Freitag, 31. August 2012

(Test) Die Suche nach einem Phantastik-Magazin (#3)


Teil 1 des Testes ist HIER nachzulesen
Teil 2 des Testes ist HIER nachzulesen

Nach den letzten Magazintests und einigen Recherchen im Internet bin ich zu der starken Vermutung gekommen, dass ich wohl gar kein "Phantastik"-Magazin suche, sondern ein "Fantasy"-Magazin. Erstes wird nämlich leider grundsätzlich mit SciFi und Horror übersetzt. Falls also jemand von einem Fantasy-Magazin Kenntnis hat, nehme ich Hinweise sehr gern entgegen.


Link bis Ausgabe 46
"Seit Januar 2001 präsentiert sich phantastisch! als das Magazin für Science Fiction, Fantasy u. Wissenschaft.
Inhaltlich finden sich in phantastisch! Artikel zu allen Facetten des phantastischen Genres, einen Schwerpunkt aber bilden die phantastischen Welten der Literatur und die Menschen »dahinter«."
Ab Ausgabe 47 erscheint das Magazin im Atlantis-Verlag.
Daher war es mir leider auch nicht möglich, ein oder zwei Ausgaben davor gleich mitzubestellen. Zu schauen, wo ich die nun bestellen muss, war mir ehrlich gesagt zu umständlich.

Ein wirklich gelungenes Magazin, das nicht nur durch seine Mischung überzeugen kann. Allerdings zwei Mankos: Zum einen geht es doch eher wenig bis gar nicht um Fantasy und zum anderen tropft von den Seiten das Testosteron ... da kann ich zwar mit leben und lese sicher noch eine zweite Ausgabe. "Was das Herz begehrt" ist es aber leider nicht geworden.

Das "Update" auf den ersten Seiten hat mir gut gefallen und liefert tatsächlich neue Informationen. Die immer mal wieder eingestreuten Rezensionen sind tatsächlich welche, Meinung mindestens so lang wie die Inhaltsangabe und stets begründet. Ein Interview der anderen Art: Das Jahr, in dem die Welt untergegangen sein wird? Verschiedene Autoren antworten darauf. Ein kurzer Comic. Viele Seiten zu den SciFi-Jugendbüchern von Rolf Ulrici. Ein Nachruf zu Han(n)S Kneifel.
Sehr interessant ein Artikel zu "Masters of the Universe", der mit den Worten beginnt: "Ist man als Junge in den 1980ern aufgewachsen ..." Ähem. Nicht nur Jungs fanden das gut.
Eine Story "Das Schattenherz" von Martin Beckman, die ich aber ehrlich gesagt nicht gelesen habe. Ein Interview mit Daniel Abraham. Den ersten Teil zu seinen magischen Städten habe ich vor Jahren mal abgebrochen, sie könnten aber noch irgendwo rumstehen.
Ein Nachruf auf Moebius. "Zahnpasta oder Fensterkitt" irgendwas zu Covern und Schrift hat sich mir nicht ganz erschlossen. Die Rezensionen sind mit fortlaufender Seitenanzahl immer tiefer ins Horrogenre abgetaucht. Horst Illmer bringt uns auf vielen, vielen Seiten die Phantastikszene rund um Würzburg näher. Nicht sehr verwunderlich, wenn man sich bissl auskennt. Aber sehr informativ und interessant. Wer genannt werden will, muss nur mal zum Stammtisch gehen. Die phantastisch!-Redaktion sucht nun übrigens ähnliche Artikel zu anderen regionalen Freundeskreisen, Communities oder Szenen. Ob mir was zu Berlin einfällt?, dachte ich im gleichen Moment. Ha! Sogar eine ganze Menge. Nicht nur "Otherland", die Buchhandlung, sondern auch der Golkonda-Verlag ("Purpur und Schwarz"), der übrigens keine zehn Minuten Fußweg von mir wohnt, wie ich zufällig herausgefunden habe.
Alles andere, das mir dazu eingefallen ist, ist, wenn ich nicht irre, ein würzburger Ableger.
Ein Bericht vom Internationalen Filmwochenende in Würzburg.
Als männlicher Leser macht es also sicher wesentlich mehr Spaß reinzulesen, wenn auch alle mit wenigstens kleinem Faible für SciFi und Horror auf ihre Kosten kommen werden. Ich hab' gerne reingeschaut, war aber letztendlich doch nicht richtig dabei.


