Dienstag, 30. Juni 2009

Stürmische Verlobung - Kathryn Caskie



Eliza Merriweather, die älteste von drei Schwestern, lebt bei ihren Tanten. Die liebenswürdigen alten Damen hatten in ihrer Jugend nie die Chance an einer Ballsaisaon teilzunehmen und möchten dies nun ihren Nichten ermöglichen. Denn so ohne Mann macht das Leben einfach keinen Spaß.
Das sieht Eliza ganz anders. Sie malt für ihr Leben gern und möchte Kunst in Italien studieren. Ihr Erbe bekommt sie allerdings nur ausgezahlt, wenn sie eine Saison mitmacht. Um dabei nicht etwa einen Verehrer zu finden, steckt sie potentiellen Männern Karten zu, auf denen sie sie bittet, davon Abstand zu nehmen, ihr ihre Aufwartung zu machen. Als das nicht so recht funktionieren will, bittet sie Lord Somerton um Hilfe. Er und sie sind zufällig aufeinander gestoßen und er hat frei zugegeben, dass er eine reiche Erbin finden muss. Da Eliza sich sicher wähnt - sie hat schließlich kein Geld - bittet sie ihn, ihren Galan zu mimen und sie bietet an, reiche Erbinnen für ihn auszuspähen.
Aber keiner von beiden rechnet damit, dass sie sich zueinander hingezogen fühlen oder sich gar verlieben könnten. Und Somerton, von Vater und Bruder ins Elend gestürzt, wird von seinem Onkel genötigt, eine reiche Braut nach Hause zu führen. Als auch noch sein Schiff, in das er sein letztes Geld gesteckt hat, als verschollen gilt, bleibt ihm wohl keine andere Wahl. Doch Eliza und ihre zarten Küsse gehen ihm nicht aus dem Kopf. Er setzt alles auf eine Karte ...


Mir hat der Roman ganz wunderbar gefallen. Er lebt von liebenswürdigen Personen, wie etwa die alten Ladys mit ihren verrückten Einfällen. Magnus, Lord Somerton ist ein Charakter, den man im Kopf behalten wird. Viel Prickeln versüßt den Roman, die Liebesszenen sind äußerst gelungen. Zwar folgen sie ab und an an Orten, wo sie nicht angebracht sind und Eliza Probleme bereiten könnten, aber Caskie versteht es, dies glaubhaft abzuschwächen.
Die Idee, die alten Tanten ein Kriegsbuch für eine Anleitung die richtige Ehemannsuche halten zu lassen, glaube ich schon zu kennen. Aber nicht von Caskie. Dennoch war das sehr schön umgesetzt, wenngleich einiges davon doch ziemlich an diesen Roman angepasst worden ist und sicher nie in einem Buch für Kriegskunst gestanden hat.
Caskie versteht es gut, Atmosphäre zu schaffen und dann auch noch eine solche, die ich oft in Liebesromanen dieser Art und Zeit vermisse. Es wird nicht so sehr Wert auf Effekte und Action gelegt, wie es neuerdings leider immer öfter vorkommt. Dies ist eine Geschichte, in der die Liebe im Vordergrund steht. Es muss kein Geheimnis gelüftet, kein Mörder gefasst, keine Unschuldigen beschützt werden. Es ist die Begegnung zweier Liebender, die scheinbar nicht zusammenkommen können und es gerade deswegen so oft tun.
Ein Roman, der ein wohliges Seufzen hinterlässt.


Montag, 29. Juni 2009

Ausblick auf den Blog im Juli


Zuerst die obligatorische Erinnerung an die beiden Gewinnspiele. "Die Verlockung des Highlanders" von Patricia Potter und ein Doppelband von Mary Janice Davidson möchten gern den Besitzer wechseln. :) Einfach bei den Labels auf "Verlosung" gehen oder den Titel des Buches im Suchfeld eingeben.


Kathryn Caskie und einige ihrer Bände werde ich vorstellen, den neuen LoveLetter und "Die Vampirin" von Yasmine Galenorn. Julie Cohen darf nicht fehlen, ebensowenig wie "Betty und ihre Schwestern". Was und warum liest eigentlich Claudia Toman? Die Autorin hat es mir verraten. :)
Überraschungen gibt es auch wieder und natürlich etwas zu gewinnen!


Neu wird mein Versuch sein, nicht mehr jeden Tag, sondern nur noch jeden zweiten etwas zu posten. Sonst kommt keiner mehr hinterher, am allerwenigsten ich *lach
Drückt mir die Daumen, dass es funktioniert.
Ich bin übrigens immer noch fest entschlossen, wieder mehr in das Genre der Fantasy einzutauchen. Wir werden sehen, ob mir auch das gelingt.

Also dann: Auf ein Neues!



PS: Eine Ankündigung:
Im Forum http://www.verlorene-werke.de/ wird es bald zwei Bücher von Michaela Rabe/ Michelle Raven geben.


"Riskante Nähe" hat mir die Autorin zur Verfügung gestellt. Das Buch ist über den Buchhandel nicht mehr zu beziehen und von der Autorin handsigniert! Vielen lieben Dank noch einmal dafür!!
Als Karen Lombard, Waffenexpertin der US-Regierung, in der U-Bahn-Station auf die Gleise geschubst wird, werden ihre schlimmsten Befürchtungen zur Gewissheit: Ihre Unfälle in den letzten Jahren waren missglückte Mordversuche, um an ihre Waffenprojekte heranzukommen. Verzweifelt muss Karen erkennen, dass sie selbst ihrem Ehemann Paul nicht mehr trauen kann! Auf der Suche nach Hilfe wendet sich die Spezialistin an den Mann, der sie schon einmal gerettet hat: Clint Hunter. Doch die zweite Begegnung der beiden ist nicht weniger gefährlich, denn die Terrorgruppe, die es auf Karen abgesehen hat, trachtet weiterhin nach ihrem Leben.



"Ghostwalker 01 - Die Spur der Katze"
wird mir vom Verlag Egmont Lyx zur Verfügung gestellt.
Nach einem Skandal, der ihren Ruf als Journalistin zerstört hat, flüchtet sich Marisa Pérez in das kalifornische Mariposa. Dort führt sie ein zurückgezogenes Leben, bis sie eines Tages einen nackten, verletzten Mann auf ihrer Veranda vorfindet. Sie versorgt seine Wunden und versteckt ihn vor der Polizei. Marisa ahnt nicht, dass ihr geheimnisvoller Gast in Wahrheit ein Gestaltwandler ist und sich in einen Berglöwen verwandeln kann. Coyle ist einer Bande von Mördern auf der Spur, die in der Gegend ihr Unwesen treiben. Und weil sie ihm geholfen hat, schwebt nun auch Marisa in Lebensgefahr ...


Beide Bücher sind neu und ungelesen. Zu den üblichen Gewinnbedingungen ist eine neue hinzugekommen. Viel Spaß und Glück beim gewinnen!!


Sonntag, 28. Juni 2009

Die Zickenmafia - Karen Yampolsky



Jill White hat einen interessanten Werdegang hinter sich, als sie eine Zeitschrift gründet: Jill. Sie hat einen ganz besonderen Anspruch daran, es soll keine nackte Haut und blitzende Busen geben, die Rezepte sollen nicht "für's Abnehmen geeignet" sein und es kommen keine A-Promis aufs Cover. Kein Mädchen oder junge Frau soll mit dieser neuartigen Zeitschrift gemartet werden und Schuldgefühle eingeredet bekommen, die sie nicht braucht.
Zunächst läuft auch alles gut, doch dann bekommt Jill eine Chefin vor die Nase gesetzt, die genau das verkörpert, was Jill als Person und Zeitschrift ablehnt. "Anders" ist Ellen Cutter - CEO, alleinige Geschäftsführerin - ganz sicher nicht. Das Yuppiegirl liegt auf einer völlig anderen Wellenlänge. Und dann stellt sie auch noch Liz Alexander - die Unfähige, die sich nicht zu schade dafür ist, Lorbeeren einzuheimsen, die Jill verdient hat - als neue Verlegerin ein. Beide kennen sich aus dem Studium und sind ein Herz und eine Seele.
Es dauert nicht lange und Jill muss zusehen, wie immer mehr an ihrem Magazin herumgeschraubt wird. Wütende Leserbriefe und sinkende Verkaufszahlen scheinen unaufhaltsam ...


Das ist kein herausragender Roman, der es sicher auch nicht mit Größen wie "Der Teufel trägt Prada" (wie beworben, ich kenne allerdings nur den Film) aufnehmen kann. Wieder einmal habe ich den angepriesenen Zickenkrieg vermisst. Natürlich muss Jill sich eine Menge gefallen lassen und die süßlichen Chefinnen nerven nicht nur sie. Aber Schlagabtäusche fehlen.
Die Hälfte des Buches besteht zunächst erst einmal aus Jills Biografie, die sich sehr interessant und locker lesen lässt. Dafür gibt es von mir Pluspunkte. Leider habe ich das Buch getauscht, weil ich mich für alles, was mit dem Litertursektor zu tun hat, interessiere. Hiervon habe ich wenig erfahren und im Alltag Jills kaum zuschauen können. Dieser besteht nämlich nur daraus, dass sie im Büro angewackelt kommt, sich die Leiden der Mitarbeiter anhören muss, enttäuschte Leserbriefe beantwortet und zu ihren Chefinnen zitiert wird. Oh, und natürlich diverse Partys, auf die sie geht und dabei auch zahlreiche Prominente kennenlernen darf. In dieser Phase übrigens wird Jill sehr unsympathisch und ich musste mich zwingen, weiterzulesen.
Schließlich kehrt die Handlung vom Rückblick zum eigentlichen Geschehen zurück und irgendwie will man ja schon wissen, wie es ausgeht. Konsequent und logisch ist das Ende, das muss ich zugeben. Aber auf keinen Fall zufriedenstellend.
Mit diesen zahlreichen Gefühlen nach dem Lesen ausgestattet, kann ich den Roman nicht empfehlen. Er ist nicht wirklich schlecht, aber es gibt deutlich bessere, die sich eher lohnen.


