Samstag, 28. Februar 2009

LoveLetter - März Ausgabe




Liebe Liebesromanleserinnen,


die März-Ausgabe ist verschickt. Erhältlich ist das Magazin ab dem 4. März im Bahnhofsbuchhandel und an Flughäfen, ausgewählten Buchhandlungen und in gut sortierten Zeitschriftenläden.


In dieser Ausgabe:


Auf den Drachenflügeln der Fantasie
Im Gespräch mit Shana Abé


Ihre
Favoriten
LoveLetter Award 2009


Unwiderstehliche Helden:
Der Satyr
von Elizabeth Amber


Von der Raupe zum Schmetterling
Im Gespräch mit Agnieszka Szuba


Meine Serie: Twilight
von Maggie Shayne


Leinwandküsse
Alles aus Liebe


Das Abbild einer Familientragödie
von Jordan Dane


Wahre Liebe: Eine Amerikanerin in England
von Julie Cohen


Newcomer:
Tracy Madison


10 Fragen an ...
Nancy Warren


Eine Leserin aus ...
Südafrika


Und mit
Rezensionen unter anderem zu:


Janet Evanovich: Ein echter Schatz
Elizabeth Hoyt: Mylady spielt gefährlich
Katie MacAlister: Feuer und Flamme für diesen Mann
Kinley MacGregor: Die schottische Wildkatze
Michelle Rowen: Ein bisschen verliebt


Dazu gibt es wie immer jede Menge Neuigkeiten und weitere Informationen rund um das Thema Liebesroman.Viel Spaß beim Lesen!
Ihr LoveLetter-Team

Freitag, 27. Februar 2009

Interview mit Monika Felten




Möchten Sie sich einmal kurz vorstellen? Was für einen Menschen sollte man vor Augen haben, wenn man den Namen „Monika Felten“ hört?
Oje ... Vielleicht helfen ein paar Adjektive: Unverbesserliche Optimistin, haustierlos, strebsam, fleißig, gern zurückgezogen (mit meiner Familie), glücklich verheiratet, zwei Söhne. Da ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe, zur Zeit ohne besondere Hobbys (keine Zeit)
Mein Leitmotiv stammt von Erich Kästner: Auch mit den Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, lässt sich noch etwas Schönes bauen.


Gibt es eine bestimmte Eigenschaft, die man als Autor auf alle Fälle benötigt?
Für mich gibt es sogar zwei wichtige Eigenschaften Kritikfähigkeit - Es dauerte doch eine ganze Weile, bis die Worte so auf dem Papier stehen, dass sie sich wirklich gut und schlüssig lesen. Tipps und Anregungen von Dritten ( Lektoren, Testlesern ) sind da oft sehr hilfreich und sollten zumindest dazu führen, die betreffenden Stellen noch einmal zu überdenken/überarbeiten. Einen gewissen Hang zur Einsamkeit sollte man auch mitbringen. Die Arbeit eines Schriftstellers ist – mangels Kollegen – zu einem Großteil einsam. Das muss man mögen.


An welchem Ort schreiben Sie am liebsten? Welche Atmosphäre bauen Sie sich dort auf?
Ich habe ein winziges Arbeitszimmer unterm Dach, in dem ich mich sehr wohl fühle. Beim kreativen Arbeiten brauche ich absolute Ruhe. Musik etc ... würde mich nur ablenken. Das klingt nicht gerade romantisch verklärt, aber ich muss mich in die Fantasywelten hineindenken und das geht nur, wenn ich ungestört bin.


Haben Sie am Anfang einer Geschichte eine konkrete Idee, wie das Ende aussehen wird?
Ja, immer. In der Trilogie um „Das Erbe der Runen“ wusste ich sogar schon, wie das dritte Buch endet, als ich gerade mit dem ersten Teil begann.


Was möchten Sie Ihren größten Kritikern sagen?
Das man wohl nie ein Buch für alle schreiben kann. Es wird immer Leser geben, die es mögen und welche, die es nicht mögen. ( Ich schreibe für die erste Gruppe. )


Welches Buch möchten Sie nie und unter keinen Umständen geschenkt bekommen und was ist der Grund dafür?
Ein Kochbuch. Meine Begeisterung fürs Kochen hält sich doch stark in Grenzen.


Gibt es sonst noch etwas, was Sie dem Leser mitteilen möchten?
Allen die selbst schreiben und veröffentlichen möchten, wünsche ich die nötige Kreativität, Kraft und Ausdauer für das eigene Werk und die oft aufreibende Verlagssuche. Ein Quäntchen Glück gehört immer dazu: Der richtige Werk zum passenden Verlag, am richtigen Tag. Der Lektor ungestresst und in der richtigen Stimmung und die richtige Passage, die sein Interesse weckt. Klingt nicht schwer ist es aber. Stimmt nur eines davon nicht landet der Bestseller von morgen auf dem Absagestapel. Auch dafür gibt es genügend Beispiele.


Das gesamte Interview gibt es auf
www.verlorene-werke.de zu lesen.


Dienstag, 24. Februar 2009

Film: Sinn und Sinnlichkeit








Der Vater der Dashwood-Schwestern stirbt und alles, was sie besitzen geht an ihren Halbbruder John und seine Frau Fany. Obwohl der seinem Vater auf dem Totenbett versprochen hat, für die Schwestern zu sorgen, hält er sich nicht daran. So sind die Schwestern mit ihrer Mutter gezwungen aus dem Haus zu ziehen und im Cottage eines entfernten Verwandten unterzukommen. Bevor sie abreisen, müssen sie die geizige Verwandtschaft allerdings einige Zeit ertragen. Dabei lernt die älteste Schwester Elinor den Bruder Fanys kennen. Der schüchterne Edward Ferras und sie fühlen sich sofort zueinander hingezogen. Doch Fany heißt die Verbindung nicht gut und geht dazwischen. Im Cottage lernt die kleine Familie dann Colonel Brandon kennen, ein Freund ihrer Verwandten. Er wirbt unübersehbar um die zweitälteste Schwester Marianne, die ihm aber die kalte Schulter zeigt und sich dem jüngeren und gutaussehenden Draufgänger John Willoughby zuwendet. Doch die Schwestern verfügen über kein Vermögen und sind auf die Barmherzigkeit anderer angewiesen. Dabei sind sie nur allzu oft Spielball hinterhältigster Intrigen. Doch trotz allem wissen sie sich zu behaupten, wenn dann auch alles anders kommt, als sie dachten ...


