
Die Zeitung in der einen und den geschlossenen Becher Kaffee in der anderen Hand haltend, hangelte Kathleen sich durch die Untergrundbahn. Die Menschen wirkten seltsam unwirklich auf sie, als wären sie gar nicht real. Man sah ohnehin nur wenig von ihnen, die meisten hatten selbst hier ihre Mützen und Schals tief ins Gesicht gezogen.
‚Ich sollte ein Taxi nehmen an der nächsten Station’, dachte Kathleen, bis ihr einfiel, dass sie zu spät dran war und es sich obendrein in diesem Monat auch gar nicht mehr leisten konnte. Also fuhr sie stur weiter und ignorierte die Menschen ebenso wie den Geruch.
Im Büro war bereits die Hölle los, als sie aus dem Fahrstuhl stieg; die Telefone klingelten ohne Unterlass und die Angestellten hasteten mit ihren Papieren durch die dünnen Flure.
„Miss Foster, in mein Büro“, rief sie die strenge und nervtötende Stimme ihres Chefs, noch während sie den Mantel aufknöpfte. Kathleen nahm sich dennoch die Zeit, in den abgeteilten Bereich des Großbüros zu gehen, in dem sie arbeitete und dort Zeitung, Kaffee und ihre Tasche abzustellen.
„Du solltest dich beeilen“, raunte ihr Meggie zu, die sich über die Sperrwand lehnte und ihren tröstenden Tonfall angenommen hatte, als wäre Kathleen ein Kind, das es zu beruhigen galt. „Hannon wartet schon den ganzen Morgen auf dich. Ist selbst wieder eine halbe Stunde früher gekommen.“ Kathleen nickte gelassen, konnte aber nur daran denken, dass ihr Kaffee kalt werden würde. Sie zog ihre Bluse glatt, fuhr sich mit den Fingern durch das noch immer leicht feuchte Haar, setzte ihr falsches Lächeln auf und marschierte in Hannons Büro.