Samstag, 27. Juni 2009

Liebe macht lustig - Kate Saunders



Beth und Charlie sind seit vielen Jahren verheiratet und haben zwei Töchter von neunzehn und fünfzehn Jahren. Charlie hat Beth schon mehrmals betrogen, doch diesmal sieht sie nicht ein, warum er damit durchkommen soll. Kurzerhand versaut sie ihm seinen Liebesurlaub und fährt mit den beiden Töchtern mit.
Clare, die zwanzig Jahre jünger und Charlies Mitarbeiterin ist, fällt aus allen Wolken, will aber ihrerseits nicht von ihrer Liebe lassen. Der Frankreichurlaub stellt sich schnell als Katastrophe heraus: Das Chateau ist noch nicht fertig und halb zerfallen, der Besitzer Jamie hat nur seine Brüder und ihre Familien eingeladen, dann aber auch die anderen Gäste gebucht. Seine Frau Angela ist stets betrunken, es gibt außer Alkohol kaum etwas Kulinarisches, es regnet herein und - Beth und Charlie und Clare müssen sich ein Badezimmer, das zwischen ihren Zimmern liegt, teilen.
Beide Frauen versuchen nun, den Mann für sich einzunehmen, stoßen aber schnell an ihre Grenzen. Unglücklich wird am Ende aber keine sein. Alles wird gut.


Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Allerdings ist das keine "köstliche Komödie" auf die ich gehofft hatte, sondern schon ein Roman mit recht ernstem Hintergrund, der von Kate Saunders sicher nicht als Komödie geplant worden ist. Auch haben Charlie und Clare bereits eine Affäre.
Von diesen Erkenntnissen (nach etwa zwanzig Seiten) musste ich mich erst einmal erholen. Aber sobald ich mich auf die Art der Geschichte eingelassen hatte, ging es flott hintereinander weg.
Die Autorin beleuchtet die Liebe von vielen Seiten: Es gibt das sehr junge Paar, das noch an die wahre Liebe glaubt. Die enttäuschten Ehefrauen, die leidenden Männer, Verlassene, Geliebte, One Night Stands ... Dabei hält Saunders aber Niveau und das macht das Buch zu einem besonderen Leseerlebnis.
Ich mochte Charlie überhaupt nicht, er ist gemein zu beiden Frauen, gibt allen anderen an der Situation die Schuld, heult unpassend rum und versucht ständig, sich die Rosinen aus dem Kuchen zu picken. Warum beide Frauen so auf ihn abfahren, konnte ich mir lange nicht erklären. Zumindest Beth gibt irgendwann zu, dass sie ihren Lebensstandart nicht verändern möchte, das Haus, die Kinder, das Einkommen. Clares Beweggründe werden ebenfalls aufgeklärt.
Jede Person ist einzigartig und echt dargestellt und trotz der Unterschiedlichkeit gelingt es Saunders, nicht von einem Klischee ins nächste zu rutschen. Wirklich gut! Einiges, gerade am Ende, schien ein wenig übertrieben, aber man kann gut damit leben.
Der Roman hinterlässt Gefühl und wird mir im Gedächtnis bleiben - und das sollte ein Roman immer tun. Ich empfehle dies als gute (Liebes-)Literatur.


Freitag, 26. Juni 2009

Film: Zauberhafte Schwestern



Eine Vorfahrin von Sally (Sandra Bullock) und Gillian (Nicole Kidman) Owens - Hexe, wie sie - hat die Frauen und Männer der Familie verflucht. Vom Liebhaber schwanger sitzen gelassen, hat sie bestimmt, dass jeder Mann, der sich in die weiblichen Nachfahren verliebt, einen frühen Tod sterben muss. Was eigentlich nur sie treffen sollte, übertrug sich, wie die Gabe zur Magie, auch auf das Kind.
Der Fluch trifft die Mutter der beiden hart und sie stirbt an gebrochenem Herzen. Die Mädchen wachsen bei ihren verschrobenen Tanten auf. Während Gillian sich mit ihrer Gabe und der Außenseiterrolle in der Stadt abfindet, tut sich Sally schwer damit. Die Tanten Bridget und Frances sprechen einen Liebeszauber und Sally verliebt sich, heiratet und bekommt zwei Töchter: Kylie und Antonia. Als nichts weiter geschieht, nehmen die Stadtbewohner sie an und für einige Jahre lebt sie glücklich mit ihrer kleinen Familie. Doch dann langt der Fluch zu. Hart aber wirklich wird ihr Mann aus dem Leben gerissen und Sally verzweifelt fast daran. Nur ihre Schwester Gillian, die die Stadt verlassen hat, um sich die Welt anzusehen, kann ihr helfen.
Gillian hat sich an den gutaussehenden, aber brutalen Jimmy Angelov (Goran Višnjić) gehängt. Als er sie schlägt, ruft sie ihre Schwester telephatisch um Hilfe. Jimmy bringt beide in seine Gewalt und die Schwestern töten ihn in Notwehr. Um nicht ins Gefängnis zu müssen, versuchen sie, ihn durch Magie wieder zum Leben zu erwecken, was gründlich fehlschlägt. Sie vergraben ihn im Garten der Tanten und lassen einen Rosenstrauch darauf wachsen.
Der Ermittler Gary Hallet (Aidan Quinn) nimmt die Spur Jimmys auf und taucht bei den Owens auf. Er hat einen Brief von Sally abgefangen und sich in die Person, die ihn geschrieben hat, verliebt. Nun macht er sich daran, auch Sallys Herz zu erobern. Seltsamerweise scheint er genau das zu sein, was Sally je wollte. Um sich nämlich nie zu verlieben, hat sie sich mit einem Fluch belegt und die unmöglichsten Dinge aufgezählt, die der Traummann haben sollte.
Jimmy steckt in der Zwischenwelt fest und nistet sich in Gillian ein. Sally muss eingreifen, wenn sie ihre Schwester nicht verlieren will.


Ein Film mit Sandra Bullock kann nicht schlecht sein. Oder? Ich muss gestehen, ich mag sie. Zwar läuft der Film etwas langsam an und die Magie kommt etwas zu kurz, aber Charaktere und Umfeld gefallen mir. So oft der Film im TV kommt, so oft muss ich ihn mir ansehen.
Da sind zuerst die beiden Tanten, die ich sehr gut besetzt finde. Sie wohnen in diesem wunderschönen, alten Haus mit dem traumhaften Ausblick. Sallys Wunsch nach Normalität kann ich gut verstehen und ich fühlte mit ihr, als es schließlich anders kam. Aber zumindest einige Feunde konnte sie um sich versammeln und die sind mehr Wert, als all die anderen. Sie sind echte, wahre Freunde.
Gillian ist (Achtung Klischee rotes Haar ;) ) freier heraus und nimmt kein Blatt vor den Mund. Allein die Szene während der Elternversammlung zeigt das deutlich. Sie eckt gern an. Was mich wirklich erstaunt hat war, wie sehr sich Nicole Kidman verändert hat. Der Film ist von 1998 und WOW das sind zehn Jahre!! Damals war sogar ich noch jung und knackig. Und heute? Bin ich es auch noch, logo!
Dieses viele Holz, sei es am Haus, den Möbeln oder einfachen Küchengerätschaften hat mich auch bezaubert, wenn ich mal in so einem Haus wohnen könnte, ich würde es sofort tun! Ich habe mir jetzt auch wieder meine Girlanden aufgehängt, an denen meine Kräuter trocknen, aber in einer Wohnung sieht das nicht halb so schön und mystisch aus!
Gary wäre mir viel zu weich, aber Männer, die halbe Softies sind, kommen ja meist gut an und er ist ehrlich und aufrichtig und das ist auch viel Wert. Und er mag die beiden Mädchen, nicht jeder Mann kann mit den Kindern, die schon da sind. Aber hey, im Film ...
Gruselig ist es nun eigentlich nicht, auch wenn die ein oder andere eklige Szene drin ist. Der Schluß kitschig, wie der gesamte Film. Aber was soll's?
Vorsicht: Das ist wohl eher ein Mädchenfilm. Mir gefällt er sehr gut, denn ich mag Sandra Bullock und das Thema. Allerdings kann ich auch verstehen, wenn jemand (leichte) Kritik übt. Wer ihn noch nicht gesehen hat: er kommt bestimmt demnächst mal wieder im TV :) Allerdings macht er ohne Werbung bedeutend mehr Spaß.


Die Fehde der Königinnen - Eva Maaser



Im Jahr 566 wird die sechzehnjährige Königstochter Brunichild mit Sigibert, dem König der Franken verheiratet. Noch vor ihrer Abreise aus Toledo begegnet die junge Frau Wittiges, einem jungen Landadeligen, der gerade dabei ist, seinen Platz in der Welt zu suchen. Um nicht unvorbereitet in die Ehe gehen zu müssen, lässt sich Brunichild von einer Hure unterweisen und wählt dann Wittiges aus, um das erste Mal bei einem Mann zu liegen. Dieser verliebt sich in die Königstochter und beschließt, mit ihr in das neue Land zu ziehen.
Mit beiden reisen auch der junge Alexander, der als Kind zum Eunuchen gemacht worden ist und ganz wundervolle Musik auf jedem Instrument zustande bringt. Eigentlich Sklave, bekommt er sowohl eine Freilassungsurkunde, als auch ein Schriftstück, das ihm seine wahre Herkunft verkündet; beides wird auf der Reise gestohlen. Aletha, die Dienerin Brunichilds, ist unrechtmäßig schwanger und braucht einen Ehemann. Brunichild wählt Wittiges dazu aus, der sich nur sehr zögernd darauf einlässt.
Am Hofe Sigiberts gelingt es Wittiges den König vor einem Anschlag zu schützen und wird mit Land und seinem Vertrauen belohnt. Zuerst wenig begeistert, nimmt Wittiges beides an und versucht sich ein Leben mit Aletha und Alexander aufzubauen.
Doch dann gerät er mitten hinein in den Bruderkrieg: Sigiberts Vater hatte - obwohl von der Kirche ungern gesehen - fünf Ehefrauen und entsprechend viele Söhne. Vor allem der gutaussehende Chilperich, der auch Brunichild den Kopf verdreht hat, kann sich nicht damit zufrieden geben, was er hat und fordert immer mehr. An seiner Seite seine Mätresse Fredegunde, die ihn zusätzlich anstachelt. Er heiratet Brunichilds jüngere Schwester wegen deren Mitgift, kümmert sich aber nicht weiter um sie. Als das Mädchen umkommt, schwört Brunichild Rache.