Natürlich schlägt der Film nicht meine Lieblingsverfilmung eines Jane Austen Romans: "Stolz und Vorurteil". Trotzdem könnte ich auch diesen immer wieder sehen. Starbesetzung wartet auf. Die Mutter der Schwestern (Gemma Jones) und natürlich Elinor (Emma Thompson), Marianne (Kate Winslet) und nicht zu vergessen der wunderbare Edward (Hugh Grant), bei letzterem soll die Jane Austen Gesellschaft auf die Barrikaden gegangen sein, weil er zu gutaussehend sei. Ich weiß nur, dass er und Elinor ein schönes Paar bilden. Vielleicht ist mir Marianne eine Spur zu naiv und unschuldig, aber da sie im Roman genau so sein soll, spielt Kate Winslet natürlich hervorragend. Überhaupt sind es die Gegensätze, die sich anziehen. Aber neben aller Sinnlichkeit, gibt es noch genug Verstand und neben dem Sinn, genug Gefühl. Ich traue der plötzlichen Umkehr Mariannes nicht, als der Colonel in ihr Blickfeld rückt, doch glaube ich natürlich gern, dass auch da die Liebe im Spiel ist. Die Kostüme sind hervorragend, Naturbilder gibt es ebenfalls genug und die Romanvorlage spricht für sich, wenn es um Spannung und Gefühl geht. Das ist eine rundherum gelungene Verfilmung! 7 Oscar®-Nominierungen, 2 Golden Globes und der "Goldene Bär" der Berliner Filmfestspiele sagen da genug, wenngleich ich auch viele Filme kenne, die ebenso gelungen, aber leider nicht Starbesetzt sind und daher keine Preise gewonnen haben.


FSK: ab 6 Jahre, farbig,
Spieldauer: 131 Minuten
Bild: Widescreen,
Ton: Dolby Mehrkanalton AC3
Sprache: Französisch, Englisch, Deutsch
Untertitel: Französisch, Englisch, Deutsch
Produktionsjahr: 1998


Everworld-Der Pakt mit dem Zauberer - K.Applegate




Dies ist Band drei der Reihe um Everworld. Allerdings ist er auch ohne die anderen beiden zuvor gelesen zu haben sehr gut verständlich.


Die vier Freunde David, Jalil, Christopher und April sind ganz normale Teenager. Dann werden sie allerdings eines Tages von der Halbschwester Aprils namens Senna, die magische Kräfte besitzt, in die Welt „Everworld“ gebracht. Und dort ist nichts so, wie es vorher war. Everworld ist eine Welt voller mythischer Götter, Dachen, Trolle, Zauberer, außerirdischen Wesen.. einfach allem, was garantiert zu keinem normalen Alltag gehört. Es ist auch ein Ort voller Gefahren und Gewalt. Schlafen sie in Everworld, dann sind sie wach in ihrer Welt, gehen zur Schule, haben Dates, treffen Freunde, Zoff mit den Eltern, eben alles, wie es sein soll. Schlafen sie in unserer Welt, sind sie noch immer in Everworld, denn Senna lässt sie nicht gehen und scheint dazu noch ihre einzige Möglichkeit zu sein, wieder nach Hause zu kommen. Allerdings wollen da nicht nur sie allein hin, denn da sind noch diverse Wesen, Götter und Zauberer, die es ebenfalls in unserer Welt (zurück) zieht. Die vier Freunde schlagen sich also so gut durch wie es geht und versuchen dabei, Senna nicht aus den Augen zu verlieren.


In „Der Pakt mit dem Zauberer“ haben sie gerade Begegnungen mit Wikingern und Azteken hinter sich und kämpfen gerade gegen einen Drachen, als es den Leser dazuverschlägt. Jedes Buch wird von einem anderen Charakter erzählt, der Handlung kontinuierlich folgend und hier ist es April, die uns an ihren Gedanken teil haben lässt. Als es brenzlig wird, denn der Drache will Senna töten, kommt plötzlich ein Ritter auf einem Pferd daher und vertreibt den Drachen. Es ist der berühmte Galahad. Als er April zu sich aufs Pferd holt, da sie verletzt ist, wird diese ohnmächtig und erwacht schlagartig auf der Bühne in ihrer Schule. Sie ist nämlich dort in der Theater-AG und sie hat den Text vergessen. Das einzige, was sie tun kann, ist die Zeit, die sie in dieser, ihrer und unser aller Welt hat, so zu leben und zu nutzen, als würde gar nichts anderes existieren. Keine Magie und kein Everworld. Es versteht sich natürlich, dass weder ihre Eltern, noch ihre besten Freundinnen davon wissen. Auch ihr Date Marius nicht. April erwacht in Galahads Burg und sie gehen alle zusammen zu einem Bankett. Dumm nur, dass Senna auch mit dabei ist und dazu noch viel besser aussieht in der Kleidung, die man den beiden Mädchen gegeben hat. David ist zu ihrem Schoßhündchen geworden, April ist Vegetarierin und zum essen gibt es jede Menge toter Tiere. Und dann taucht auch noch Loki auf, den sie in eher unschöner Erinnerung haben, da er Senna, die Hexe, allein für sich fordert. Und so kommt es auch beim essen zum Eklat, welches in einem Kampf endet. Den Freunden gelingt es mit Senna zu flüchten, allerdings hat Loki das Schloss von seinen Trollen umzingeln lassen und denen laufen sie glatt in die Hände. April wird von den anderen getrennt und legt aus ihrer Not hinaus ein Feuer. Das hält die Trolle allerdings nicht lange ab und wieder ist es Galahad, der gutaussehende Galahad, der sie rettet.


