielen Jugendromanen, gibt es ebenfalls einige für erwachsene Leser. Mit "The Sterkarm Handshake" gewann sie den renommierten Guardian Children's Fiction Award und wurde damit auch in Deutschland bekannt. In England hat Susan Price an die 50 Bücher veröffentlicht.

Kommentare:

  1. karin21.3.13

    Hallo Soleil,

    welche Kritik verbirgt sich hinter Deiner Meinung zu Cover?

    Ich habe keine Ahnung von dieser Art von Büchern/Aufmachung dazu, bin aber gerne bereit etwas dazu zu lernen. Ist es zu kitschig oder...?

    Bitte schreibe da mal was dazu und auf was frau als Anfänger achten soll.

    LG..Karin...

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    1. Mhm, ich dachte eigentlich, das stünde alles oben drin.
      Ich weiß nicht, ob man überhaupt aufs Cover in erster Linie achten sollte, Anfänger oder nicht. Manchmal jedoch, wie eben in obigem Beispiel, ist es so ... seltsam, dass es sogar vom Lesen abhalten kann.
      Natürlich haben sie sich schon ans Original gehalten, aber da ist das Buch ja auch nicht wirklich angekommen.
      Es gaukelt einfach etwas vor, dass nicht gegeben ist. Hier muss man sagen: Zum Glück!

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    2. karin24.3.13

      Nun, ich bin einen Augenbuchkäuferin.Hihi...

      mein erster Eindruck von/über ein Buch geht bei mir halt über die Augen, deshalb wohl auch meine Frage dazu, denn den Klapptexen glaube ich schon lange nicht mehr..

      LG

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  2. Hallo Soleil,

    du schreibst "Was für generelle Probleme Übersetzer Nr. 2 hatte, kann hier nachgelesen werden."

    Wo findet man das?
    Gibt es dazu einen Link??
    Du hast mich neugierig gemacht

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  3. @Darstar: Ähm ja? Unter dem "hier". ;-)

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  4. upps. Da hab ich mich wohl verguckt. Ich hätte geschworen, ich bin über das "Hier" mit dem Mauszeiger und hab nicht erkannt, dass es ein Link ist.

    Danke!

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    1. Ja, das mache ich sonst auch größer und wollte es mal so probieren. Da mache ich es zukünftig vielleicht lieber wie vorher ;-)

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