Eva Maaser hat ein überzeugendes Werk geschaffen, das Historienfreunde begeistern wird. Doch leider muss erwähnt werden, dass sowohl Titel, als auch Klappentext einen Inhalt vorgaukeln, den es so nicht gibt. Allein Brunichilds Reise zu ihrem Mann und das erste Kennenlernen zieht sich bis etwa zur Mitte des Buches. Mit Fredegunde, die erst im letzten Drittel des letzten Drittels ihre Schwägerin wird, kommt sie nur selten und wenn, dann eher freundschaftlich in Kontakt. Wer also einen "Zickenkrieg" auf hohem Niveau erwartet, wird sicherlich sehr enttäuscht sein.
Wittiges ist der Hauptcharakter in diesem Buch und das wird in der fortlaufenden Handlung immer deutlicher - damit stehen auch nicht, wie im Nibelungenlied, die Frauen im Vordergrund. Sympathisch, draufgängerisch, bedacht und ein wenig starrsinnig kämpft er sich durch die elf Jahre, die das Buch dem Leser bietet. Obwohl für ihn unerreichbar, hält er an seiner Liebe zu Brunichild fest und tut daher nicht nur für sie, sondern auch ihren Ehemann Sigibert alles, was er kann. Dabei wird er immer wieder in Intrigen und Kämpfe verwickelt, die nicht immer zu seinem Vorteil ausgehen.
Brunichild scheint unnahbar, wenngleich auch sie ihre Kämpfe zu bestehen hat. Diese allerdings einer Frau des frühen Mittelalters angemessen und geschichtsnah, dabei aber sehr unterhaltsam dargestellt. Eine Königin, die erst im Laufe der Jahre zu sich und ihrem Platz findet.
Ein großes Manko ist das Ende. Als hätte der Platz nicht mehr gereicht, werden zwei Jahre in nur wenigen Seiten zusammengestaucht und lediglich Wittiges kommt noch zu Wort. Was in dieser Zeit mit Brunichild geschah und warum sie noch immer auf Rache sinnt, bleibt unklar. Allerdings hat Eva Maaser sich auch viele lose Enden in der Handlung gelassen, die darauf schließen lassen, dass es den ein oder anderen Nachfolgeband geben wird. Doch auch "Die Fehde der Königinnen" kann als abgeschlossen betrachtet werden. Zumindest, was diese Generation betrifft.
Die Autorin wird neben Rebecca Gable einen Platz in meinem (virtuellen) Bücherregal finden. Sie schreibt unterhaltsam und locker-leicht hinweg. Der Leser taucht ein in eine Zeit und ein Umfeld, das fremd und nah zugleich ist. Maaser legt hier ihren ersten historischen Roman vor, sie ist bisher eher als Krimi- und Kinderbuchautorin bekannt geworden. Ich für meinen Teil hoffe, dass sie schnell die Fortsetzung vorlegen kann, denn die anderen beiden Genres liegen mir überhaupt nicht.
Hiermit spreche ich eine deutliche Empfehlung für das Buch aus.


Donnerstag, 25. Juni 2009

Schwach geworden - die Hundertste


Eigentlich bin ich ja nur in den Laden gehuscht, weil ich einen Gutschein für meine Oma wollte. Die wird am Samstag nämlich 80. Irgendjemand *hüstel* hat sie nämlich mit der Leidenschaft für Liebesromane angesteckt.
Meine Oma liest allerdings nur historische Liebesromane oder Arztromane. Gutschein von Weltbild kann man aber leider nur in einem Weltbild-Laden einlösen und nicht über Katalog. Also wurde das nichts. Dann wenigstens Bücher. Die hat sie auch bekommen, denn da gibt es auch mal für zwei oder drei Euro genau das, was sie mag.
Dummerweise *doppelhust* dauert das Aussuchen eine Weile und ... da hat Soleil sich doch glatt auch wieder was gekauft. *Augenroll* Als hätte ich nichts zu Hause, ehrlich. Als würde ich verhungern, und verdursten, in einem. Ach, was soll's. Hier:


Susan Carroll "Die dunkle Königin"
(Schon lange geliebäugelt und wenn man dann davor steht ...)
Susan Carroll "Die Geliebte des Königs"
(Teil 2, gehört nunmal dazu)
Lynn Kurland "Der Schatten des Highlanders"
(Zeitreise, hatte ich ja EWIG nicht. MUSSTE ich haben!)
Beth Gutcheon "Ein Käfig voller Mädchen"
(Auch schon lange im Visier gehabt.)




Das einzige, was ich jetzt nicht verstehe ist, warum man sich freut, neue Bücher zu haben und trotzdem ein schlechtes Gewissen entwickelt.


Interessante Neuerscheinungen im Juli

















"Traumfrau mit Fangzähnen" von Savannah Russe
Wenn das FBI einen gefährlichen Einsatz hat, kommt Daphne ins Spiel, denn sie ist Spezialagentin - und Vampirin. Ihr neuer Auftrag: ein Drogenkartell ausschalten. Ihr neues Problem: ihr untoter Geliebter - und sein quicklebendiger, heißblütiger Konkurrent!
Das ist Teil 2 zu "Vampire küssen besser"
"Interessant" ist es als Neuerscheinung deswegen, weil ich nie gedacht hätte, dass der Wahnsinn weiter geht. Aber er geht ... Wer das Schlechteste Buch im Genre lesen möchte, der kann zugreifen, alle anderen am besten Finger weg!

"Dinge, die Frauen aus Liebe tun" von Melissa Bank
Sophie versteht schnell, dass ihre heldenhaften Mitmenschen auch nur mit Wasser kochen. Aber wie schaffen sie es, erfolgreich und glücklich zu sein, wenn alles nur schöner Schein ist? Auf der Suche nach dem Geheimnis, sich für immer unwiderstehlich zu machen, droht Sophie zu scheitern - bis sie endlich kapiert, worum es eigentlich geht.
Ich durfte das Buch schon vorab lesen und muss sagen, dass es mir sehr gut gefallen hat. Sicher ist es nicht für alle Leser etwas, es kann, wenn man sich mit dem Thema nicht anfreunden kann oder etwas anderes nach Cover und Klappentext erwartet recht langatmig sein. Die Autorin versteht es super, die Beobachtungen ihrer Umwelt, vor allem was Beziehungen angeht, mit in die Geschichte einzuflechten. Sehr lebensecht und nah. Wunderbare Grundstimmung. Mir hat's gefallen.

"Vampire mögen's heiß" von Kerrelyn Sparks
Ein Vampirmörder geht um im Central Park. Das können sich New Yorks Untote nicht bieten lassen! Sie schicken ihren General Angus McKay auf Patrouille. Schon in der ersten Nacht spürt er eine attraktive junge Frau auf. Emma Wallace trägt mehrere Holzpfähle mit sich herum und benimmt sich sowieso ziemlich verdächtig. Ganz klar, sie ist die Täterin! Eigentlich müsste Angus sie auf der Stelle umbringen, doch auf rätselhafte Art fühlt er sich zu ihr hingezogen.
Kann man bei der Autorin etwas falsch machen? Ich weiß es nicht. Aber da der obligatorische Vampirroman nicht fehlen darf und die anderen Bücher in Rezis immer gut wegkommen, denke ich mal, dass das Buch mit in die Aufzählung gehört.

"Aphrodites Schwester" von Elizabeth Hoyt
Wo kann ein Gentleman Vergessen suchen? In Aphrodites Grotto, einem exklusiven Londoner Bordell! Hier will Edward de Raaf, Earl of Swartingham, die bezaubernde Anna Wren aus seinen Gedanken verbannen. Denn so lichterloh brennt er für seine neue Privatsekretärin, dass er in ihrer Gegenwart nur mit Mühe einen kühlen Kopf bewahren kann! Der Earl ahnt nicht, wer die maskierte Schönheit ist, die ihm in dem Freudenhaus verführerisch entgegentritt: Anna!
Den Roman gab es schon vor einiger Zeit als MyLady-Roman und er hat mir wirklich gut gefallen.

"Venusakt" von Jona Summersby
Zwei hinreißende Männer und zahllose Berührungen und Verführungen: Das hält ein Kunstseminar in Italien für die ahnungslose Lena bereit. Kaum dort angekommen, dämmert ihr, warum ihre Freundin Stella so von den Künstlern Tom und Lucian schwärmt. Die beiden Maler sind teuflisch attraktiv. Aufregendste Verführung im Namen der Kunst.
Ein erotischer Roman diesmal wieder in der Aufzählung mit drin. Ob er gut oder schlecht ist, kann ich leider nicht sagen.

"Mr. Right, Lady Di und ich" von Catriona McCloud
Gestern war Janie Mitte dreißig, heute ist sie ein Teenager - über Nacht wurde sie in die Achtzigerjahre zurückkatapultiert! Nach anfänglicher Verwirrung erkennt sie ihre Chance, die Welt ein bisschen glücklicher zu machen. Ihre erste Mission: Diana Spencer vor der Heirat mit Prinz Charles zu bewahren. Kann Janie die Hochzeit verhindern?
Das Buch durfte ich schon vorablesen und es hat mir gut gefallen. Allerdings daf man nicht erwarten, dass man eine erwachsene Frau vor den Problemen eines Teenagers wiederfindet. Und das Flair der 80er geht dem Roman auch völlig ab. Vielmehr lebt Janie fast zwanzig Jahre noch einmal, bis sich alles entscheidet. Sehr gefühlvoll der Roman, mit sehr viel Realismus gewürzt, sieht man von der Zeitreise ab ;)


Mittwoch, 24. Juni 2009

Mein glamouröses Doppelleben - Holly McQueen



Isabel Bookbinder arbeitet bei einem kleinen Faltblatt und misst dort die Längen der Artikel in den großen Zeitungen. Mit einem Lineal. (Anm. Soleil: Den Job gibt es offenbar wirklich!) Sie träumt davon, eines Tages einen großen Bestseller zu schreiben und quasi über Nacht reich und berühmt zu werden. Nur ist das mit dem Schreiben so eine Sache ...
Vom großen Traum zum Endprodukt braucht es eben doch noch einiges, das sich irgendwie nicht wirklich umgehen lässt. Doch Isabel scheint das nicht richtig zu realisieren, sie gibt in Verwandtschaft und Freundeskreis damit an, einen Bestseller zu schreiben, kauft sich - ganz wichtig - ein teures Notizbuch und wählt schon mal das passende Outfit aus.
Eines Tages erkrankt ihr Chef und sie soll eine Email für ihn weiterleiten. Leider erwischt sie die falsche und seine geheimen Sexpraktiken stehen am nächsten Morgen in der Zeitung. Als wäre das nicht schon schlimm genug, ist er auch noch der Ehemann einer bekannten Politikerin - mit der er schon seit Jahren nicht mehr intim war. Sie bekommt das alles leider erst verspätet mit, da sie auf der Hochzeit ihres Bruders weilt. Dort taucht auch ihre Erzfeindin und Rivalin Gina auf und zwar am Arm von Joe Madison, einem verflucht gutaussehenden und erfolgreichen Literaturagenten. Gina hat einen Roman geschrieben ...
Durch mehr Glück als Verstand findet sie einen neuen Job bei Katriona de Montfort einer sehr berühmten Kinderbuchautorin, die genauso lebt, wie Isabel sich das wünscht. 'Persönliche Assistentin' klingt doch gut. Aber auch das ist nicht so einfach, vor allem, wenn die Chefin ein schreckliches Geheimnis hütet.
Auf einer Party lernt sie dann Will kennen, den Bruder Joes. Der sieht auch verdammt gut aus, aber er ist eben nicht Joe selbst ...