Habt ihr jemals davon geträumt woanders zu sein? Zum Beispiel wenn ihr in der Schule sitzt, im wirklich unerträglich langweiligen Matheunterricht. Oder zu Hause, wenn es gerade wieder Streit gab. Einfach eine andere Welt, eine, die es nur in eurer Phantasie gibt, von der keiner etwas weiß. Schöne Vorstellung? April und ihre Freunde sind mittendrin in solch einer Welt und sie finden es gar nicht schön. Aber sie haben keine Wahl, denn Senna lässt sie nicht gehen. Doch Senna ist auch die einzige Möglichkeit, wieder in die richtige Welt zurückzukehren. Das haben aber nicht nur die vier, sondern auch diverse Götter und Zauberer gemerkt. Es sind solche, die es auch in unserer Welt gegeben hat, sie alle hat es irgendwie und irgendwann einmal nach Everworld verschlagen. Und nun möchten sie wieder zurück. Dazu brauchen sie Senna. Applegate versteht es meisterhaft die Sprache der Jugendlichen einzufangen und wiederzugeben. Der Stil ist jung, spritzig und einfach echt. Was würde ich tun, wenn ich mit meinem Wissen und meinem Logikverstand in eine mittelalterliche Welt verschlagen würde, in der es kaum etwas logisches gibt? Ich weiß es nicht. April muss aber genau das tun und irgendwie nimmt man ihr auch alles ab, nicht nur sie und ihre Freunde wirken absolut echt und dreidimensional, sondern auch die Handlung. Es verwundert mich, dass Applegate (noch) nicht viel bekannter ist, denn sie scheint ein echter Geheimtipp zu sein, nicht nur für jüngere Leser, sondern auch ältere. Ein wenig wirkt es natürlich schon wie eine dieser bunten Serien für Jugendliche, die Ansichten, Meinungen und Dialoge sind jugendlich gehalten. Aber genau das macht auch einen großen Reiz des Buches aus. Es ist echt, weil April für so viele Mädchen steht, denen es ähnlich geht in ihrem Leben. Jedenfalls bis auf Everworld. Aber dieses Spiel mit „was wäre wenn“ macht die Sache ja gerade so spannend. Spannend wie das ganze Buch. Es ist nicht übertrieben gewaltvoll, es beschönigt aber auch nicht unnötig etwas oder blendet in gewissen Situationen weg, weil man ja „die Jugend vor so etwas schützen muss.“ Es ist klar, ehrlich und kennt die Jugend von heute. Die ja in gewissen Dingen (früher) reifer ist oder einfach mehr Dinge weiß, als es noch ein paar Jahre zuvor der Fall gewesen ist. Leider sind nicht alle Bände aus dem englischen ins deutsche übersetzt worden und das scheint auch nicht geplant zu sein. Immerhin bis Band 9 ist aber Lesespaß garantiert. Die einzelnen Bücher sind auch nicht lang und jeder ist auch allein für sich gut verständlich. Hervorzuheben bei dieser Ausgabe ist im übrigen auch das Cover mit schöner Silberoptik und Reliefdruck auf dem Titel.


Schwestern des Mondes-Die Hexe - Y. Galenorn




Camille ist die älteste von drei Schwestern. Durch ihre Eltern sind die drei halb Feen (Sidhe) und halb Mensch, weswegen sie eine "leichte magische Behinderung" vorweisen. Camilles Zaubersprüche - sie ist eine Hexe - gehen gern mal nach hinten los und Delilah, die sich eigentlich in eine monströse Werkatze verwandeln sollte, schafft es gerade mal zum orangen Stubentiger. Menolly wurde wenige Jahre zuvor zum Vampir gemacht.
Auf die Erde geschickt, wo man inzwischen weiß, dass all die mysteriösen Wesen, wie Feen, Elfen, Werwesen, Vampire etc. wirklich existieren, betreibt Camille einen Buchladen, Delilah ist Privatdedektiv und Menolly Besitzerin einer Bar.
Die Portale zur sog. Anderwelt sind offen. Daher gibt es auch eine Organisation, die dafür zuständig ist, Ordnung zu halten, das AND. Die drei Schwestern sind sich nicht sicher, ob sie strafversetzt wurden oder man einfach ihre halbmenschliche Herkunft nutzt. Jedenfalls bekommen sie es schnell mit einem Mord an einem kleinwüchsigen Riesen (nur 2,20 m) zu tun und erfahren, dass Schattenschwinge, der Oberfiesling, die Grenzen zwischen den Welten erneut einreißen will. Dazu benötigt er die neun Teile des Geistsiegels und die Schwestern machen sich auf, das erste Stück davon zu finden.


In der Ich-Form begleiten wird hier Camille, die Hexe, die dem Leser zunächst ihre Welt und ihre Sicht darauf vorstellt. Es gibt, wie nicht anders zu erwarten, jede Menge Männer in ihrem Leben. Den menschlichen Kommissar Chase, der mit den Schwestern zusammenarbeitet und Camilles Körper will, sich dann aber Delilah zuwendet. Den Svartaner Trillian, dem sich Camille eigentlich entziehen wollte, da eine körperliche Bindung an Svartaner abhängig macht. Und den Fuchsdämon Morio, den sie ebenfalls anziehend findet und der ihr ein eindeutiges Angebot unterbreitet.
Obwohl direkt hinein gestoßen, lässt sich die Handlung nur äußerst langsam an. Die Männer kommen ebenfalls spät hinzu und wirken beinahe daneben platziert. Die erotischen Szenen folgen unerwartet, lesen sich gut, wären aber so gesehen absolut unnötig gewesen. Sie tragen absolut überhaupt nicht zur Handlung bei. Natürlich sehen alle gut aus, doch hier ist es schon recht stark übertrieben. Camille verwendet beinahe mehr Zeit auf ihr Äußeres und Galenorn eben die auf die Beschreibung von Kleidung, Haaren und "Titten" (Zitat!), als auf die eigentliche Handlung rund um das Geistsiegel.
Im Prinzip hat die Autorin einige wirklich originelle und vielversprechende Ideen gehabt, lässt diese aber irgendwie verpuffen. Es scheint alles ohne Ziel und Sinn geschrieben, vieles passiert einfach so unerwartet und teilweise unlogisch - als müsse jetzt etwas passieren, weil es sonst zu langweilig werden könnte. Vor Klischees schreckt sie nicht zurück, wobei sie auch mit einigen spielt. Der böse Dache, der alle fressen will. Klar. Sich dann aber in eine menschliche Gestalt zaubern kann und umwerfend und exotisch aussieht. Und von Camille Smooky (Feuerspeier eben) getauft wird. Es driftet eben ein wenig zu sehr ins halblächerliche ab. Dennoch habe ich den Roman streckenweise sehr gerne gelesen. Wenn ich mich an anderen Stellen allerdings auch zwingen musste, nicht ungelesen weiterzublättern. Verpasst hätte ich dabei übrigens nichts.
Nun bin ich sehr gespannt, was Delilah in Band 2 Neues offenbaren wird, denn dort wird das weitere Geschehen aus ihrer Sicht erzählt. Schafft es Galenon, mir eine neue Person zu offenbaren oder ist es einfach wieder Camille, nur in blond? Wir werden sehen ...


