Donnerstag, 13. September 2012

Tote Paten küssen besser - Casey Daniels


Titel: Tote Paten küssen besser
Autorin: Casey Daniels
Originaltitel: Don of the Dead
Verlag: Feder und Schwert
ISBN: 3867620466
Euro: 10,95
Veröffentlichungsdatum: April 2009
Seiten: 316
Serie: Ein Fall für Pepper Martin 01
Come in: Tausch







Inhalt

Penelope, Pepper, Martin muss nach einem Betrugsversuch ihres Vaters nicht nur ohne dessen großzügige Unterstützung auskommen, sondern wird auch von ihrem Verlobten fallen gelassen. Mit einem mauen Studienabschluss in Kunstgeschichte jobbt Pepper als Fremdenführerin auf einem Friedhof. Dabei begegnet sie dem Mafioso Gus Scarpetti, der seit dreißig Jahren versucht herauszufinden, wer ihn einst umgebracht hat. Geschockt davon, nach dem Treppensturz einige Tage zuvor plötzlich Geister sehen zu können, lässt Pepper sich im Krankenhaus untersuchen und trifft dabei auf den etwas schussligen, aber süßen Dr. Dan Callahan - der aber leider nur an ihrem Gehirn interessiert ist.
Gus lässt der jungen Frau jedoch keine Gelegenheit, um das zu ändern, denn er drängt sie dazu, ihm bei der Aufklärung seines Todes zu helfen - ein Angebot, das sie nicht ausschlagen kann. Und das sie in große Gefahr bringt ...
Dann begegnet Pepper auch noch dem smarten Polizisten Quinn Harrison, der ihr mehr als deutlich macht, dass er mehr will.

Cover

Die Umschlagillustration stammt von Oliver Graute.
Mädchen mögen Rosa, aber Pepper wird eindeutig mit BH-Größe 85D beschrieben und dürfte so dem Covermodell nicht entsprechen - ein Detail, das kaum ein Verlag umzusetzen weiß.
Interessante Idee, Thema gut und ansprechend verpackt. Nur der Titel wirkt nach dem Lesen etwas irritierend, da hier niemand Paten küssen will und schon gar keine toten.

Meinung

Pepper Martin hat es in ihrem ersten Fall und Buch nicht leicht. Und das nicht nur, weil sie ohne elterliche (finanzielle) Unterstützung auskommen muss und ihr Liebesleben eine Katastrophe ist. Sie kann neuerdings auch Geister sehen und ist gar nicht glücklich darüber.
Was sich hier aber zunächst nach entspannter Frauenlektüre mit einem Schuss Übersinnlichem anhört, entpuppt sich schnell als waschechter Krimi - mit Zusatz. Dafür sollte der Leser also ein zumindest kleines Faible haben. Ich muss gestehen, mir fehlt es. Darum wäre es hilfreich gewesen, wenn der Klappentext ein wenig genauer darauf eingegangen wäre, statt das, was eigentlich keine Rolle spielt, so ausführlich darzulegen und den eigentlichen Kern in nur einem Satz abzuhandeln.
Abgesehen von diesen Kritteleien, die sich schnell überlesen lassen wenn Pepper erst einmal loslegt, bietet "Tote Paten küssen besser" gefällige Unterhaltung für zwischendurch.
Die Protagonistin ist eine durchweg sympathische Person, manchmal etwas naiv, auf jeden Fall aber mit einer gesunden Portion Sarkasmus (den sie in den Folgebände gern noch ausbauen darf) und ganz sicher nicht auf den Mund gefallen. Sie steckt die Geschehnisse ihrer jüngsten Vergangenheit ein wenig zu locker weg, wird aber andererseits (noch?) nicht wirklich mit ihnen konfrontiert. Ein bisschen Verletztheit sollte aber doch dazu gehören, wenn der Verlobte aufgrund einer Tatsache einfach verschwindet, die nichts mit ihrer Liebe zu tun haben sollte. Was genau es ist, wird nicht gesagt. Aber Peppers Vor-den-Geistern-Leben wird ohnehin nur selten thematisiert, denn Casey Daniels konzentriert sich deutlich mehr auf das, was vor ihrer Heldin in der Zukunft liegt.
Neben einem ziemlich anhänglichen toten Paten und seiner gefährlichen Familie sind das auch zwei potentielle neue Liebhaber, mit denen aber noch nichts so recht in Gang kommt, außer einem ziemlich heißen Kuss. Der eine Mann ist klug und muss ein bisschen aus sich heraus gekitzelt werden, der andere ist forsch und Pepper hat eher Mühe, ihn auf Abstand zu halten. Auf jeden Fall eine gelungene Mischung.
Die Krimihandlung steht deutlich im Vordergrund und ist bei genauem Hinsehen schnell gelöst, was aber wegen der lockeren Schreibe und diversen humorigen Einlagen nur wenig stört.
Casey Daniels erster Roman in ihrer Pepper-Martin-Serie kann so zwar nicht auf voller Linie überzeugen, bietet aber einen interessanten Einstieg in die Welt eines vollbusigen Rotschopfes, der wohl eher weiblichen Lesern unterhaltsame Lektüre bereiten dürfte. Es ist anzunehmen, dass das Potential, das sich hier bietet, in den Folgebänden noch ausgebaut wird, so dass Teil 2 bereit liegen sollte.