Na toll, noch 'ne Hohlbirne. Als hätten wir nicht schon genug davon in der Chick Lit, reiht sich nun auch Isabel Bookbinder brav in die Schlange mit ein. Wohlwollende Kritiker nennen sie "naiv", selbst im Buch bekommt sie von Katriona dies auf ihren Visitenkarten bescheinigt. Ich nenne es dumm wie Brot.
Nun, sie ist mir nicht so unsympathisch gewesen wie beispielsweise die Protagonistin aus "Shopaholic". Und ich habe das Buch gerne und schnell ausgelesen. Aber über so eine Person kann ich nun einmal leider nur den Kopf schütteln.
Doch von vorn. Mit dem Buch habe ich schon einige Zeit geliebäugelt, was vor allem an Cover und Preis lag. Und als ich dann noch im Büchermagazin las, dass dieses Buch zu den Favoriten des Teams zählt - und die sind ja extrem wählerisch - habe ich es gleich gekauft. Zwar hatte ich auch einige Zweifel, da das Büchermagzin Literatur dieser Art eher... nein es hat sie nie dabei. Ich frage mich, ob es das einzige Buch des Genres war, das gelesen worden ist.
Isabel ist auf jeden Fall als Charakter gut gelungen, diese Überzeichnung war sicherlich Absicht. Die vielen Emails, die sie schreibt (und deren Betreffzeilen) sorgen für viel Komik, der lockere Stil für viel Unterhaltung. Realität und Phantasie Isabels sind gundverschieden, womit sich auch der Titel erklärt. Dennoch hat die junge Frau mehr Glück als Verstand. Bei den männlichen Personen, allen voran Joe und Will hapert es, die sind mir zu weich und schattenhaft gezeichnet. Der Kuss am Ende (mit wem wird nicht verraten ;) ) überraschend gefühllos. Da hätte ich mir mehr Intensität gewünscht.
Natürlich sehe ich, was dem Buch zum Bestsellerstatus verhelfen wird, wenn es den nicht schon hat. Das Thema "Junge Frau in langweiligem Job, mit blödem Freund, träumt von der ganz großen Karriere" spricht sicher viele Leser an. Angeblich hat allein in Deutschland jeder Fünfte einen fertigen Roman in der Schublade.
Isabels Leben ändert sich rasant, praktisch über Nacht. Dazu bekommt sie natürlich auch einen bösen Gegenpart in Gina. Die allerdings tritt so gut wie nie auf. Der Wortwechsel auf der Hochzeit hat mir gefallen, davon hätte Holly McQueen (klaro: ein Pseudonym!) ruhig noch viel mehr einbauen dürfen. Dieses Buch hat mir gut gefallen, aber ich warne wieder alle, die diese ganzen Hohlbirnen nicht abkönnen. Man möchte sie am liebsten erwürgen ...
Wenn es nicht so unterhaltsam geschrieben wäre, ich hätte nicht zuende gelesen.


Übrigens: Das Büchermagazin hat ein Interview mit der Autorin geführt, in dem sie verraten hat, dass es nicht nur einen, sondern bereits zwei Fortsetzungen gibt. "Im neuen Roman verliebt sich Isabel in die Idee, Fashion-Designerin zu werden, weil dieses Romaneschreiben nicht so ganz klappt und weil sie glaubt, dass sie als Modeliebhaberin auf jeden Fall Designerin werden sollte. (...) Im dritten Roman, an dem ich gerade arbeite, wird Isabel übrigens Wedding-Plannerin – aus den gleichen Motiven selbstverständlich."


Dienstag, 23. Juni 2009

Hinreißend untot - Karen Chance



Teil 2! Teil 1 ist hier


Cassandra ist also die neue Pythia, wer hätte das gedacht? Aber Myra, ihre Gegenspielerin ist davon wenig begeistert und versucht alles, um Cassie daran zu hindern, das Amt zu übernehmen. Dabei hat sie es vor allem auf Mircea abgesehen, da er stets seine schützende Hand über Cassie gehalten hat. Und noch etwas ist neu: Cassie leidet unter einem Geis, einem magischen Zauberbann, der sie an eine Person bindet. Das sollte verhindern, dass sie vor ihrem neuen Amt eine geschlechtliche Beziehung eingeht, denn die Pythia muss jungfräulich sein. Niemand anderer als Mircea hat ihr diesen Bann verpasst und auf einer ihrer Zeitreisen - von Myra gezwungen - belegt sie unabsichtlich Mircea mit einem gleichen Geis. Beide können nicht voneinander lassen ... doch Cassie will keine Pythia sein, sie fürchtet sich vor der Macht und um die Weihe zu vollziehen, muss sie ihre Jungfräulichkeit verlieren.
Der Geis lässt nicht zu, dass jemand anderer als Mircea oder einem ihm Vertrautem sich Cassie nähert und die Pythiamacht versucht alles, damit Cassie Männer zugeführt werden. Was soll sie nur tun? Ganz nebenbei ist auch noch der Rat hinter ihr her und es wird aufgedeckt, dass Agnes, die alte Pythia ermordet wurde ...


Mir hat Teil 2 gut gefallen, wenn auch nicht so sehr wie Teil 1. Es gibt ausgesprochen viel Action, Cassie hat kaum Zeit, sich umzusehen, da erscheinen schon neue Gegner oder sie muss sich einer gefährlichen Situation stellen. Ihr Gegenspieler Pritkin kämpft plötzlich auf ihrer Seite.
Der Anfang erschien mir zäh, was vor allem daran lag, dass es zwar mal wieder viele Männer gab, aber keinen, mit dem Cassie sich eingelassen hätte und Mircea taucht nur selten auf und wenn, dann in den Zeitreisen - die übrigens diesmal wirklich geglückt sind.
Fast vor Ende kommt jede Menge Erotik ins Spiel, die ich sonst eher etwas vermisst habe.
Was auf jeden Fall richtig gut geworden ist, sind die Einfälle Karen Chances. Da gibt es Schrumpfköpfe, die ätzende Witze erzählen oder die drei Graien, die Cassie beschützen wollen und ihr auch mal Eingeweide als Geschenk bringen. Die Komik, die hineinkommt, ist unschlagbar.
Alles in allem ein gelungener zweiter Teil, der mich mit Spannung auf den dritten warten lässt.


Montag, 22. Juni 2009

Süß schmeckt die Liebe - Julie Cohen



Erscheinungstag: Mittwoch, 13. August 2008
Bandnummer: 1827


Joanna ist Lehrerin und hat gerade einen Heiratsantrag abgelehnt. Sie möchte einfach kein biederes Leben. Zudem hat ihr Vater nicht nur ihre Mutter, sondern auch zwei Stiefmütter betrogen und so fällt es ihr schwer, an die große Liebe zu glauben.
Doch dann trifft sie in den Ferien einen geheimnissvollen Mann im Museum und folgt ihm. Sie landen in der Besenkammer und haben leidenschaftlichen Sex. Bei einem Kaffee danach erfährt sie, dass Brunos Zwillingsbruder kürzlich gestorben und er wegen seines kleinen Neffen nach London umgesiedelt ist. Sie verbringen eine heiße Nacht miteinander. Obwohl es sie zueinander zieht, sind sich beide klar darüber, dass sie es dabei bewenden lassen wollen. Keiner sucht eine ernste Beziehung.
Doch drei Wochen später stellt Joanna fest, dass sie schwanger ist. Sie muss es Bruno sagen, der keine Familie mehr hat. Kein einziges Mal hat er sie angerufen und doch ist er ihr nie aus dem Kopf gegangen. Bruno reagiert anders als erwartet: er schlägt ihr die Ehe vor, in die sie einwilligt. Unter der Bedingung, dass sie in der Ehe alle Freiheiten haben wird und es nur um das Baby geht. Gemeinsam im Bett ist ebenfalls ausgeschlossen. Ob Bruno sie davon abbringen kann?

Ein echter Julie Cohen Roman und das für schlappe 2,30 Euro. Den musste ich haben! Vielleicht bin ich ja mittlerweile etwas voreingenommen, aber auch dieser hier hat mir wirklich gut gefallen. Cohen hat einfach ein Händchen für "Körper will, Kopf nicht".
Obwohl einiges am Inhalt recht ... bedenklich und klischeehaft klingt, war ich mir von Anfang an sicher, dass Cohen es glaubhaft umzusetzen weiß. Und das ist wirklich so! Sie ist eben keine Anfängerin und versteht es, Geschichten zu erzählen. Bei jedem anderen hätte ich spätestens in der Besenkammer das Handtuch geworfen und mehr als nur die Augen verdreht.
Joanna ist eine sympathische Frau, obwohl man als weiblicher Leser eigentlich auf Abwehrkurs geht, wenn man liest, dass sie jemandem das Herz gebrochen hat. Umso erfreulicher zu erfahren, dass sie ihres entdecken wird. Bruno ist, wie alle männlichen Helden in Cohens Romanen, selbstsicher und doch gefühlvoll. Harter Kerl, weiches Herz. Und er setzt auf Gleichberechtigung, kein Dominiergehabe.
Das einzige, was ich hier nicht so gelungen finde, ist der Name "Bruno", denn einem Schlägertypen mit Sonnenbrille ähnelt diese Figur nun wirklich nicht.
Ansonsten ein Roman, wie ich ihn haben will!