Montag, 23. Februar 2009

Film: Die Hüterin der Gewürze






Tilo (Senfkorn) wird als junges Mädchen von ihren Eltern geraubt, da sie hellseherische Fähigkeiten hat. Sie kann jedoch fliehen und landet bei der Ersten Mutter, bei der sie als Hüterin der Gewürze ausgebildet wird. Die Regeln, an die sie sich zu halten hat, sind einfach. Immer die Wünsche und Bedürfnisse der anderen ihren eigenen voranstellen. Niemals ihren Laden verlassen und niemals jemand anderen berühren. Eines Tages, da ist die junge Inderin bereits in die USA übergesiedelt, hat der gutaussehende, symphatische Architekt Doug einen Motorradunfall vor ihrer Tür. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Doch Tilo weiß, dass sie ihre magischen Fähigkeiten verlieren kann, wenn sie sich ihn nicht aus dem Kopf schlägt. Und tatsächlich: alle ihre guten Ratschläge, alle ihre Gewürze schlagen fehl. Tilo ist verzweifelt und verbringt eine Nacht mit Doug, um sich dann den Gewürzen zu opfern.


Durch Zufall bin ich über diesen Film gestolpert, hatte ich doch vor, das Buch zu lesen. Was auf jeden Fall unheimlich positiv besticht, sind einerseits der Laden in seiner Aufmachung und Aishwarya Rai als Tilo. Und eigentlich auch die Idee. Doch in der Umsetzung wirkt es leider doch etwas ungewollt witzig, wenn Tilo vor ihren Gewürzen steht und sie bittet, zu ihr zu sprechen. Ebenfalls bleibt vieles ungesagt und damit eindimensional und platt. Natürlich ist die Handlung vorhersehbar, doch das ist bei Liebesgeschichten meist der Fall. Der Film ist charmant und macht die kleinen Fehlerchen wett durch wunderschöne Bilder und eine zu ihnen passende Musik - wenngleich letztere nicht so indisch ist, wie ich es gern gehabt hätte. Nette anderthalb Stunden bei Kaffee und Kuchen verbringt man auf jeden Fall. Ob ich nun zum Buch greife, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich wüßte schon gern, wie einiges schreiberisch umgesetzt worden ist und im neu erschienen Band (April) kostet "Die Hüterin der Gewürze" preiswerte fünf Euro.


Darsteller: Aishwarya Rai, Dylan McDermott, Ayesha Dharker
Regisseur(e): Paul Mayeda Berges
Komponist: Craig Pruess
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Englisch
Bildseitenformat: 16:9
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
DVD-Erscheinungstermin: 20. November 2006 Produktionsjahr: 2005
Spieldauer: 96 Minuten


Samstag, 21. Februar 2009

Noch mal Stöckchen werfen ...



Mir hat das mit dem Stöckchen werfen Spaß gemacht und was ich anderswo lesen konnte (z.B. Tinkerbell ;) ) fand ich "beeindruckend". Manchmal sind die Sätze völlig nichtssagend, manchmal aber sehr aussagestark.

Folgendermaßen funktionierts:

1. Nimm das erste Buch in deiner Nähe.

2. Öffne das Buch auf Seite 123 und finde den dritten Satz.

3. Poste die nächsten drei Sätze.

4. Wirf das Stöckchen an fünf weitere Blogger!



"Die geteilte Krone" von Isabel Glass:
"Nun, er könnte doch krank werden", erwiderte Noldeth. "Alles Mögliche könnte geschehen." Cullen kam sich dumm vor.


"Schwestern des Mondes - Die Hexe" von Yasmine Galenorn:
(..)Harpyien kommen aus den Unterirdischen Reichen, Chase. Sie sind Dämonen." Ich trat beiseite, um ihn näher an den Leichnam heranzulassen.

Das Stöckchen kann wie immer aufgreifen, wer das möchte :)


Mittwoch, 18. Februar 2009

Liebespaarungen - Lionel Shriver




Zwei Wege - zwei Schicksale und was nun wirklich geschehen ist, weiß niemand. Doch genau das ist ein Ende, das ich mir so gewünscht hätte, auch wenn es nicht ganz so fulminant ausgegangen ist, wie ich es vermutet und ein bisschen auch gehofft habe. Eine Frau, zwei Männer und eine große Entscheidung. Ein entweder-oder ohne die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass das Leben auch ohne Mann lebenswert ist. Aber Irina McGovern ist so nicht erzogen und stammt aus einer Generation, die diesen Gedanken für völlig abwegig halten muss.


