Montag, 7. März 2011

Süße Unterwerfung - Connie Brockway


Titel: Süße Unterwerfung
Autor: Connie Brockway
Originaltitel: My Dearest Enemy
Verlag: Knaur
ISBN: 3426690624
Euro: Nicht mehr im Handel zu beziehen.
Veröffentlichungsdatum: Februar 2000
Seiten: 392
Kein Serientitel
Come in: Gekauft (Antiquariat)










Inhalt



Avery Thorne kann es nicht fassen. Sein Onkel vermacht ihm nicht, wie erwartet, sein geliebtes Mill House. Statt seiner setzt er die junge Lillian Bede als Verwalterin ein und knüpft zudem eine Bedingung daran. Wenn es Lily schafft, fünf Jahre lang das Anwesen wie ein Mann zu führen und einen Gewinn zu erzielen, gehört ihr das gesamte Erbe. Gelingt es ihr nicht, wird Avery als Nachfolger eingesetzt.
Lily ist von diesem Arrangement ebenso überrascht, aber dennoch wild entschlossen, zu beweisen, dass Frauen genauso intelligent, stark und unabhängig sein können, wie ihre männlichen Konkurenten.
Da die beiden sich noch nie gesehen haben und Avery schon bald nach Testamentseröffnung eine Weltreise antritt, schreiben sie sich erbitterte Briefe. Ein halbes Jahr, bevor die Frist abläuft, kehrt Avery zurück und ist von der Schönheit Lillians und dem, was sie bisher geschaffen hat, fasziniert. Doch sie läuft in Hosen durch die Welt und blickt auf eine uneheliche Herkunft zurück. Außerdem ist sie wild entschlossen, niemals zu heiraten und sich damit einem Manne zu unterwerfen. Der Weltumsegler muss sich einiges einfallen lassen, um seine Herzensdame umzustimmen.



Cover



Das einzige, was mir an diesem Cover gefällt ist der Schriftzug. Zwar mag ich die Farbe Lila - in natura ist es nicht ganz so stechend, wie auf dem Bild - aber hier wurde ein wenig damit übertrieben. Auch das Paar findet nicht meine Zustimmung, obwohl Lily als schwarzhaarig beschrieben wird.
Die abgebildeten Personen und Dinge sind nicht in sich stimmig und darum fehlt es hier an der angestrebten Harmonie.



Meinung



Der Roman beginnt ein wenig gewöhnungsbedürftig und entwickelt sich leider nicht wie erwartet. Hinzu kommen einige unsympathische Eigenschaften der Charaktere, so dass ich diesen Roman lediglich als durchschnittlich einstufen kann und man ihn darum auch nicht unbedingt gelesen haben muss.
Als Avery gleich auf Seite 1 einen Brief seines Onkels erhält, in dem er über das Arrangement aufgeklärt wird und sich verständlicherweise darüber aufregt, wirkt das nicht natürlich. Er gleitet dabei nämlich ziemlich ab und kann sich so nicht mit dem Leser kurzschließen. Frau Brockway liebt augenscheinlich Helden, die ein wenig angeschlagen sind, denn Avery leidet - zumindest in der Theorie - an Asthma und irgendwelchen Anfällen. Das scheint sich aber nach seiner Pubertät und der Weltreise erledigt zu haben.
Lillian ist eine moderne Frau, die durch einige Details weich gezeichnet werden sollte - sie nimmt ausrangierte Rennpferde auf und rettet sie so vor dem Schlachter, sie beschäftigt ausschließlich schwangere Dienstmädchen ohne Ehemann - es aber leider nicht wird. Klar, sie muss ihren Mann stehen, aber in einigen Szenen wirkt sie regelrecht hartherzig. Hinzu kommt, dass sie mit ihren neunzehn Jahren am Beginn und den vierundzwanzig am Ende doch noch recht jung für eine solch große Aufgabe ist. Durchbeißen kann sie sich eigentlich nicht, ihre Arbeiter, ihr Vorsteher, noch nicht einmal die Dienstmädchen hören auf sie und nutzen die Großmütigkeit nur aus. Als Avery schließlich auftaucht, lässt sie sich die Zügel regelrecht aus der Hand reißen - von den Dienstboten wohlgemerkt. Für eine Suffragette und eine Frau, die so lange allein mit allem klar kommen musste, ist das ein unerhörter Zustand.
Die im Klappentext thematisierten Briefe waren eher enttäuschend. Aus den anderen Romanen, die ich bisher von der Autorin gelesen habe, weiß ich, dass sie ein großes Händchen für schlagfertige Dialoge zwischen dem Heldenpaar hat. Doch genau das fehlt hier leider auf weiter Strecke, weswegen die Handlung ziemlich vor sich hindümpelt.
Die ersten viereinhalb Jahre sind auch schon nach nur wenigen Seiten rum und ganze drei Briefe durften wir lesen. Als Lily und Avery schließlich aufeinander treffen, sprühen zwar die Funken, aber manche Dialoge und Gedanken sind ein wenig kindisch geraten. Schließlich sind sie gezwungen, gemeinsam zu arbeiten und hier hätte sich einiges an sinnlichen Momenten und reinem Feuerwerk in den Herzen angeboten, aber Avery bleibt brav und schaut nur zu.
Als es schließlich doch so kommt, wie es kommen muss - das ist schließlich ein Liebesroman - dreht sich plötzlich alles im Kreis. Zwar ist die einzige erotische Szene gelungen, aber man kann sich wieder nicht auf etwas einigen.
Die Nebenfiguren reißen es leider auch nicht raus, obwohl ich die Konstellation sehr interessant fand. Da hätte deutlich mehr herausgeholt werden können.
Gesamt gesehen handelt es sich bei "Süße Unterwerfung" um einen mittelmäßigen Roman, in den zunächst nur schwer hineinzufinden ist, der sich dann in der Mitte etwas zieht, aber schließlich befriedigend ausläuft.