Sonntag, 21. Juni 2009

Lesefragen



Im Forum gibt es eine neue Rubrik: "Was liest...?" und ich dachte mir, ich könnte mich selbst auch mal verschiedene Dinge, meinen Lesealltag betreffend, befragen.

1. Wer hat Dir das lesen schmackhaft gemacht?
Meine Eltern definitiv. Mein Vater hat mir als Kind immer vor dem Schlafengehen eine Geschichte vorgelesen, was mich unheimlich fasziniert hat. Ich konnte nämlich nicht verstehen, wie das alles in dieses kleine Buch reingepasst hat. *g* Meine Mutter liest ebenfalls sehr viel und hat daher schon immer dafür gesorgt, dass ich ihr nacheifere.

2. Was ist das erste Buch, das Du jemals gelesen hast?
Das weiß ich nicht mehr. Aber ich erinnere mich gerne an all meine Märchenbücher (die teilweise noch im Keller meiner Eltern stehen). Das Lieblingsbuch, das ich gelesen habe, wenn ich bei meiner Oma war, hieß: "Sonnenkäfer Klärchen". Von ihrer Liebe zur Sonne und ihrem Vergleich zu mir (hell, gelb, rund und strahlend) rührt auch mein Onlinename.
Später waren es Bücher von Astrid Lindgren, die ich las. "Die Kinder von Bullerbü" ist mein Liebling. "Ottokar Domma" ist ein kleiner, frecher Junge, der seit 1967 die Kinder im Osten begeistert hat. Dauernd nur Streiche im Kopf. Den habe ich auch gelesen.
Mit dreizehn, vierzehn wurde ich mit Mädchenbüchern überschüttet, die ich damals gar nicht leiden konnte und eigentlich auch nie las. Mit sechzehn stieß ich auf meinen ersten Fantasyroman (Hohlbein: Die Kinder von Troja) und kam dann nicht mehr vom Genre weg.

3. Was liest Du derzeit und wie gefällt es Dir?
Ich habe gerade "Die Zickenmafia" beendet, das ich eigentlich recht gut fand. Las sich schnell weg und hat mich gut unterhalten. "Kalix" ist auch nicht übel, aber ich merke, wie ich das Buch ständig unterbreche. Ob das gut oder sauschlecht ist, weiß ich noch nicht.

4. Wer sind Deine Lieblingsautoren und warum?
Das ist irgendwie eine blöde Frage. Meine Lieblingsautoren variieren von Jahr zu Jahr. Was mich mit fünfzehn angesprochen hat, gefällt mir mit fünfundzwanzig vielleicht auch noch, aber es reißt mich nicht mehr mit.
Marion Zimmer Bradley mochte ich eine Weile lang sehr und habe so ungefähr alles von ihr gelesen, was ich in die Finger bekommen habe. "Die Nebel von Avalon" (und die drei dazugehörenden) verstehen sich von selbst, ebenfalls die Darkoverromane.
Robert Jordan, einer der wenigen Männer in der Liste und seine "Das Rad der Zeit" Bände gefallen mir noch immer. Leider ist er schon verstorben und konnte die Reihe nicht beenden.
Kristen Britain und ihr "Grüner Reiter" (in der Neuauflage wurde das umbenannt) gefielen mir auch sehr und ich suche noch nach dem dritten Teil, den ich unbedingt noch lesen will.
Robin Hobb schlägt alle bisher. Die Weitseher-Trilogien sind das beste in der Fantasy, das ich je gelesen habe und ich habe schon viel gelesen.
Julie Cohen ist ganz neu hinzugekommen, sie schreibt keine Fiktion, aber ihre Liebesromane sprechen mich sehr an, da sie "Kopf sagt nein, Herz sagt ja" hervorragend rüberbringen kann.
Was mir hierbei auffällt ist, dass es doch sehr lange dauert, ehe sich ein Lieblingsschriftsteller herausbildet. Immerhin lese ich Liebesromane nun auch schon eine Weile. In letzter Zeit bin ich auf andere Autorinnen gestoßen, die mir sehr gut gefallen haben, aber nach nur einem Buch möchte ich keinen in meinen Olymp heben, da braucht es schon drei und mehr.

5. Welches Buch möchtest Du nie und unter keinen Umständen geschenkt bekommen?
Grundsätzlich kann man mir alles an Büchern schenken, ich weise erst einmal nichts zurück. Nur wenn ich das Buch schon habe, und das ist durchaus sehr wahrscheinlich, dann ist das schlecht. *g* Falls es mir nicht gefällt, gebe ich es gern in andere, freudigere Hände. Ja, ich weiß, mit Geschenken macht man das nicht, aber Bücher sind da halt eine Ausnahme.

6.
Nina fragt: Liest Du auch fremdsprachige Bücher?
Ich versuche mich immer mal wieder am englischen, schon allein, weil es z.B. von Julie Cohen nicht alles auf deutsch gibt. Aber ich scheitere sehr oft, da ich Sprachenunbegabt bin. Ich werde allerdings nicht aufgeben.

7. Was glaubst Du, welchen Stellenwert hat das Buch heutzutage noch?
Das ist so eine Frage, als würde man fragen: Welchen Stellenwert hat die Familie noch? Sicherlich einen großen. Doch sie wandelt sich: es gibt nicht mehr nur Schema Mutter-Vater-Kind, es gibt Patchworkfamilien, Homoehen, Alleinerziehende usw. Das bedeutet ja nicht, dass deswegen gleich die Bedeutung der Familie an sich abnimmt. Im Gegenteil, sie wandelt sich nur ein wenig.
Und genauso denke ich mir das auch bei Büchern. Sie werden immer einen Lebensinhalt bei vielen Menschen haben - egal in welcher Ausprägung. Aber ob ich nun ein Taschenbuch lese oder ein E-Book bleibt sich eigentlich gleich. Um das Medium, das ich benutze, geht es letztendlich nicht. Mit Geschichten haben sich die Menschen schon immer die Zeit vertrieben, das wird sich so schnell nicht ändern.


Samstag, 20. Juni 2009

Film: Der Teufel trägt Prada



Die graue, aber schlaue Maus Andy Sachs (Anne Hathaway) hat das geschafft, wofür tausende andere junge Frauen morden würden. Gleich nach ihrem Collegeabschluß bekommt sie den Job als Assistentin bei Miranda Priestly (Meryl Streep), der angesagtesten und mächtigsten Modegöttin des Runaway Magazines. Anfangs begeistert, merkt Andy schnell, dass sie nur eine von vielen ist und Miranda mit nichts zufrieden stellen kann. Außerdem machen es ihr die anderen Mitarbeiterinnen nicht leicht. Die wissen nämlich, was up to date ist und kleiden sich dementsprechend. Die Haare immer exquisit, Strähne für Strähne akkurat gelegt, stöckeln sie auf ihren Pfennigabsätzen um Andy herum.
Doch Andy beißt die Zähne zusammen, denn schließlich ist das ihre Chance. Dass sie sich dabei mehr und mehr in das verwandelt, das sie zuvor abgelehnt hat, merkt sie nicht. Ihre Feunde und ihr Partner fühlen sich mehrmals vor den Kopf gestoßen, dringen aber kaum zu ihr durch.
Erst als Andy hautnah miterlebt, was Miranda bereit ist alles für ihren Job zu opfern und dabei auch über Leichen geht, fängt sie, die Sache zu überdenken.

Ein Film nach der Romanvorlage von Lauren Weisberger ("Die Party Queen", "Ein Ring von Tiffany" und natürlich "Der Teufel trägt Prada"), ganz in der Tradition der jungen Frauenromane. Und das mit zwei Spitzenschauspielerinnen, die meiner Meinung nach noch den ein oder anderen Schnitzer in der Handlung rausgerissen haben. Andere hätten es vielleicht lächerlich aussehen lassen, aber Meryl Streep weiß, wie man eine biestige Chefin gibt, die weiß, wer sie ist und dabei nie wirklich die Contenance verliert.
Die Besetzung von Andy fand ich dagegen nicht ganz so gelungen, was aber auch daran liegen kann, dass mich Anne Hathaway unglaublich nervt, seit ich sie in "Plötzlich Prinzessin" sehen musste (Eine Freundin hatte Geburtstag und hat uns mitgeschleift.) Und ich kenne auch das Buch nicht.
Dennoch garantiert der Film einen netten Fernsehabend, auch wenn er sich an der ein oder anderen Stelle etwas zieht. Erstaunlicherweise kann ich gar nichts weiter zum Film mehr sagen. Streep hat nicht umsonst Preise dafür gewonnen, ohne sie wäre das alles nur noch die Hälfte wert. "Der Teufel trägt Prada" ist ein weiterer Modewelt-auf-die-Schippe- Nehmer, neben „Prêt-à-Porter“ und "Zoolander" (den ich neulich zum ersten Mal gesehen habe) würden mir keine weiteren einfallen. Der Film ist eigentlich nicht sonderlich umwerfend, aber zusammen mit den Schauspielerinnen funktioniert er irgendwie.



DVD
FSK: ohne Altersbeschränkung,
Spieldauer: 104 Minuten
Bild: Widescreen,
Ton: Dolby Mehrkanalton AC3
Sprache: Deutsch, Englisch Untertitel:
Deutsch, Englisch, Türkisch
Mit Meryl Streep, Anne Hathaway, Stanley Tucci u. a.
Regie: David Frankel. 20th Century Fox


Freitag, 19. Juni 2009

Die Verlockung des Highlanders - Patricia Potter



Das ist Serienteil 2. Der 1. "Liebeszauber der Highlands" folgt demnächst.