Die beiden Männer könnten unterschiedlicher nicht sein. Lawrence, der aufrechte, pünktliche, sparsame Anorak-Man und Ramsey, der wilde, nach Leben hungernde Snooker-Spieler. Eigentlich hätte Lionel Shriver hier von einem Klischee zum nächsten hinken müssen, doch das tut sie nicht. Sie schafft zwei Figuren, die so, wie sie sind, absolut glaubhaft wirken, die neben den Ecken und Kanten genug Liebenswertes besitzen. Natürlich müssen sich die beiden Leben, die Irina nach dieser verhängnisvollen Nacht, in der sie mit Ramsey seinen Geburtstag feiert und ihn schließlich (nicht) küsst, völlig unterscheiden. Aber mir ist nicht klar, warum in der einen Geschichte Lawrence eine lange Zeit braucht, um über seine Irina hinwegzukommen, während er in der anderen Geschichte jahrelang eine Geliebte aushält. Oft wirkte das auf mich, als hätte ich es mit zwei verschiedenen Menschen zu tun. Klar, Shriver will mit diesem Detail die beiden Leben verflechten. Irina bricht aus, weil das Leben mit Lawrence ihr nichts mehr zu bieten hat. Eigentlich ist da nichts, was sie stört, alles ist wie immer, alles ist perfekt. Genauso muss es auch Lawrence gehen, als er die Sicherheit liebende Irina seit fünfzehn Jahren an seiner Seite hat.


Ich muss gestehen, dass ich mit dem Anfang des Romans so meine Schwierigkeiten hatte. Ich begriff erst spät, was es mit der weißen und schwarzen Kapitelzahl auf sich hatte und so war ich stark verwirrt, weil mir der Zusammenhang fehlte. Aber nach dem ersten Drittel las ich "Liebespaarungen" sehr gerne. Natürlich gab es auch Momente, in denen ich etwas grillig die weißen Kapitel verfluchte, da sie zurück zum Anfang gingen, eben das noch einmal erzählten, was ich soeben ja schon gelesen hatte. Nur eben aus der Sicht der anderen Irina. Dennoch komme ich nicht umhin, die Autorin (die eigentlich Margaret Ann heißt, den Namen aber nie mochte) für diesen Clou zu bewundern. Ich wette, sie ist beim schreiben ebenso oft verzweifelt und wollte alles hinschmeißen. Aber wie sie es geschafft hat, die gleiche Situation so völlig anders darzustellen und zu interpretieren hat mich schon tief beeindruckt. Ich glaube im übrigen auch nicht, dass nur eine der beiden Geschichten erzählt, die gleiche Wirkung auf mich als Leser gehabt hätte. Für mich, das muss ich gestehen, ist die interessantere Geschichte die mit Ramsey, aber sie allein hätte mich nicht vom Hocker gerissen. Doch gepaart mit Lawrence und dieser völlig anderen Irina wurde sie einfach noch viel reizvoller und damit lesenswerter.


Sicherheit also gibt es nicht und lieber ein kurzes Lieben, als gar keines. Interpretiere ich die Aussage des Romans richtig? Ich weiß es nicht. Aber das ist ja das Schöne daran: es gibt kein wirkliches Richtig und Falsch. Die "bessere" Variante kann sich der Leser selbst auswählen oder sich eine völlig andere ausdenken. Wie wäre es mit einer, in der sich Irina nicht so völlig mit ihrem Mann identifiziert und sich über ihn beinahe definiert? Natürlich stört es sie, dass sie nur nach ihrem jeweiligen Mann und dessen Beruf gefragt wird, weil sie weiß, dass sie das muss. Aber eigentlich ist es doch aufregend zu sagen: Ja, der ist ein weltberühmter Snookerspieler oder: Ja, der ist ein sehr bekannter Politikwissenschaftler. Ich? Ich illustriere Kinderbücher ... klar, dass den meisten Gesprächspartnern da nichts weiter zu einfällt. Wie weltbewegend soll denn das sein? Und Geld bringt es wahrscheinlich auch keines. Doch die beiden Kinderbücher in den zwei Leben zeigen deutlich, wie sehr sie sich selbst an den jeweiligen Mann verloren hat. Liebe? Ja. Aber doch mehr Sex. Armer Ramsey, irgendwann ist er weder ein guter Liebhaber, noch ein (guter) Snookerspieler. Was bleibt von ihm?
Also alles zurück zum Anfang?


Mir hat das Buch wirklich gut gefallen; eine Geschichte, die genau so und nicht anders erzählt werden sollte. Ja, es gibt die langgezogenen Passagen und ja, es liest sich mitunter stockend und langweilig, wenn sich endlos Kapitel für Kapitel wiederholt. Doch im letzten Drittel des Buches entschärft sich das Ganze und Seite um Seite, Geschehen um Geschehen fliegt am Leser vorbei. Die Idee ist wirklich hervorragend. Eine Frau, zwei Männer gibt es zwar schon so lange, wie es menschliche (Liebes-) Bande gibt, aber auf diese Weise, möchte ich behaupten, ist es mir noch nicht erzählt worden. Wirklich großes Können, Frau Shriver, alle Achtung.


Vorablesen - Mal 'ne schnöde Auflistung




"Firmin - ein Rattenleben" Sam Savage - mein erstes und immer noch heißgeliebtes. Das wird nicht getauscht! (*****)


"Schrei nach Stille" Anne Chaplet - bekommen, gelesen und vertauscht gegen
"Sorry". (****)


"Im Reich des Vampirs" Karen Marie Moning - durch Tausch erworben, gelesen, noch in meinem Besitz. (****)


"Mutige Menschen" Christian Nürnberger - bekommen, gelesen, bei meiner Mutter, die es noch lesen muss (***)


"Dem Tode nah" Linwood Barclay - bekommen, gelesen, weggetauscht gegen ? (***)


"Das Haus in den Wolken" Judith Lennox - im Edelfederpaket bekommen (auf Wunsch) gerade am lesen (?)