Ein Fall für Pepper Martin:
1. Don Of The Dead (Tote Paten küssen besser)
2. The Chick And The Death (Schicker als der Tod)
3. Tomb Of Endearment (Sex und Tod und Rock'n'Roll)
4. Night Of The Loving Death (Die Nacht der liebenden Toten)
5. Dead Man Talking (TV tot)
6. Tomb With A View (Grab mit Aussicht)
7. A Hard Days Fright
8. Wild, Wild Death


Vor einigen Jahren bewarb sich Casey Daniels auf einem historischen Friedhof in der Nähe ihres Wohnortes als Fremdenführerin. Den Job bekam sie zwar nicht, dafür aber die Idee zu ihrer Pepper-Martin-Reihe. Dank ihres Vaters, eines Clevelander Polizisten, der Sherlock-Holmes-Geschichten mochte und seine freien Tage, oftmals in Begleitung Caseys, damit verbrachte, nach gestohlenen Autos zu suchen, lernte sie Krimis schon früh lieben. Später las sie nahezu alle Kriminalromane derer sie habhaft werden konnte, und nach wie vor gehören Agatha Christie und Arthur Conan Doyle zu ihren Lieblingsautoren. Casey Daniels studierte Englisch und arbeitete früher als Journalistin und Lehrerin. Die Zeit, in der sie nicht schreibt, verbringt sie mit ihrer Familie. Sie strickt gerne, liebt Gartenarbeit und natürlich Spaziergänge über Friedhöfe, um Inspiration und Ideen für neue Geschichten zu finden. Casey Daniels lebt im Nordosten Ohios.

Kommentare:

  1. Interessant, danke für die Rezi. Pepper Martin hatte ich früher mal im Visier, bin dann aber schnell wieder davon abgekommen. Humorige Krimis sind nicht so mein Ding. Aber aufbauend, dass du das Buch einigermaßen gut findest. Vielleicht behalte ich es weiterhin ganz ganz weit im Hinterkopf.. :-)

    LG
    Armitage

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    1. Ich war einfach zu neugierig und als es bei TT aufgetaucht ist, gehörte es mir. :) Ich würde ehrlich gesagt gerne weiterlesen, aber ich habe bisher nur Teil 4 ertauschen können und ich nehme an, dass das mit den Männern fortlaufend ist, so dass ich warten muss, bis die zwei Bände dazwischen mal auftauchen.
      Pepper ist locker und es liest sich zackig weg. Wem das mit der Krimihandlung besser liegt, wird gut unterhalten.

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