Kimbra ist alleinerziehende Mutter und das im Jahr 1513. Ihr Mann starb vor zwei Jahren und sie wohnt noch auf dem Land des Clans in einem hübschen Haus, mit einer Kuh und einem prächtigen Ross. Das ruft Neider auf den Plan, ist sie doch keine geborene Charlton. Also soll sie wieder heiraten. Am besten Cedric, den Cousin ihres Mannes, der aber hartherzig und falsch ist. Er ist nur an ihrem Körper und ihrem materiellem Besitz interessiert.
Als sie ihn nun immer wieder zurückweist und das mit Billigung des Clanchefs, zwingt er sie, sich an den Raubzügen zu beteiligen, die daraus bestehen, dass die Frauen auf das Schlachtfeld gehen, nachdem der Kampf vorüber ist. Nicht etwa, um den Verletzten zu helfen, sondern um alles, was nicht Niet und Nagelfest ist zu stehlen. Kimbra ist nicht wohl dabei, aber sie kann so auch ein bisschen was für Audra, ihre Tochter zurücklegen.
Da stößt sie auf einen verletzten Schotten und beschließt, ihn mitzunehmen und zu pflegen. Vielleicht, so denkt sie sich, kann man für ihn Lösegeld erpressen. Der gutaussehende Mann, den sie Robert tauft, hat aber dummerweise sein Gedächtnis verloren und beide kommen sich immer näher. Auch zu Audra ist er sehr gut. Cedric ist eifersüchtig und versucht, hinter das Geheimnis zu gelangen. Schließlich wird der Clan verraten und Cedric beschuldigt Robert, von dem er nun weiß, dass er dem Feind angehört ...

Mir hat das Buch eigentlich recht gut gefallen. Die Figuren sind so, wie man das erwartet, sie handeln gemäß ihren Wegen, keiner bricht aus. Dadurch wird die Handlungs aber leider auch etwas vorhersehbar, was aber dem Lesevergnügen keinen Abbruch tut.
Kimbra hat einen seltsamen Namen, der so gar nicht zu ihr zu passen scheint. Sie ist eine starke, liebevolle Frau ohne Ecken und Kanten, aber dennoch sympathisch. Die kleine Audra hat mir sehr gut gefallen, sie ist niedlich und schlau. Robert sieht nicht nur gut aus und kann kämpfen (obwohl er das eigentlich verabscheut), er hat auch viele andere Qualitäten. Nichts in der Beziehung ist kitschig, sondern glaubhaft. Die erotischen Szenen sind Patricia Potter wirklich gelungen und der Moment des Herzschmerzes lässt ebenfalls nichts vermissen.
Obwohl der Roman nicht aus den (vom Genre) vorgegebenen Bahnen ausbricht, besticht er durch seine Einfachheit. Einfach fallen lassen und eintauchen in die Zeit des Mittelalters, als Schotten und Engländer gegeneinander kämpften und mutige Frauen ihre Ehemänner auf dem Schlachtfeld fanden. Ist gut lesbar und somit zu empfehlen.


VERLOSUNG
Das Buch, das ich als Gewinn stiften möchte, ist einmal gelesen. Wenn Ihr das Buch haben wollt, müsst Ihr folgendes tun: Schreibt eine Rezension für diesen Blog.
Ein Buch Eurer Wahl, das aber im weitesten Sinne eine Liebesgeschichte enthalten muss, das restliche Genre (Fantasy, Krimi ...) ist egal. Bitte teilt Eure Rezi in einen inhaltlichen Teil (150-200 eigene Wörter) und einen Meinungsteil (200 oder mehr Wörter).
Mit der Teilnahme erklärt Ihr Euch bereit, dass Eure Rezension unter Eurem Namen oder Nicknamen hier in diesem Blog gepostet wird. Nehmen mehrere Leute teil, entscheidet das Los. Es muss keine hochgradig super formulierte, einen Germanistiker verblüffende Rezi sein. Mir geht es um Eure persönliche Meinung. Die einzige Bitte, die ich habe ist, dass Ihr doch bitte ein klein wenig auf die Rechtschreibung achtet.
Also dann. Wer Lust bekommen hat, sich daran zu versuchen, der schreibe bis zum 30.06.09 eine Email an: fayum[at]gmxPUNKTde
Als Betreff gebt bitte den Titel des Buches an.
PS: Damit ich Euch das Buch schicken kann, müsst Ihr mir im Gewinnfall Eure Adresse mitteilen. Gern kann der Tausch auch über Tauschticket.de stattfinden.


Donnerstag, 18. Juni 2009

Frühlingsküsse - Roisin Meaney



May hat eine Kette von einem Unbekannten geschenkt bekommen und hofft, sie sei von ihrem heimlichen Schwarm dem Briefträger. Sie hat vor einigen Jahren ihren gutbezahlten Job aufgegeben, um dann von Gelegenheitsjobs zu leben. Allerdings ist sie wirklich begabt was Gartenarbeit und anstreichen angeht, verdient damit auch gut. Ihr Verlobter hat sie kurz vor der Hochzeit sitzen lassen, um dann klammheimlich ihre Cousine zu ehelichen. Von dem Schock erholt sie sich nur langsam. Während ihrer Arbeit trifft sie auch auf Nachbarn. Das schwule Pärchen von nebenan oder die Lehrerin, die ein Verhältnis mit dem gebundenen Vater einer Schülerin hat. Ihre Haushaltshilfe - ihr pflegebedürftiger Vater lebt bei ihr - die anscheinend eine super Ehe führt, aber von ihrem Mann terrorisiert wird. So erlebt der Leser eine Woche im Leben all der Personen und auch, dass May sich neu verliebt.

Das Buch hat mir gut gefallen, aber es hat leider ein ganz großes Manko: die vielen Personen. Meaney lässt jede einzelne von sich erzählen. In kurzen Abschnitten von einer bis drei Seiten berichten sämtliche Leute in der Umgebung Mays und darüber hinaus (jeder scheint jeden irgendwie zu kennen) von ihren Alltäglichkeiten. Da wäre eine Personenliste angebracht gewesen; ich habe mir eine solche erstellt, denn wenn man das Buch mal einen Tag zur Seite legt, hat man am nächsten ein Problem.
Cover und Klappentext suggerieren einen fröhlichen, unbeschwerten Roman für laue Sommernächte, aber genau das ist ein Trugschluß. Hier wartet wesentlich mehr. Von Ehebruch, Schwulenfeindlichkeit bis hin zu Gewalt in Familien ist alles dabei. May spielt nur eine der vielen tragenden Rollen und beinahe ist sie auch die einzige, die so etwas wie ein Happy End vorlegen kann.
Sieht man allerdings davon ab, ist das wirklich ein schönes Buch, das mir sehr gefallen hat. Jede Person ist einzigartig und ich lernte sie genug kennen, um mit ihr fühlen zu können. Auf alles hat Meaney Rücksicht genommen, alles hängt irgendwie zusammen. Hätte die Autorin doch nur nicht alles mit den letzten beiden Sätzen verdorben ...
Nein, das Buch ist wirklich lesenwert und ich empfehle es gern weiter.


Mittwoch, 17. Juni 2009

Einfach mal Danke sagen



Viele Bücher, die hier auf diesem Blog zu finden sind, habe ich durch den LoveLetter (HP) gefunden. Und viele davon auch für ihn gelesen und rezensiert. Diese möchte ich einmal aufzählen - rückwärts im Blogdatum:

Ghostwalker - Die Spur der Katze - Michelle Raven
Dinge, die Frauen aus Liebe tun - Melissa Bank
Mr. Right, Lady Di und ich - Catriona McCloud
Der Frühstückskrieg - Penny Smith
Liebe im Schlepptau - Julie Cohen
Schwestern des Mondes - Die Vampirin - Yasmine Galenorn
Liebe macht lustig - Kate Saunders
Hinreißend untot - Karen Chance
Die Verlockung des Highlanders - Patricia Potter
Frühlingsküsse - Roisin Meaney
Die geteilte Krone - Isabel Glass
Schwestern des Mondes - Die Katze - Yasmine Galenorn
Die Nonne und der Wikinger - Hilke Sellnick
Ein Haus in Schottland - Christa Canetta
Untot mit Biss - Karen Chance
Der Glücksunfall - Julie Cohen
Schwestern des Mondes - Die Hexe - Yasmine Galenorn
Fluch der Highlands - Deborah MacGillivray
Gebieter meines Herzens - Karen Ranney
Heute und ein Leben lang - Allison Wnn Scotch
Hochzeitsglocken für Lady Lucy - Julia Quinn
Mein schottischer Rebell - Sue Ellen Welfonder
Im Bann des Piraten - Elaine LeClaire
Im Aufruhr der Gefühle - Darlene Marshall
Gegen das Sommerlicht - Melissa Marr
Luisas Töchter - Lynn Austin (als Geschenk erhalten)

Anhand dieser Auflistung ist sicher sofort zu sehen, wie mannigfaltig das Genre der Liebesromane ist. Im LoveLetter gibt es eine tolle Auflistung aller "Unterarten", stets auf der ersten Seite der Bücher, die das Team des Magazins gelesen hat. Übrigens gibt es hier nicht nur gute Rezis. Ganz im Gegenteil! Im Gegensatz zu manch anderen Magazinen, Foren, Homepages oder Blogs, die das gleiche Genre bedienen, hat sich der LoveLetter immer eine eigene, freie Meinung erhalten. Nicht immer gefiel das den Autoren diverser Romane, aber ganz sicher den Lesern!

Warum ist das Genre eigentlich so verschrien? Darüber könnte man sicher ganze Artikel mit hunderten von Seiten schreiben und das mache ich vielleicht auch irgendwann. Fakt ist aber, dass sich die meisten Verlage, ganz besonders die größeren, über jene Romane finanziert, über die stets geringschätzig gelächelt wird. So hat es mich persönlich nicht gewundert, auch im neuen PAN Verlag (Livebook) Romances zu finden. Das sind Verkaufsschlager!

Leser dieses Blogs erinnern sich vielleicht, dass ich vor einiger Zeit eine Lesekrise hatte. Dabei wäre mir davor nie in den Sinn gekommen, dass mich mal jemand so von meiner neuen (erst seit etwa einem Dreivierteljahr) Passion im Lesen abbringen könnte. Was mir am meisten geholfen hat, war das lesen. (Ja, erstaunlicherweise *g*) Durch den Loveletter war ich "gezwungen" die Bücher, die bei mir ankamen auch zu lesen, ohne ihn, hätte ich sicher wochenlang keinen Liebesroman in die Hand genommen. Gott sei Dank tat ich es doch! Die Romane, die ich in diesem Monat vorab lesen durfte waren allesamt überzeugend und haben mir sehr gefallen. Dabei zu nennen "Dinge, die Frauen aus Liebe tun". Der Roman spricht bestimmt nicht jeden an, aber ich konnte mich zu einem großen Teil in der Protagonistin wiederfinden.

