Mittwoch, 26. September 2012

(Test) Die Suche nach einem Phantastik-Magazin (#4)


Teil 1 des Testes ist HIER nachzulesen
Teil 2 des Testes ist HIER nachzulesen
Teil 3 des Testes ist HIER nachzulesen

"Wie der Titel schon verrät, setzt dieses Filmmagazin Schwerpunkte. Horror, Suspense, Mystery, Action, Sci-Fi, Anime, Fantastisches, Surreales und auch schräger Humor sind die Themen, um die sich alles in deadline dreht. (...)
Dabei legen wir großen Wert darauf, in lockerer, ambitionierter, ironischer, kritischer und unabhängiger Weise zu berichten. Die deadline zu lesen soll Spaß machen. Und gleichzeitig fundierte Information liefern.
Aus der Taufe gehoben wurde die deadline Ende 2006. (...)
Eine mehr als 20-köpfige Crew nimmt für die deadline nicht nur den deutschen Markt unter die Lupe, sondern durchforstet, präsentiert und kommentiert auch das internationale Angebot für Freunde der ausgefallenen Unterhaltung."
Es gibt 6 Ausgaben im Jahr für den Einzelpreis je Heft von 6 EUR, im Abo 35 EUR.

Das Magazin hat mich schon eine Weile angelacht und nachdem das Cover nun eine "Fantasy-Filmfest-Vorschau" versprach, kam es mit zu mir nach Hause. Das Vorwort verrät, dass dieses Heft nicht nur um 16 Seiten aufgestockt werden musste (Themenvielfalt), sondern auch wenige Stunden vor Druck ein Interview mit Nicholas Winding Refn reinflatterte. Das Special zur Gaming-Messe E3 wurde daher verschoben, es gab aber das sehr faire Angebot, dass die Leser sich vorab die vier Seiten per Mail zuschicken lassen konnten.

Das Team das Magazins behält Recht in dem, was es auf der Homepage schreibt. Wo andere (Film-)Magazine in erster Linie bunt (bebildert) und Mainstream sind, kann deadline mit sehr viel Konstruktivität und unterhaltsam geschriebenen Artikeln auch für ältere Leser, eben einfach sprachlich, überzeugen. Das heißt allerdings mitunter, dass man sich an Rezensionsstimmen gewöhnen muss, die garantiert Kafka und Hemmingway als Lieblingsautoren ihrer Kindheit angeben würden und überhaupt die Welt ein bisschen besser verstehen als alle anderen. Die sind allerdings die Ausnahme, ich habe auch sehr anregende, amüsante, abwechslungsreiche und einfach gut geschriebene Artikel wie Rezensionen (die wirklich welche sind!) gelesen.

Horror, Trash und Sci-Fi stehen auf jeden Fall weit im Vordergrund des Heftes und obwohl das nicht immer meins ist, habe ich viele gute Anregungen und Tips bekommen, sogar mitunter einfach aus den Anzeigen und das will schon etwas heißen. Liebhaber werden auf jeden Fall sehr zufrieden sein.
Es werden sehr viele Filme vorgestellt, Interviews mit Filmemachern jeglicher Coleur, Rod Usher (dem Sänger von The Other), Hennes Benders oder CALLEJON-Sänger BastiBasti, Kate Beckinsale uvm. Ein großer Cannes-Report, viele Berichte von Filmfesten (z.B. Cinestrange Filmfestival in Dreden), Meinungen zu PC-Spielen, das Animeskop, Zeichentrix etc.
Die Mischung wirkt zunächst wie die bei allen anderen, sie wurde aber sehr individuell und eigen aufbereitet.

Bunt ist hier nicht wirklich etwas, so dass man nicht visuell erschlagen wird und das Auge zunächt nicht recht weiß, wo es zuerst hinsehen soll, wo ohnehin nur der Text wichtig ist. Schwarz/Weiß dominiert, wenngleich Cover/Plakate farbig abgebildet sind.
Das einzige Manko waren die abgelaufenen Verlosungen. Die sollten doch zumindest so lange gehen, bis das nächste Heft in den Kiosk-Regalen steht. Und die Seiten mit den Kurzrezensionen zeichnen sich leider durch eine sehr kleine Schrift aus, bei der es schwierig wird, alles hintereinanderweg zu lesen.

Es fehlen zwar auch hier Bücher (was bei einem Filmmagazin allerdings nicht allzu verwunderlich ist), aber alles andere stimmt. Wer sich für düstere Werke, auch mal musikalisch, begeistern kann, sollte zugreifen und selbst testen. Mir hat es wirklich gefallen.

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