Samstag, 18. August 2012

(Test) Die Suche nach einem Phantastik-Magazin (#2)


Teil 1 des Testes ist HIER nachzulesen

Im Zuge des ersten Teils des Tests sind mir einige Magazine und Hefte empfohlen worden, die ich jedoch zumeist schon daheim hatte. Das große Interesse am Thema hat mich jedoch überrascht; nicht nur, das einige selbst an diversen Magazinen mitarbeiten, andere suchen ebenfalls seit langer Zeit nach einem regelmäßig zu lesendem Phantastik-Magazin.
Hier und da gab es aber auch Unverständnis darüber, was genau ich erwarten würde. Eigentlich dachte ich, das hätte ich deutlich gemacht. Ich bin weniger an Filmen und SciFi interessiert, ich möchte Bücher/Autoren/Interview zur Fantasy.
Derzeit besteht "Fantasy" nur aus "Das Lied von Eis und Feuer" und "Der Hobbit", übrigens vorrangig in der Verfilmung, nicht als Text.
Aber gerade weil der Hobbit Ende des Jahres in die Kinos kommt, haben sich die deutschen Verlage insofern darauf vorbereitet, als dass diverse (Buch-)Neuerscheinungen auf den Markt kommen werden - Fantasy, nicht SciFi oder Horror. Einige dieser Neuerscheinungen würde ich auch gern lesen, aber ich bin nur eine Person - mit begrenzter Zeit. Darum brauche ich unbedingt jemanden, der mir sagt - in Form einer Rezension, nicht in Form einer bloßen Buchvorstellung - ob sich das Lesen lohnt und zuvor eben das Geld ausgeben. Da auch die wenigen deutschen Fantasy-Blogger (Nein, keine Vampire und Gestaltwandler!) meist nur im Mainstream verbleiben und ältere Werke irgendwie grundsätzlich außen vor erscheinen, dachte ich mir, dass die Profis oder die Hardcorefans selbst etwas auf die Beine stellen. Dass es keine reinen Fantasyfans gibt, kann mir keiner erzählen, wer sonst kauft all die Bücher des Genres? Außerdem haben wir sogar einen Deutschen Phantasstikpreis, da sollte der Schritt zu einem Magazin eigentlich nicht so weit sein.



Wie auch immer. Test 2 bezieht sich auf ein Magazin, dass ich vor einigen Jahren - als ich bereits auf der Suche nach einem Fantasy-Magazin war - via Internet bestellt habe. Sie standen noch im Regal und ich habe sie noch einmal lose durchgeblättert. Nach #6 (Zombies) war aber leider Schluß.
Dazu schreibt die Herausgeberin(!): "Meine Diplomarbeit war das Layout der Liverollenspiel Zeitschrift AMARANON. Als ich mit der Diplomarbeit anfing gab es noch keine LARPzeit! Mein Hobby bot eine Fülle von außergewöhnlichen Fotos und Geschichten. Das spornte mich an nicht nur die geforderte Titelseite und 3 Doppelseiten, sondern ein vollständiges Heft zu gestalten. Leider fehlte der Jury der Diplomprüfung das Verständnis für die Zielgruppe. Ich bekam auf meine Abschlussarbeit ein Befriedigend. Das war für mein ausgezeichnetes Abschlusszeugnis eine echte Schande.
Ich ließ mich dennoch nicht davon abhalten das Magazin tatsächlich auf den Markt zu bringen. Es erschienen insgesamt 6 Ausgaben von AMARANON. Immerhin wurde die Zeitschrift deutschland-und österreichweit in ausgewählten Kiosken aufgelegt. Die höchste Auflage betrug 20.000 Exemplare. Leider rechnete sich die Zeitschrift nicht wirklich und ich musste sie nach eineinhalb Jahren aufgeben."

Special zum Thema "Ork"
Es erschienen von der Amaranon 4 Ausgaben pro Jahr, von denen ein Heft 4,50 Euro kostete.
Das Magazin ist zwar auch für Fantasyfans geeignet, war aber eher für Liverollenspieler gedacht.
Ich habe die Hefte gesamt bestellt (die anderen waren bereits nicht mehr verfügbar) und gelesen. Was mir persönlich sehr gefallen hat, war die Mischung und die Tatsache, dass sich die "Amaranon" von Heft zu Heft steigern konnte.
Zwar waren, was die Texte anging, keine Profis am Werk, aber die Ideenmischung hat es mir - auch heute noch - angetan.
Jedes Heft stand unter einem Motto (siehe Cover) und enthielt neben Kurzromanen/Gedichten, Artikeln zum Thema des Heftes (mit geschichtlichem Abriss), Literatur (jeweils zum Thema passend), Berichte zu Cons, später auch Rezepte, Spieletests, Kleinanzeigenmarkt uvm. Einiges sah ein wenig nach Eigenwerbung aus, wie die eine Seite zur jeweiligen Gewandung. Zwar nicht übel, es hätte jedoch mehr Sinn gemacht, wenn beschrieben worden wäre, wie man diese selbst nachmachen kann, statt einfach ein Foto mit Link und fertig.
Interviews gibt es mit Autoren (z.B. Wolfgang Hohlbein), Musikern/Bands, Fachleuten. Einige Hefte waren mit einem Special zum professionellem Bogenschießen (weswegen ich die Hefte überhaupt erst angeschafft hatte) bestückt.
Gestalterisch auf jeden Fall sehr liebevoll, wenn auch manchmal etwas gestreckt, als wäre nicht genug Text für das Papier da gewesen.
Eine wahnsinnig tolle Idee war der Fotoroman, der sich über drei Ausgaben gezogen hat. So etwas kannte ich bisher nur aus der Bravo (die ich viele, viele Jahre nicht mehr gelesen habe, also keine Ahnung, ob es da so etwas noch gibt). Man denke sich das einfach in Fantasy mit einem Faun und Eiselfen und ohne Liebe/Sex.

Kurzroman von Paul Wimmer
Wie gesagt, die Mischung war einfach toll, da hat jemand sehr viel Kreativität bewiesen und auch, wenn der Rest noch nicht ganz rund war, habe ich doch gern durch das Magazin geblättert. Für Genrefans auf jeden Fall ein netter Zusatz, wenn das nötige Kleingeld vorhanden ist. Auch Selberschreiber konnten übrigens eine Menge lernen.


Kommentare:

  1. Hast du die NAUTILUS noch nicht probiert? Die konzentriert sich doch - je nach Schwerpunkt des Heftes - recht stark an der Fantasy.

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    1. Jap, wie ich unter Test 1 schrieb, habe ich mich an einem Dreierabo versucht :) Einschätzung kommt noch, ich bin nur leider zeitlich etwas eingespannt gewesen und so ein Eindruck will auch erst einmal formuliert werden.
      So richtig triffts leider nicht meinen Geschmack und das, was mich anspricht kann ich auch völlig kostenfrei in Deinem Blog nachlesen. ;-) So richtig viel Fantasy habe ich jetzt ehrlich gesagt nicht gesehen (schon gar nicht bei den Büchern), außer natürlich das Lied von Eis u Feuer, das mir langsam etwas auf die Nerven geht.
      Ich bin wahrscheinlich eh etwas überkritisch, aber das so viele andere mit mir mitsuchen, muss ja auch was bedeuten.

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