Was ich nun so gar nicht verstehen kann ist folgendes: Auf zwei, voneinander unabhängigen, Blogs zweier Buchhändler (eine in Ausbildung) konnte ich zu meinem tiefsten Bedauern nachlesen, dass sie verschiedene Bücher niemals einem Kunden weiterempfehlen würden. Darunter Chick Lit und "Liebesromane". Ich glaube nicht, dass sie beide auch nur eine Definition des Genres hätten abgeben können. Wie kann aber jemand, auf den man sich im Laden verlassen muss, so eine (unerlaubte) Vorauswahl treffen? Für mich glatt noch ein Grund im Internet oder direkt über den Verlag zu bestellen. Und ganz wichtig dabei: Gleichgesinnte suchen! Da weiß man, dass man gut beraten wird, klar werden auch manche Liebesromane "zerrissen", aber gleichzeitig andere gelobt. Von Gernlesern für Gernleser. Genauso macht es der LoveLetter und das finde ich gut so.

Mein Wort des Tages. :) Und nun gehe ich lesen.


Dienstag, 16. Juni 2009

Süß wie Blut und teuflisch gut - Mary Janice Davidson



Hachje, Betsy ist die neue Vampirkönigin und versucht - auch im Auftrag ihrer Freundin Jessica - die Vampire zu "erziehen" und Normalos zu beschützen. Ihr Haus wird von Termiten belagert und sie kann dort nicht mehr bleiben. Aber woher soll sie nur Geld bekommen? Ein Job muss her! Gar nicht so einfach als Untote. Durch Zufall gerät sie in die Schuhabteilung bei Masters und wird eingestellt, was Sinclair fast zur Rage bringt. Auch die anderen, z.B. Tina, können nicht fassen, dass Betsy arbeiten geht.
Dann werden Vampire von einer geheimnisvollen Gruppe aufgespürt und gepfählt. Betsy muss sich darum kümmern und lässt sich in all dem Streß dazu überreden, in eine vornehme, alte Villa umzuziehen, die Jessica gekauft hat. Dass das kleine Mädchen, das dort rumhängt ein Geist ist, fällt ihr recht spät auf ... Sie lernen einen netten Pater und die "Blade Warriors" kennen, die ein offenbar völlig falsches Bild von Vampiren hatten, das Betsy nun gerade rücken muss. Die Überfälle auf die Untoten hören allerdings nicht auf und es wird klar, dass nur ein anderer Vampir dahinterstecken kann.
Sinclair quartiert sich kurzerhand bei Betsy ein.

Den zweiten Teil las ich noch schneller aus, als den ersten. Eine wirklich nette Lektüre für zwischendurch, nicht anspruchsvoll, aber unterhaltsam. Sinclairs Hartnäckigkeit und Betsys erfolglose Abwehr sind lustig und teilweise sogar recht gefühlvoll. Mir ist leider nicht so ganz klar, warum er so hinter ihr her ist, immerhin kennen sich die beiden kaum. Woher also die "große Liebe"?
Die Auflösung mit dem kleinen Mädchen war etwas gestelzt, aber irgendwie nimmt man das Davidson immer ab.
Die Blade Warriors ziehen eine junge Leserschaft an und fast die ganze Zeit über habe ich gedacht, dass die Geschichte sich bestimmt super verfilmen ließe. Ob das gut oder schlecht ist, liegt im Auge des Betrachters. ;)
Ernsthafte Themen vermisst man bisher natürlich, aber ich habe mal die Klappentexte der Folgebücher durchgeschmökert und es scheint, als ändere sich das. Wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass Davidson dann auch ernst damit umgeht.
Auch Teil 2 hat mir gut gefallen. Tatsächlich suche ich gerade nach Teil 3 und hoffe, dass Weltbild noch einen Doppelband mit 3 und 4 herausgibt. Kann ich also auch empfehlen, allerdings mit der Einschränkung, dass das Thema dem Leser liegen sollte.
Meine Mutter, die Vampirgeschichten nicht mag, liest Teil 2 gerade mit beinahe so etwas wie Enthusiasmus. Karen Chance und Karen Marie Moning ("Im Reich des Vampirs") konnten sie nicht überzeugen.

1. Weiblich, ledig, untot
2. Süß wie Blut und teuflisch gut
3. Happy Hour in der Unterwelt
4. Untot lebt sich's auch ganz gut
5. Nur über meine Leiche
6. Biss der Tod euch scheidet
7. Wer zuletzt beißt
8. Die mit dem Werwolf tanzt


Montag, 15. Juni 2009

Weiblich, ledig, untot - Mary Janice Davidson



Elisabeth - Betsy - Tylor (keine Witze!) hat es nicht leicht. Sie arbeitet als Sekretärin für ein Monster von Chef und wird dann auch noch von ihm gefeuert. Als sie ihre Katze retten will, wird sie überfahren, stirbt und steht wenig später als Untote wieder auf. Dass sie jetzt offenbar ein Vampir ist, stört sie nicht so sehr wie das grässliche pinke Kostüm, in dem sie die Ewigkeit antreten sollte und die billigen Schuhe an ihren Füßen. Steckt da etwa ihre Stiefmutter dahinter? Die hat ihr doch schon immer ihre geliebten Pradas, Manolos und Ferragamos geneidet!
Wirklich begeistert ist sie von ihrem neuen "Zustand" nicht und versucht, sich umzubringen. Doch das ist gar nicht so leicht, wenn man schon tot ist. Schließlich rettet sie eine Mutter und ihre Tochter vor üblen Kerlen und tötet zwei der Männer. Zutiefst geschockt will sie sich bei sich daheim verkriechen. Doch kaum dort angekommen, findet sie die meisten ihrer Habseligkeiten in Kartons und ihre geliebten Schuhe sind alle weg. Wer das war, ist wohl klar! Sofort macht sie sich auf den Weg zu ihrer Stiefmutter und ihrem Vater und tischt ihnen die Wahrheit auf. Auch ihre allerbeste Freundin Jessica ist dort und wollte die Schuhe retten. Schließlich wird auch noch die Mutter eingeweiht und Betsy beschließt, so weiterzuleben, als sei nichts geschehen.
So einfach ist das allerdings nicht, denn sie gerät zwischen die Fronten zweier Vampirclans. Nostradamus will sie als Dienerin haben und Sinclair sie davor retten. Dabei sind aber alle überrascht, dass sie in Kirchen gehen, Kreuze tragen und in Weihwasser baden kann. Offenbar ist sie die lange prophezeite Königin, denn auch Blut muss sie nicht jede Nacht zu sich nehmen.
Der Jahrhunderte alte Kampf spitzt sich zu und Betsy muss sich entscheiden. Dabei kann sie doch keinen der beiden leiden. Oder etwa doch?

Bei dem Buch handelt es sich um einen Doppelband, der bei Weltbild erschienen ist. War eine gute Gelegenheit für mich mal anzutesten, was so am Hype dran ist. Lange genug bin ich ja um das Buch herum geschlichen, denn ehrlich gesagt dachte ich, dass das nur so eine Hohlbirne sein kann, diese Betsy. Ist blond, liebt Designerschuhe und sonst ist auch nicht viel mit ihr los. So viel Klischee kann ich nicht ab und daher habe ich das Buch nie besorgt.
Trotz allem bin ich aber erstaunlicherweise fast neutral ran gegangen. Kapitel 1 war leider gar nichts für mich, viel zu nacherzählt und alles auf einmal. Show, don't tell, Miss Davidson, dachte ich. Aber in Kapitel 2 wurde es besser und so ging es langsam stetig aufwärts, denn ich gewöhnte mich an die doch recht seltsame Schreibe der Autorin.
Der Roman ist nichts Anspruchsvolles, aber im Genre der Vampir-Romances doch mal etwas anderes. Zum einen ist Betsy blond, in keinsterweise düster. Sie nimmt das neue Vampirdasein irgendwie an und versucht es in ihren Alltag zu integrieren. Keine seitenweisen Monologe, wie grausam diese Welt doch zu ihr ist. Sie ist oberflächlich, doch gleichzeitig kann ich nicht behaupten, dass sie mir unsympathisch gewesen sei. Auch watet man nicht in literweise geflossenem Blut. Die einfache Erzählweise macht es leicht, das Buch an einem Nachmittag auszulesen. Und erstaunlicherweise habe ich mich wirklich sehr gut unterhalten gefühlt. Warum das so ist, könnte ich nicht einmal präzise sagen. Davidson übertreibt es nicht und auch als Sinclair ihr Designerschuhe im Tausch gegen ihre Mithilfe anbietet, kam das für mich nicht gestelzt rüber und ich musste nicht die Augen verdrehen.
Dennoch sollte das Thema dem Leser liegen. Viel Romantik oder Gefühl gibt es nicht, Beischlaf zwar schon, aber auch hier wird man wirkliches erotisches Prickeln vermissen. "Weiblich, ledig, untot" ist auf jeden Fall Geschmackssache. Mir hat er gefallen.

1. Weiblich, ledig, untot
2. Süß wie Blut und teuflisch gut
3. Happy Hour in der Unterwelt
4. Untot lebt sich's auch ganz gut
5. Nur über meine Leiche
6. Biss der Tod euch scheidet
7. Wer zuletzt beißt
8. Die mit dem Werwolf tanzt


Sonntag, 14. Juni 2009

LoveLetter - Juni





An alle leidenschaftlichen Liebesromanleserinnen,

als Lara Adrian von Ihnen zur Lieblingsautorin 2008 gewählt wurde, haben wir sie sofort informiert und um ein Interview gebeten.
Unsere Fragen waren zahlreich und die Antworten ausführlich. Das aufschlussreiche Ergebnis finden Sie in der aktuellen Ausgabe.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!
Ihr LoveLetter-Team


In dieser Ausgabe:

Ein wahrgewordener Traum
Im Gespräch mit Lara Adrian

Wahre Helden, Heldinnen und Halunken
von Loretta Chase

Soundtrack: Inspiration & Erinnerung
von Julie Cohen

Romance in Space
Unter einem schlechten Stern

10 Fragen an ...
Sherrilyn Kenyon

*Verlosung* Doppelband Mary Janice Davidson



Das Buch, das ich als Gewinn stiften möchte, ist zwar gelesen, befindet sich aber in gutem Zustand.
Wenn Ihr das Buch haben wollt, müsst Ihr folgendes tun: Schreibt eine Rezension für diesen Blog. Ein Buch Eurer Wahl, das aber im weitesten Sinne eine Liebesgeschichte enthalten muss, das restliche Genre (Fantasy (Paranormals sind Liebesromane), Krimi/ Thriller (z.B. Romantic Crime) , Alltag...) ist egal.
Bitte teilt Eure Rezi in einen inhaltlichen Teil (150-200 eigene Wörter) und einen Meinungsteil (200 oder mehr Wörter). Mit der Teilnahme erklärt Ihr Euch bereit, dass Eure Rezension unter Eurem Namen oder Nicknamen hier in diesem Blog gepostet wird. Gern auch mit Angabe Eurer Homepages/ Blogs.
Nehmen mehrere Leute teil, entscheidet das Los. Es muss keine hochgradig super formulierte, einen Germanistiker verblüffende Rezi sein. Mir geht es um Eure persönliche Meinung. Die einzige Bitte, die ich habe ist, dass Ihr doch bitte ein klein wenig auf die Rechtschreibung achtet.
Also dann. Wer Lust bekommen hat, sich daran zu versuchen, der schreibe bis zum 30.06.09 eine Email an: fayum[at]gmxPUNKTde
Als Betreff gebt bitte den Titel des Buches an.

