Montag, 21. Mai 2012

Die Guten, die Bösen und die Toten - Johan von Riepenbreuch



Titel: Die Guten, die Bösen und die Toten
Autor: Johan von Riepenbreuch 
Illustratorin: Ebeneeza K.
Originaltitel
Verlag: Das Wilde Dutzend
ISBN: 3000316604
Euro: 13,90
Veröffentlichungsdatum: Oktober 2010
Seiten: 51
Kein Serientitel
Come in: Vom Verlag

Klappentext/ Inhalt:
Johan von Riepenbreuch galt lange Jahre als verschollen - ebenso sein in bösen Stilblüten gehaltene Chronik der Schrecken der Viktorianischen Zeit. Wiederaufgelegt und illustriert sind nun seine Verse, die sowohl tödlich verlaufende Duelle, Lobotomie, Kindstode und mehr mit schwarzem Humor unter die Lupe nehmen. 
Mit freundlicher Genehmigung des Verlages.
 
Meinung 
Wer in Berlin lebt, der weiß: Hier geht einfach alles - sogar skuril. Und wenn schon, denn schon.
Dreizehn junge Menschen haben sich zum "wilden Dutzend" zusammengeschlossen und den alten Texten eines seit hundert Jahren Verstorbenen angenommen. Was an dieser Hintergrundgeschichte Wahrheit und was Dichtung ist, konnte in diesem bescheidenen Rahmen nicht geklärt werden. Fakt ist jedoch, dass die Illustratorin Ebeneeza K. ansehnliche, bitterböse und morbide Zeichnungen zu den eher bescheiden ausgefallenen Gedichten angefertigt hat.
Die Aufmachung des nur einundfünfzig Seiten dünnes Büchleins ist liebevoll und durchdacht. Hier passt alles zusammen und die Zeichnungen verfehlen ihre Wirkung nicht. Da hätte es der paar wenigen Zeilen alle zwei Seiten eigentlich nicht bedurft.
Ein wenig sollte sich der Leser jedoch geschichtlich auskennen. Nicht jedem erschließen sich sonst Sinn und Ansinnen hinter so manchem Bild und/oder Text. Alles, was unter Lobotomie und "moderne Wissenschaft" in einer Zeit fällt, die im Namen jener vor nichts zurückschreckte - und es wegen noch bestehender Standesschranken nicht musste - sollte somit bekannt sein. Es werden daneben noch Kindstode, unerklärliche Unfälle und die damals kurzzeitig übliche Totenfotografie thematisiert. Ein kalter Schauer und ein mulmiges Gefühl beim Zuklappen des hinteren Covers ist garantiert - und wird sogar noch verstärkt.
Zu jungen Lesern ist das Buch nicht anzuraten und solchen, die ein schwaches Herz haben, ebenfalls nicht. Wer jedoch etwas für das Düstere in uns Menschen übrig hat und gern mal in Abgründe eintaucht, die weit abseits des Alltäglichen liegen, ist gut beraten. Thema und Preis sind auf jeden Fall ausschließlich für Liebhaber.
Riepenbreuch, jüngster Sohn einer verarmten Adelsfamilie wurde erstmals in den Kirchenbüchern des kleinen Ortes Stillvelde erwähnt. Leider kann nur vermuten werden, welchen Beruf Johan von Riepenbreuch ausübte – medizinischer Zeichner, Chirurg oder Totenfotograf. In England fand er Zugang zum Mesmerismus und Totenbeschwörungen und kehrte (wahrscheinlich) nie wieder in seine Heimat zurück.
Eine kleine Fangemeinde feiert traditionell am 13. März seinen Geburtstag, historische Belege konnten für das Datum aber noch nicht gefunden werden.

Johan von Riepenbreuch lebte um 1900, seine Enkelin Ebeneeza K. hat die Gedichte mit Zeichnungen im viktorianischem Stil versehen.

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