Donnerstag, 27. Dezember 2012

Die Erbin der Welt - N.K. Jemisin


Titel: Die Erbin der Welt 
Autorin: N.K. Jemisin
Originaltitel: The Hundred Thousand Kingdoms
Verlag: Blanvalet
ISBN: 3442266696
Euro: 9,95
Veröffentlichungsdatum: Februar 2011
Seiten: 448
Serie: Das Erbe der Götter 01
Come in: Tausch






Inhalt

Yeine Darr ist die Enkelin des Herrschers der Welt und wird nach dem Tode ihrer Mutter an seinen Königshof gerufen. Sie traut ihrem Großvater Dekarta vieles zu, denn dessen einzige Tochter verließ den Hof gegen seinen Willen, um ihrer Liebe zu folgen. Als er Yeine dann jedoch nicht tötet, sondern als seine dritte mögliche Erbin einsetzt, ist die ganze Welt überrascht.
Schon am ersten Tag muss Yeine sich nun gegen zahlreiche Angriffe wehren und in einer ihr unbekannten Umwelt zurecht kommen. Dabei findet sie jedoch Unterstützung in den Sklaven Elysiums - in Ketten gelegten Göttern. Besonders der kindliche Si'eh und sein Vater Nahadoth üben einen ganz eigenen Reiz auf sie aus. Doch sie helfen ihr nicht ganz uneigennützig. Nach Jahrtausenden der Gefangenschaft erhoffen sie sich ihre Freiheit und glauben, dass Yeine ihnen diese bringen kann. Als Yeine mehr über ihre Mutter erfahren möchte, deckt sie ein Geheimnis auf, dass die ganze Welt in einen neuen Götterkrieg stürzen könnte - und muss sich entscheiden, auf welcher Seite sie stehen will.



Meinung


"Die Erbin der Welt", die als in sich abgeschlossen betrachtet werden kann, ist eines dieser wenigen Bücher, die einen nach dem Lesen zwiegespalten zurücklassen. N.K. Jemisin hat ihrem Roman eine grandiose und auch recht neue Idee zugrunde gelegt, aber leider in der Umsetzung hier und da noch nicht den Bogen raus gehabt und zudem gerade auf der Hälfte der Storyline öfter einmal den eigentlichen roten Faden aus den Augen verloren.
Sprachlich benötigt es auch einige Gewöhnung, um die Art der Erzählung zu verdauen. Die ersten Seiten schon beginnen wie eine Nacherzählung und es dauert ehe klar wird, dass dem tatsächlich so ist, denn Yeine berichtet ihre Erlebnisse einer bestimmten Person aus dem Gedächtnis heraus.
Wer sich darauf einlässt wird einen unterhaltsamen Anfang, der jede Menge Möglichkeiten bietet, vorfinden. So ist der Beginn des Romans und auch dessen Ende wirklich gelungen, wenngleich zunächst so einige Informationen auf den Leser warten. Einiges davon habe ich selbst erst kurz vor Ende verstanden, was aber, so denke ich, nicht von der Autorin geplant war. An der Detailausarbeitung darf also gern noch gearbeitet werden; es war zwar nichts Weltbewegendes, aber leichtes Stirnrunzeln sollte es auch nicht unbedingt geben müssen.
Yeine ist eine sympathische Person, die sich auch ganz wacker schlägt und zumindest für mich sehr lebendig geworden ist. Nicht alle ihre Entscheidungen waren nachvollziehbar und vielleicht hätte es hier und da noch mehr Informationen zu ihrem vorherigen Leben geben sollen, insgesamt war das aber schon in Ordnung.
Leider bleibt der Kampf um den Thron fast vollständig aus. Es werden keine großartigen Intrigen gesponnen oder Mordkomplotte geschmiedet, das Wenige, das in dieser Hinsicht geschieht, fällt beinahe nicht auf. Die Handlung konzentriert sich auch vielmehr auf Yeine und die gefangenen Götter. Dabei hätte es hier aber durchaus einige Kürzungen vertragen können, denn mittig zieht es sich doch ziemlich. So konnte ich mich gegen Ende auch nicht dagegen wehren zu denken, dass dieser Roman am besten auf eine Trilogie verteilt hätte werden sollen. So hätte Yeine ausführlicher von ihrer sehr interessanten Vergangenheit berichten können - in eigenen kleinen Szenen, nicht in diesen meist merkwürdig anmutenden Einschüben - die bisher nur angedeuteten Intrigen mit ihren Cousins hätten ausgebaut werden und vor allem die Vergangenheit des Landes und die Göttergeschichte hätte mehr Informationen liefern können. Denn einerseits wirft die Autorin mit, natürlich sehr wichtigen, Fakten nur so um sich und dann wirkt es wieder so, als wüsste man nicht genug. Da wäre eine größere Ausgewogenheit wünschenswert gewesen.
Insgesamt eine interessante Konstellation, die durchaus für Unterhaltung und Kopfkino sorgt, aber leider noch nicht völlig zu überzeugen vermag. Nichtsdestotrotz wird es meinerseits sicher einen Blick in die Fortsetzung(en) geben.


Das Erbe der Götter:
1. The Hundred Thousand Kingdoms (Die Erbin der Welt)
2. The Broken Kingdoms (Die Gefährtin des Lichts)
3. Kingdom of Gods (Die Rivalin der Götter)

http://nkjemisin.com/
N.K. Jemisin ist Therapeutin, politische Kommentatorin und Feinschmeckerin. Sie schreibt, seit sie zehn Jahre alt ist. Allerdings wird sie alles tun, damit ihre frühen Arbeiten nicht öffentlich gemacht werden. Sie lebt in New York City.

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