Die Rezi folgt in wenigen Tagen.
:)

Samstag, 13. Juni 2009

Wolf Shadow 01 - Verlockende Gefahr



Wolf Shadow 01 - Verlockende Gefahr - Eileen Wilks
Rezension vom emp1

Inhalt:
Lily Yu ist mit ihren 28 Jahren bereits Detective bei der Polizei in San Diego. Außerdem ist sie eine Sensitive, ein Mensch, der zwar Magie spüren kann, aber selbst immun dagegen ist. Als sich in der Nähe eines Nachtclubs für Werwölfe und deren Groupies ein Mord ereignet, wird sie mit den Ermittlungen betraut. Der Hauptverdächtige Rule Turner ist ausgerechnet der Thronfolger eines Werwolfclans, dazu attraktiv, und er übt auf Lily eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Wenig begeistert ist sie, als Rule ihr eröffnet, dass sie seine „Auserwählte“ ist, was eine Art schicksalhafte, unlösbare Beziehung bedeutet. Die beiden brauchen die Nähe und die Berührungen des anderen, und vor allem können sie sich nicht weit voneinander entfernen.
Rasch stellt sich heraus, dass Rule tatsächlich nicht der Mörder war, aber die Entlastungszeugin wird grausam getötet. Gemeinsam machen sich Lily und Rule, unterstützt von einer Reihe zauberhafter Wesen, an die Klärung der Mordfälle. Es geht nicht nur um Mord, es geht um eine viel größere und gefährliche magische Verschwörung, in die auch mindestens ein Kollege der Polizistin involviert sein muss. Und nebenbei müssen sich die zwei daran gewöhnen, dass sie nun ein Paar sind…

Meinung:
„Verlockende Gefahr“ ist der erste Band der Wolf-Shadow-Series. Auf Englisch gibt es fünf Bände, auf Deutsch werden Band zwei bereits im Juni, Band drei im November erscheinen. Um es gleich vorwegzunehmen: in diese Serie werde ich einsteigen.
Mir gefällt, dass Lily eine wirklich und nicht nur vorgeblich starke Frau ist. Von ihrer Verbindung zu Rule ist sie zwar nicht begeistert, aber sie kämpft nicht gegen das Unvermeidliche, und sie sinkt auch nicht nach dem üblichen Schema sofort bedingungslos in die Arme des strahlenden Helden. Dass eine Menschenfrau schicksalhaft an ein magisches Wesen gebunden ist, ist keine neue Idee, auch die gegen Magie immune Heldin kennt man bereits. Die Ausführung ist aber frisch und weitgehend klischeefrei.
Die phantastische Welt ist gut gelungen. Endlich einmal ein Buch, in dem die magischen Wesen sich nicht verstecken, sondern offen unter den Menschen leben, wenn auch nicht mit den gleichen Rechten. Die Werwölfe stehen allerdings kurz davor, die vollen Bürgerrechte zu erhalten. Es gibt jede Menge anderer Wesen, Gnome, Zauberer, Hexen, alte Götter, Telepathen etc, die oft nur als (sorgfältig konzipierte) Nebenfiguren auftreten. Darüber hinaus ähnelt die Wolf-Shadow-Welt aber unserer modernen.
Der zentrale Punkt der Handlung ist die Bindung zwischen Lily und Rule. Neben der Liebesgeschichte ist die Krimischiene aber ebenso wichtig. Mir hat diese Mischung gefallen, zumal der Spannungsbogen die meiste Zeit (von ein paar kleineren, unbedeutenden Längen abgesehen) gehalten wird. Nur das Ende ist unbefriedigend. Kein Cliffhanger, aber die große Konfrontation ist seltsam rasch abgehakt.
Zufrieden bin ich mit der Titelübersetzung (Original: Tempting Danger), die Übersetzung ist generell ohne gröbere, auffällige Fehler. Irritierend finde ich lediglich, dass Lily im Klappentext „Lili“ genannt wird.
Der Text lässt sich flüssig lesen, um nicht zu sagen: rasch und leicht konsumieren. Schnörkellos und direkt, ohne blumiges Herumschwurbeln, mit einem Schuss Humor – das ist man in diesem Genre nicht gewohnt. Sehr fein.

Fazit: eine neue Serie, in der zwar viele bekannte Elemente verwendet werden, die aber dennoch frisch und klischeefrei wirkt. Mir hat’s Spaß gemacht, in Lilys Welt einzutauchen und das Hirn auszuschalten.

emp1
hat bereits ihren Gewinn rezensiert, schaut doch einfach mal bei ihr rein!

Freitag, 12. Juni 2009

Rotes Haar im Liebesroman 7/7



Und nun?

Obwohl von vielen Seiten betrachtet, hat sich noch nicht so ganz die Frage geklärt, warum die Frauen in schottischen Liebesromanen nun so oft rothaarig sind.
Die Antwort scheint mir aber plötzlich ganz einfach: Jeder Autor, will er oder sie eine respektable Geschichte vorlegen, muss mit eben diesen Vorurteilen, Meinungen und Erwartungen, wie es sie nun einmal (leider oder nicht) gibt, spielen. Und wenn wir ehrlich sind, tun das auch die meisten zu unserer vollsten Zufriedenheit. Darum sind die rothaarigen Heldinnen der Romane oft stolz, temperamentvoll, sinnlich sowieso und nicht selten auch spirituell begabt. (Und das viel mehr, als Blondinen oder Brünette.) Ich kann an dieser Stelle nur hoffen, ich habe Ihnen nicht allzu sehr Ihre Illusionen geraubt.

Eine Frage blieb nach diesem Artikel aber für mich offen. Warum sind es meist rothaarige Frauen, über die wir uns so dermaßen die Köpfe zerbrechen? Gelten denn nicht auch für Männer einige der oben beschriebenen Stereotypen? Tatsächlich nur zum Teil. Über die „Sinnlichkeit“ eines rothaarigen Mannes hat wohl noch keiner eine lesenwerte Geschichte geschrieben. Rothaarige Männer, die Klischee ausstrahlen und leben, findet man vor allem im Zirkus. Als Clown!
Ob und inwiefern sie das verdient haben, das ist eine andere Geschichte.

Donnerstag, 11. Juni 2009

Rotes Haar im Liebesroman 6/7



Popularität Rot

Gerade im letzen Jahrhundert hat es viele Frauen gegeben, die sich die Haare ganz freiwillig rot gefärbt haben. Ob das nun daran lag, dass sie einfach auffallen wollten oder an einer neuen Welle der Emanzipationsbewegung, kann ich nicht sagen. Aber die grundlegende Idee, dass Rothaarige Selbstständigkeit und jede Menge Power repräsentieren, hält sich hartnäckig. Mit dieser Haarfarbe fällt man einfach auf und es scheint, als hätten diejenigen allen anderen unterschwellig und auf den ersten Blick etwas mitzuteilen. Individualität? Stolz? Andersartigkeit?
Nicht abzustreiten ist aber sicher die Tatsache, dass Frauen, die plötzlich ihre Frisur oder Haarfarbe ändern, damit dem Wunsch Ausdruck verleihen, einen bisher geheimen Teil ihrer Persönlichkeit hervortreten zu lassen. Mag dieser auch noch so tief in ihnen geschlummert haben: nun muss sich etwas ändern!
Doch die Faszination, die rotes Haar ausstrahlt, entstand nicht erst vor hundert Jahren. Sie hält sich schon seit Ewigkeiten. Ausdruck fand sie unter anderem in der Malerei. Hier sei Tizian (1488-1576) genannt, der die Farbe „Tizianrot“ erfand und damit, laut Irmela Hannover, die Vorliebe der Italiener der Renaissance für rotblondes Haar hervorrief. Auch die „Geburt der Venus“ (Sandro Botticelli), eines der berühmtesten Bilder der Welt (mit einer wunderschönen, unbekleideten, rothaarigen, jungen Frau), fasziniert die Menschen bis heute.
Während die meisten Künstler dieser Werke selbst nicht rothaarig waren und allenfalls eine rothaarige Mätresse aushielten, hat Stephen Douglas, der Präsident von „Redheads International“ eine Liste von berühmten Menschen der Weltgeschichte zusammengetragen, die ihm zufolge rothaarig gewesen sein sollen. Hier ein paar von ihnen und - hätten Sie’s gewusst oder auch nur vermutet?:
König Barbarossa, Alexander der Große, Cleopatra, Charlotte Corday, Galileo, Christopher Columbus, das Königshaus der Tudors (Henry VIII, Elisabeth I.), William Shakespeare, Mark Twain, Katharina die Große, Otto von Bismarck, Winston Churchill, Friedrich Schiller. Boris Becker und Barbara Meier (Germanys Next Topmodel) haben die echten roten Haare wieder salonfähig gemacht.
Es gibt auch eine Menge Liebesromanautorinnen, die selbst rote Haare haben (ob die nun echt sind oder nicht): Karen Marie Moning, Lynn Austin, Meg Cabot, Sherrilyn Kenyon, Brenda Joyce (???), Janine Frost, Jordan Dane (???), Janet Evanovich, Cherry Adair, Sandra Brown und Richelle Mead.

Die "???" habe ich gesetzt, weil ich mir anhand der Fotos nicht so ganz sicher war.

Bild: Dante Gabriel Rossetti (1828-1882)
La Ghirlandata