Entgegen meiner Prognose in Test 1 habe ich auch die zweite Ausgabe der "Geek!" gelesen (einige Reaktionen zu Test 1 haben mich neugierig gemacht). Die Geschichte, die sich darum rankt?
Die werte Mama arbeitet am Flughafen - dem alten, der neue (Berlin) kommt dann wohl erst im Jahr 2324 oder so, wenn alle Berliner in Ehrenamt mitanpacken, sonst wohl eher gar nicht - und hat dort eine sehr nette Bekannte im Zeitungsladen. Beide haben es nicht so mit der englischen Sprache und was ein Geek ist, vermute ich, wissen sie auch nicht. Aber weil ich wusste, dass sie am Tag darauf in den Laden gehen würde, der alles, aber wirklich alles an Zeitschriften da hat, habe ich ihr die vier Buchstaben am Telefon langsam angesagt und sowohl die korrekte Aussprache genannt, wie auch jene, wie es in Deutsch heißen würde.
Sie steht also am nächsten Tag im Laden - mit dem Zettel, den sie sich geschrieben hat! - und beide Frauen suchen nun nach dem Magazin. Sie stehen schließlich vor einem Männermagazin. Gott sei Dank war sich meine Mutter sicher, dass ich DAS bestimmt nicht gemeint habe. Ich will ehrlich gesagt auch gar nicht wissen, welches Männermagazin (mit nackten Frauen und so) so ähnlich heißt.
Meine Mutter buchstabiert also nochmal mit den Worten: "Meine Tochter hat gesagt, man spricht es Giigg." Da tippt sich die Verkäuferin an die Stirn und sagt: "Ach, sie meint diese neue Computerzeitung!"
Mhm. Eigentlich nicht, aber da die werte Mama die richtige "Geek!" mitgebracht hat, spielt das wohl eher keine Rolle. Da wir erst am nächsten Tag verabredet waren, konnte sie übrigens mal durchblättern und feststellen, dass das wohl nichts für sie zum regelmäßig lesen wäre. Break: Sie hat in ihrer Jugend übrigens sehr gern und viele SciFi-Romane, die heute noch im Regal stehen, gelesen. Break-Ende.
Erfreut zeigte sie sich jedoch darüber, dass da ein Interview mit Michael Heinz drin ist. Den hat sie doch gerne gelesen! Falls Ihr den nicht kennt - ich auch nicht. "Ja, Mensch. Der schreibt doch auch Fantesie!"
Ich hab' dann schon ein paar Minuten gebraucht um zu kapieren, dass sie Markus Heitz meint. Von dem hat sie wirklich schon einiges gelesen, im Gegenteil übrigens zu mir (ich kenne nur rund zwei Romane).

O.K. nach dieser Anekdote - sorry, Mama, die musste sein - zum Heft.
Dem Heft liegt eine kleine Karte bei, die auf Kosten des Verlages zurückgesandt werden kann. Mit "Sag uns deine Meinung!" kann man ein Abo gewinnen. Ich habe sie nicht eingesandt, obwohl ich Geek! weiterlesen würde, wenn ich ein Abo gewinnen würde. Das liegt zum einen daran, dass ich Ankreuzfragen alles andere als Aussagekräftig finde (darum lieber hier meine Meinung). Und: Ich werde nach anderen Zeitschriften befragt, TV-Serien, die ich ansehe, Videogames und wie oft ich ins Kino gehe/ DVDs anschaue. Aber!: Keine Frage zu meinem Buch- und Lesegeschmack und auch nicht zu Comics. *narf*