Connie Brockway begann ihre Karriere als Schriftstellerin im Jahr 1992. Ihre Kinder waren aus dem Gröbsten raus, und sie konnte sich endlich dem Schreiben widmen. Immer wieder findet man ihre vielfach preisgekrönten historischen Romane seitdem auf den amerikanischen Bestsellerlisten. Connie Brockway reist sehr gern, verbringt aber auch viel Zeit in ihrem Garten im heimischen Minneapolis, den sie als gelernte Gärtnerin ständig verschönert.

Kommentare:

  1. Hm … klingt ja nicht mehr ganz so begeistert. Welche Brockways außer diesem hier und "Die Braut Arabiens" hast du sonst noch gelesen? Und welchen würdest du einem Brockway-Neueinsteiger (also mir! *g*) am ehesten empfehlen?

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  2. Ach na ja, ein Fehlschuss muss auch mal sein. Vielleicht ist es ja auch Geschmackssache.
    Der andere hieß "Herzenszauber" und ist bei Cora erschienen:
    http://www.cora.de/product_info.php/info/p8869_herzenszauber.html
    Den würde ich wahrscheinlich auch als Einstieg empfehlen, wenngleich mir das exotische Setting und vor allem der Held in "Die Braut Arabiens" besser gefallen hat. Wobei beide Romane sehr gut sind, aber nicht miteinander zu vergleichen. Ich bin unentschlossen. Kommt drauf an, was Dir lieber ist, lies doch einfach mal die Klappentexte (ok, hab grad den von Cora gelesen und der klingt nicht nur blöd, der ist auch noch halb falsch) und schau dann?
    Übrigens lese ich jetzt gerade auch einen Brockway und zwar den, der im April bei Mira erscheinen wird ;)
    Und ich hoffe sehr, dass die zwei mir noch fehlenden Romane der Autorin diese Woche zu mir finden. Wennschon dennschon ;)
    Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, dann empfehle ich Dir "Die Braut Arabiens", davon sind ja auch eien Menge Leser begeistert, wie ich im Nachhinein gehört habe. Ich dachte, ich bin die einzige, die so alte Schinken liest, aber offenbar gibt es Leserinnen, die schon viel länger dem Genre verfallen sind, als ich. Da habe ich einiges aufzuholen.

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  3. Vielen Dank für die ausführliche Antwort, da werd ich doch mal Ausschau halten nach der arabischen Braut. Ein exotisches Setting stört mich nicht, im Gegenteil, das ist zur Abwechslung ja mal ganz nett.

    Hast du "Die Lady und der Spion", erschienen bei Cora? Weißt du, wie das Buch ist?

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  4. Ich habe Abstand davon genommen, mir einen Cora-Roman der Autorin zu ertauschen, weil in den nächsten Monaten bei Mira einige ehemalige Coras als TB erscheinen. Manche Klappentexte deuteten daraufhin, dass es die gleichen Bücher sind. "Unschuldige Verführung" und "Fremde in der Nacht" sind auf jedenfalls zwei der Nash-Schwestern, Deinen Titel habe ich bei Cora leider nicht gefunden. Ich kann mir aber vorstellen, dass das der ist, den ich derzeit lese (die dritte Nash-Schwester, die aber Witwe mit anderem Nachnamen ist) und wie ich den finde, weiß ich noch nicht, da muss ich erst das Ende lesen. ;)

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  5. Der Cora-Roman, der jetzt im April neu bei Mira erscheint hieß damals "Verführung im Klostergarten". Und gerade, als ich das herausbekomme und überlege, was dann "Die Lady und der Spion" für eine Geschichte ist ... halte ich eine Ausgabe davon in der Hand. Wow. Vielen lieben Dank, Irina!!

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