"Untot mit Biss" Karen Chance - bekommen, gelesen, noch in meinem Besitz (****)


"Zwerge von Amboss" Thomas Plischke - ertauscht, noch nicht gelesen


"Landliebe gesucht" Emma Hamberg - ertauscht, seit gestern in meinem Besitz, noch nicht gelesen


"Meister der Stürme" Pierre Bottero - bekommen, zusammen mit Teil 1 in meinem Besitz (****)


"Sehnsucht nach Elena" Joel Haahtela - bekommen (gegen Wunsch), gelesen, noch in meinem Besitz (****)


"Obsession" Hitomi Kanehara - ertauscht, gelesen, noch in meinem Besitz (*****)


"Sorry" Zoran Drvenkar - ertauscht, noch nicht gelesen


"Liebespaarungen" Lionel Shriver - gestern beendet, noch in meinem Besitz (*****)


Gesucht:
(nicht unbedingt in dieser Reihenfolge)


"Darling Jim" Christian Mørk - wäre ok


"Tee mit Buddha" Michaela Vieser - gerne


"Seelen" Stephanie Meyer - wirklich sehr gerne


Montag, 16. Februar 2009

Stöckchen werfen - und aufgreifen



Ich habe das Stöckchen von Tinkerbell (http://tinkerbells.wordpress.com/) aufgegriffen. Folgendermaßen funktionierts:

1. Nimm das erste Buch in deiner Nähe.

2. Öffne das Buch auf Seite 123 und finde den dritten Satz.

3. Poste die nächsten drei Sätze.

4. Wirf das Stöckchen an fünf weitere Blogger!



"Liebespaarungen"
von Lionel Shriver (mit dem ich mich doch recht schwer tue):

"Wieder schien der Londoner Verhaltenscodex außer Kraft gesetzt - man hätte meinen können, Westminster habe ein neues Gesetz erlassen - ,denn anstatt zu beteuern: "Danke, geht schon", begann das Mädchen wie ein Wasserfall zu reden: "Mein Freund versteht das einfach nicht! Er ist total wütend auf mich! (...)"



"Die Zauberschiffe - Die vergessene Stadt"
von Robin Hobb:

"Das alles bestimmt, was er jetzt tut. Er hat mehr Glück, als er ahnt, dass er seinen Traum leben kann. Das tun nur wenige Menschen." (wörtliche Rede)

Das Stöckchen kann aufgreifen, wer das möchte.



Sonntag, 15. Februar 2009

Interview mit Rebecca Hohlbein




Möchten Sie sich einmal kurz vorstellen? Was für einen Menschen sollte man vor Augen haben, wenn man den Namen „Rebecca Hohlbein“ hört?
Eine Chaotin in allen Bereichen.


Mit welchem Buch sind Sie bekannt geworden? Könnten Sie es vielleicht in ein paar kurzen Sätzen schildern?
Ich möchte mit einem Buch bekannt werden, das etwas mit Engeln zu tun hat, aber auch mit Vampiren und mit Göttern, die kein Mensch mehr braucht. Ich arbeite daran.


Hat sich Ihr Leben sehr verändert, seit Sie berühmt sind? Was sind die positiven, was die negativen Aspekte an der Berühmtheit?
Es ist wirklich schrecklich. Jeden Morgen auf dem Weg zum Briefkasten fällt eine ganze Armada von Journalisten und hysterischen Teenagern über mich her. Ich wechsle täglich meine Telefonnummer und habe eine Division von Leibwächtern engagiert. Mit einem der Bodyguards führe ich eine heimliche Beziehung. Die Agentur steckt bereits mitten in den Verhandlungen für die Filmrechte an der Geschichte mit Walt Disney und Warner Brothers... Blödsinn. Da ich es gewohnt bin, ab und an beim Einkaufen, in der Kneipe oder in der Schlange vor der Kasse im Kino vorsichtig auf meinen Vater angesprochen zu werden, hat sich überhaupt nicht verändert – bis auf den Zusatz: „Ich habe gehört, du schreibst jetzt auch...“


Auf Ihrer Homepage ist nachzulesen, dass Sie auch mit Begeisterung Figuren modellieren, am liebsten die Charaktere in Ihren Büchern. · Gilt das vorrangig für fiktive Völker und Wesen oder findet man darunter beispielsweise auch einen Jack Sparrow? · Wann und wie haben Sie zu dieser kreativen Seite gefunden? Kann man sich diese Figuren als Leser Ihrer Bücher ansehen oder gar erwerben?
Nein, man wird keinen Jack Sparrow finden, weil ich mir Jack Sparrow nicht ausgedacht habe. Ich knete nicht die Vorstellungen anderen Leute nach (obwohl ich Johnny Depp unglaublich sexy finde – ich hätte gerne noch einen Pappaufsteller fürs Schlafzimmer, und zwar in Lebensgröße. ) Meistens sind es Drachen, geflügelte Kobolde, Elfen oder andere phantastische Wesen, die ich modelliere, weil es mir Spaß macht, den Charakteren, die ich mir ausdenke und dann hier und da in eine Geschichte einbaue, auch selbst ein Gesicht zu geben. Ungünstigerweise passt der ganze Nippes nicht zu meiner Einrichtung, sodass ich ihn in der Regel backfrisch in der Nachbarschaft oder an das nächstbeste Geburtstagskind verschenke. Soweit ich weiß, hat noch keiner eine Figur von mir weiterverkauft. :)


Welche Figur Ihrer Bücher würden Sie gern einmal persönlich kennenlernen und warum?
Alle großen, rotblonden, blauäugigen, attraktiven, jungen Männer.


Gibt es sonst noch etwas, was Sie dem Leser mitteilen möchten?
Schockt eure Eltern. Lest ein Buch.


Das gesamte Interview gibt es auf
www.verlorene-werke.de zu lesen.

Donnerstag, 12. Februar 2009

Interview mit Jennifer Schreiner




Möchten Sie sich einmal kurz vorstellen? Was für einen Menschen sollte man vor Augen haben, wenn man den Namen „Jennifer Schreiner“ hört?
Wenn man die Augen schließt, kann man sich eine 1,80 m große dreißigjährige Frau vorstellen, schlank, mit platinblond gefärbten, kurzen Haaren, die gerne lacht (ab und zu auch über sich selbst)-


Mit welchem Buch sind Sie bekannt geworden? Könnten Sie es vielleicht in ein paar kurzen Sätzen schildern?
Mit „Zwillingsblut“: Eine junge Frau erwacht in einem verschlossenen Sarg und hat keine Ahnung, wie sie dort hingekommen ist. Nach und nach begreift sie nicht nur, dass sie ein Vampir ist, sondern auch Mittelpunkt eines makaberen Spieles, welches die Königin der Vampire und ihre Schwester seit Jahrhunderten mit ihrem Magistraten spielen. Denn Sofia ist neben den beiden die einzige weibliche Vampirin der Welt und auch die einzige, die den Magistraten von seinem Fluch erlösen könnte. – Zumindest wenn es ihr gelingt, ihre Schwester zu retten, sie den „Schatten“ der Königin und den Nachstellungen des gefährlichen Callboys Xylos entkommen kann.


