
Diese Rezi ist voll von Spoilern!
Nicolas, Lord Satyr lebt mit seinen beiden Brüdern auf einem Gut in der Toskana. Die drei sind Satyre aus der Anderwelt, tagsüber menschlich, bei Vollmond leidenschaftliche Tiere, die sich mit Nebelnymphen paaren. Da sie Wein anbauen, ist ihnen Baccus wohl gesonnen.
Die Brüder bekommen nun den letzten Willen des Herrschers der Anderwelt mitgeteilt: er hat sich vor einigen Jahren mit drei Frauen vergnügt, die danach Töchter gebaren. Nun plagt ihn das schlechte Gewissen und die drei sollen die jungen Frauen suchen und beschützen. Und heiraten! Mit dem Feenblut sind die Frauen anders, wissen aber nichts davon. Nebenbei auch bestens geeignet um Nachwuchs zu produzieren, mit einer menschlichen Frau wäre das unmöglich.
Von diesem Befehl sind die Männer wenig begeistert, aber Nicolas macht sich sogleich auf, um seine Braut zu finden. Jane aufzustöbern gelingt ihm leicht und da er ein Lord mit Vermögen ist, willigt die intrigante Tante Izabel, die den (vermeintlichen) Vater in der Hand hat, ein. Sie und ihre Freundinnen gehören einem okkulten Frauen"club" an und hoffen nun auf die Gunstbezeugungen der Satyre. Und natürlich deren Kindern, denn sie wollen eine neue Art erschaffen, die über die Welt herrschen soll.
Jane hofft durch die Heirat sich und ihre jüngere Schwester schützen zu können und willigt ein. Nur darf ihr Ehemann nie erfahren, dass sie ein Monster ist, dass weiche Federn auf dem Rücken hat. Als ihr klar wird, dass er nur an ihr interessiert ist, damit sie seine Kinder gebiert und seine zahlreichen Mätressen nicht aufgeben will, lässt sie sich auf einen verhängnisvollen Handel ein. Er soll von den anderen Frauen lassen und sie lässt sich von ihm im Liebesspiel unterweisen, wie eine Mätresse, nicht wie eine Ehefrau.
Izabel intrigiert weiter gegen sie und als Jane den erwünschten Sohn bekommt, entführt die Tante das Baby.
Warum habe ich den Roman gleich noch mal gelesen? Weil mir gesagt wurde, er sei gut und sehr stimulierend. Ich nehme Erotik gerne in Kauf, aber nur wenn sie gut ist und auch nur, wenn sie von Gefühl lebt. Beides trifft hier leider gar nicht zu. Das ist ein Porno in Buchform, Liebe und Romantik werden sich hier nicht anfinden. Allerdings muss ich zugeben, dass für einen erotischen Roman doch sehr viel Handlung dabei ist, so im Vergleich ...
Im ersten Drittel war das Buch auf meiner Abbruch-Liste, aber dann habe ich nach einem gut gemeinten Rat weitergelesen. Als es nicht besser wurde, wollte ich es wieder beiseite legen, aber eine Freundin meinte, es werde am Ende wirklich übel. Und ich bin doch so neugierig!
Warum den Lesern im Klappentext Jane als starke Persönlichkeit verkauft wird, die sich so schnell nichts gefallen lässt, weiß ich leider nicht. Ich habe sie als kleinlautes, depressives Ding erlebt, dass sich in alles fügt, was man ihr antut. Stets mit der Begründung: ich bin so anders, ein Monster ... *würg*
Als wäre es noch nicht schlimm genug, dass sie sich von Vater und Tante herumschubsen lässt, was dann mit ihrem Ehemann abgeht, war gelinde gesagt übel. Als sie sich dann bereit erklärt, seine Mätresse zu sein, gehen die beiden so ungefähr alles an Sex durch, was es gibt. Was in der Aufzählung - und als etwas anderes konnte ich es leider nicht empfinden - noch fehlt, will ich gar nicht wissen.
Satyre leben von der Leidenschaft, aber wirklich alles in ihrem Leben und dem von Jane (und anderen Frauen) damit zu erklären, war mir ehrlich gesagt irgendwann zu viel. Als Nicolas ihr am Ende dann erklärt, dass sie mit seinen Brüdern schlafen muss (während des Vollmonds, zwei Phallusse, klar), damit sie und das Kind sicher sind, da hat Amber es sich endgültig mit mir verscherzt.
Die eigentliche Handlung um die Tante könnte spannend sein, davon bin ich überzeugt. Aber der Endkampf wird in einer halben Seite beiseite geschoben und wenige Zeilen danach frönen Jane und andere wieder ihrer Lust. Und ehrlich gesagt habe ich noch nie etwas Blöderes gelesen, als diesen Showdown. Besiegt durch einen Dildo. Wow!
Wer erotische Romane mag, in denen es auch durchaus heftiger zugehen darf, dem sei der Roman angeraten. Zart beseiteten, die eine gewisse Grenze kennen, sollten die Finger davon lassen.