Es hat sich nichts Wesentliches verändert, so dass Einzelheiten und Hintergrundinfos bitte bei Teil 1 nachgelesen werden.
Die erste Hälfte habe ich nur so halb interessiert durchgeblättert. Hängen geblieben bin ich bei "Die Saat des Bösen", das gut geschrieben war. "Fränkische Kadetten in Not" hat mich stark in Versuchung geführt, das Fanwerk anzuschaffen. Auf jeden Fall danke für den Hinweis!
Claudia Kern hat es geschafft, mich weiterlesen zu lassen, obwohl ich namentlich keine der genannten Serien kenne. Das Wort "Science Fiction" in der Kolumne kann man übrigens leicht durch "Fantasy" austauschen.
Der Artikel zu den Justifiers-Romanen war tatsächlich interessant. Nur leider hat die Info darüber gefehlt, ob man sie in Folge lesen muss. Wenn nämlich M. Heitz den zweiten Teil zu seinem Erstling der Serie schreibt ... was ist mit den anderen Büchern? Sind die alle in sich abgeschlossen?
Die gleiche Frage trifft übrigens auch auf den Artikel zu John J. Mallory zu. Allerdings habe ich alle drei Bücher seiner Serie seit zwei Wochen zu Hause, also werde ich es dann ja sehen.
Erschreckenderweise werden die meisten "rezensierten" Bücher nicht einmal mehr in einem Satz bewertet, sondern nur noch mit bis zu fünf Sternchen bzw. Sonnen.
Comics ist diesmal mehr Platz gewidmet. "Bisher sind sie noch nicht so laut wie ihre männlichen Kollegen" von Sabine Elbers (über die googletechnisch kaum etwas zu finden ist) hat den Anfang des Heftes irgendwie wieder wett gemacht. Ob sie auch die Hoheit über die verwendeten Bilder hatte (warum kommen mir die beiden Steampunk-Mädels in Schwarz so bekannt vor?), weiß ich allerdings nicht. Sie drücken irgendwie das Gegenteil des Textes aus. Ich glaube ehrlich gesagt auch nicht, dass Geek-Girls innerhalb der Szene wirklich als abolut gleichberechtigt gelten. Das Bespiel zur "Firefly" geht leider auch nach hinten los. Ich habe lange darüber nachgedacht, warum mir die Serie (und der Film) nicht recht gefallen will (obwohl alle anderen davon schwärmen). Die einzige Antwort, die ich gefunden habe, sind die Frauengestalten, von denen keine einzige stark oder auch nur eine Persönlichkeit ist.
Felicia Day begegnete ich hier zum ersten Mal, was mich wundert, wenn man bedenkt, was sie für einen (filmischen) Werdegang hinter sich hat.
Insgesamt also beide Magazine sehr gern gelesen, aber eben nicht das, was ich suche.

Kommentare:

  1. Hey Soleil,

    >> … bin ich zu der starken Vermutung gekommen, dass ich wohl gar kein "Phantastik"-Magazin suche, sondern ein "Fantasy"-Magazin. Erstes wird nämlich leider grundsätzlich mit SciFi und Horror übersetzt.

    Dann passt das "phantastisch" natürlich nicht so gut :)
    Dass es so männerlastig ist, ist mir gar nie aufgefallen, aber du hast recht. Es tragen sehr wenige Frauen etwas zum Inhalt bei.

    Du findest aber sicher was. Im Zweifelsfall machst du eben selber eines :P

    Gruss Dani

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    1. Hallo Vega,

      Alles in allem hat sie mir schon gut gefallen. Sie ist daher auch in der engeren Auswahl. Wenn ich mich halt entscheiden muss, eben in dem was es gibt.
      Ich hab' bei einigen Magazinen über die Schultern der Macher schauen dürfen und das ist mir zu stressig ;-) Aber vielleicht möchte ja eines derer, die da sind, eine Fantasyabteilung überhaupt erst erfinden oder verstärken. Da müssen sich doch Fans mobiliesieren lassen :)

      LG
      Soleil

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  2. Ich möchte einen Link nachreichen, der sich auf den Artikel in der Geek #2 "Bisher sind sie noch nicht so laut wie ihre männlichen Kollegen" bezieht:
    "Cyber-Schikane gegen Tropes vs. Women – Traurig aber wahr"
    http://www.geeksisters.de/cyber-schikane-gegen-tropes-vs-women-traurig-aber-wahr/

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