"Zwillingsblut" ist in die erotische Literatur einzuordnen. Darüber haben sich schon viele Leute den Kopf zerbrochen. Was ist für Sie Erotik? Wie sind sie das erste Mal mit diesem Thema, die Literatur betreffend, in Berührung gekommen? Hat es Sie Überwindung gekostet, sich näher damit zu befassen oder standen sie dem Thema eher aufgeschlossen gegenüber?
Für mich gibt es zwei Arten von Erotik:
1) Die im Kopf stattfindet und in einer Geschichte nur angedeutet wird.
2) Die komplett beschrieben wird, bis ins kleinste Detail der Körperlichkeit.


Vampire.
Sie machen, gerade in der erotischen Literatur, für den Leser einen ganz besonderen Reiz aus. Wie würden Sie sich das erklären? Was war für sie ausschlagebend, diesen Roman zu schreiben?
Ich denke in der erotischen Vampir machen Vampire Furore, weil sie erstens das sind, was wir alle sein wollen: Unsterblich und attraktiv. Zweitens glaube ich, dass die Macht der Vampire eine große Rolle spielt. Zu lesen, dass eben diese mächtigen Wesen vor der Liebe ebenso ohnmächtig sind wie wir Sterblichen verleiht eine gewisse Befriedigung. Zudem bekommt bei Unsterblichen die ewige Liebe gleich viel mehr Gewicht. *lach* Für mich war die Grundidee der Geschichte das ausschlaggebende: Das Sofia neben der Königin die einzige Vampirin auf der Welt ist fand ich sehr reizvoll, denn die Idee gestattete mir einen großen Spielraum an Varianten: Wie reagieren ihre männlichen Artgenossen auf eine schöne Frau, die sie nicht sofort durch ihre vampirische Macht beeinflussen können?


Wer sind Ihre fünf Lieblingsautoren? Finden sich darunter vielleicht auch Vorbilder? Welches Buch möchten Sie nie und unter keinen Umständen geschenkt bekommen?
Fünf Lieblingsautoren? Mmm…
1. Laurell K. Hamilton
2. Teresa Medeiros
3. Stephanie Laurens
4. Meagan McKinney/aka: Sherrilyn Kenyon
5. Terry Pratchett
Im Endeffekt sind alle Autoren, die ich gerne lese Vorbilder. Und mit jedem Buch versuche ich zu ergründen, warum ich gerade diese Autoren gerne lese, was sie auszeichnet und wie ihre Texte/Charaktere aufgebaut sind. (Und das geht wirklich von Peter S. Beagle über Sachbuchautoren bis zum Horror)


Was möchten Sie Ihren größten Kritikern sagen?
“Ist ja schon gut, Papa! Du kannst aufhören! Ich schreibe jetzt endlich einen historischen Roman – ganz ohne Erotik!“


Das gesamte Interview ist unter
www.verlorene-werke.de zu lesen.


Mittwoch, 11. Februar 2009

Schrei nach Stille - Anne Chaplet




Sophie Winter hat ein Buch geschrieben: "Summer of Love". Darin schildert sie einen Sommer '68 in dem drei junge Hippies in ein eher verschlafenes und in sich eingespieltes Dorf ziehen. Leider sind sie nicht willkommen, was man sie immer und immer wieder spüren lässt. Erst sind es nur eingeschlagene Fenster, schließlich, nachdem ein Mädchen aus dem Dorf hinzustößt, auch eine Prügelei. Die Polizei tut nichts. Und schließlich verschwindet eines der Hippiemädchen, die anderen beiden gehen weg und das große Verdrängen setzt ein. Wo ist sie? Was haben das Dorf und seine Bewohner damit zu tun?
Das Buch, vierzig Jahre später veröffentlicht, wird ziemlich erfolgreich und man plant ebenfalls eine Verfilmung. Zu dieser Zeit zieht die Autorin Sophie Winter in ein kleines, verschlafenes Dorf in Hessen. Was kaum einer so recht ahnt: Ihr Roman basiert auf echten Begebenheiten und sie ist nicht unabsichtlich in dieses Haus, das von den Dorfbewohnern gemieden wird, eingezogen. Schon bald scheinen sich die Vorkommnisse von damals zu wiederholen. Dies allerdings stört Sophie zunächst nicht weiter, im Gegenteil, es wird schnell klar, dass sie es genau darauf angelegt hat. Das Alter und sicherlich auch ihr jahrelanger Drogenkonsum in der Jugend haben ihr Gedächtnis nicht besser gemacht. Sie kämpft gegen eine doch recht starke Demenz, die in Alzheimer umzuschlagen droht. Sie will endlich klären, was damals wirklich geschah.
Eher unabsichtlich wird sie dabei von zwei Männern unterstützt, die aus unterschiedlichen Gründen ebenfalls herausfinden möchten, was passiert ist. Gleichzeitig ist im Dorf nämlich ein kleiner, blonder Junge verschwunden und belebt zusätzlich das, was von niemandem vergessen worden ist.


Anne Chaplet malt Bilder mit Worten und jedes einzelne ist ein Kunstwerk. Schon allein deswegen lohnt sich das Lesen des Buches unbedingt. Sie setzt die Hinweise sehr dezent und doch auch so, dass sie nicht überlesen werden können. Es gibt - Gott sei Dank - keine überflüssige Gewalt, keine Leichen, über die man ständig stolpert, kein Blut, wo es nicht hingehört. Sie setzt auf die Beziehung der Menschen zueinander und diese zeichnet sie lebensecht. Zum Fürchten teilweise!
Was mich ein wenig durcheinandergebracht hat, waren die beiden Männer Bremer und deLange. Irgendwie ist mir zuerst entgangen, dass das zwei verschiedene Leute sind und als ich es begriffen habe, war es schon fast zu spät. Wer hat wann Sophie kennengelernt, wer hat welchen Grund, ihr zu helfen bzw. den Fall neu aufzurollen? Ein bisschen sehr zufällig war es schon, als Charles, der Mann in der Hippiekommune, zufällig auftauchte bzw. deLange herausbekam wer er heute ist. Aber das verzeiht man gern.
Das Ende gefiel mir sehr, was selten ist; es bildet einen gekonnten Abschluß. Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen.


Dem Tode nah - Linwood Barclay





Selbstgerecht erscheint die Hauptfigur des Vaters bis zum Ende und übertreibt es schon fast. Der einsame Cowboy, der wenig redet, aber stets richtig handelt, in ein modernes Umfeld gebettet und vor ein Problem, das seine Familie bedroht, gestellt. Im Prolog des Romans versteckt sich der siebzehnjährige Derek im Keller seines besten Freundes und Nachbarn Adam. Dieser muss mit seinen Eltern in den Urlaub fahren und Derek freut sich darauf, endlich ein kleines Fleckchen Erde nur für sich zu haben. Für sich und seine Freundin Penny, die er nur zu gern endlich beschlafen würde.
Doch der Zufall macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Adams Mutter erleidet einen Rückfall und die Familie kehrt zurück. Noch bevor Derek sich aus dem Haus schleichen kann, dringt ein Bewaffneter ein und erschießt die Familie.
Danach erlebt der Leser das Geschehen aus Sicht seines Vaters Jim, dem zunächst eher weniger an der Aufklärung des Mordfalles gelegen ist, der sich vielmehr mit anderen Porblemen herumschlagen muss. Doch als sein Sohn offenbar immer mehr ins Visier der Ermittler rückt, versucht er auf eigene Faust etwas herauszufinden. Dabei hat er aber stets nur die (unbewußte?) Rache am Chef seiner Frau Conrad Chase im Sinn, die vor vielen Jahren eine Affäre mit diesem gehabt hatte. Auffällig ist auch der ungeklärte Selbstmord eines hochbegabten Studenten, an dessen Computer Derek gekommen ist und auf dem sich ein Mansukript verbirgt, das dem Bestseller Conrad Chase auffällig gleicht.
Jim arbeitete vor einiger Zeit für den Bürgermeister, der sich mehr als einmal daneben benommen hat und sicher auch vom Autor als Konstrastfigur geschaffen wurde, um den aufrechten Mann Jim noch rechtschaffener, ehrlicher und auch stolzer darzustellen (und auch eine-wir-hier-unten und die-da-oben Rolle beizubehalten). Diese Gegenüberstellung ist geglückt, doch war sie mir etwas zu sehr an der Grenze zu Klischee und Abklatsch. Alles in allem ist "Dem Tode nah" ein spannender Roman (meiner Meinung nach aber eher Krimi als Thriller), der mit einigen Verdächtigen aufwarten kann, die den Leser immer mal wieder in eine falsche Richtung führen. Ich bin mit dem Ende nicht wirklich einverstanden, es wirkt mir eine Spur zu konstruiert und die Motivation des Täters kann ich, was Jim und seine Familie angeht, nicht nachvollziehen. Auch, dass alles so wirklich positiv ausgeht, vor allem für Jim, hat mir nicht gefallen, wenn es natürlich auch den Gerechtigkeitssinn des Lesers ansprechen dürfte.
So, wie der Roman aufgebaut und geschrieben wurde, ist er sehr ansprechend für die meisten Leser gemacht und lässt sich sicher auch sehr gut verfilmen. Ich allerdings bin einfach nicht mit der Hauptfigur des Vaters warm geworden und einige Stellen des Buches zogen sich doch recht in die Länge. Dennoch würde ich das Buch, schon allein wegen Preis und Cover, weiterempfehlen.


Dienstag, 10. Februar 2009

Kunst oder Krempel?






Auf der Seite Offbeat Earth gibt es skurile Buchkunst zu bewundern. Was soll man mit alten Büchern tun?, fragte sich der Künstler wohl und kam auf diese ... etwas andere Idee. Einem wahren Bücherfreund tut der Anblick allerdings weh, wenngleich die Kunst darin nicht zu verkennen ist. Also: ist es Kunst oder Krempel?


Montag, 9. Februar 2009

Mieses Karma - David Safir




Kim Lange ist verheiratet, hat eine Tochter und soll den Deutschen Fernsehpreis bekommen. In der Ehe läufts nicht so gut, die Tochter fühlt sich vernachlässigt und der Mann (Alex) bringts auch nicht mehr. Was tut sie? Sie geht fremd mit einem Kollegen! Am gleichen Abend wird sie auf dem Dach eines Hauses vom Waschbecken einer russischen Raumstation erschlagen und kommt ... in einen Ameisenbau. Eine dicke Ameise, die sich ihr als Buddha vorstellt, erklärt ihr, dass sie im Leben nur schlechtes Karma angesammelt hätte: Kollegen betrogen und hintergangen, Familie ... Sie lebt also fortan als Ameise und zwar direkt vor ihrem alten Haus. Ihr Mann trauert tatsächlich um sie und dann steht plötzlich ihre alte Freundin und Rivalin Nina da und macht sich an ihn ran. Das kann sie nicht zulassen! Gutes Karma muss her! Mit dem wiedergeborenen Cassanova (jap, eben der) macht sie sich daran, Gutes zu tun. Sie schafft es von Ameise zu Meerschweinchen, zu Kuh, zurück geworfen zu Regenwurm, dann zu Hund... inwzischen wollen Nina und Alex heiraten. Niemals! Kim überredet Buddha, sie nicht ins Nirwana zu schicken, sondern als Menschen zurück auf die Erde. Und das Grauen nimmt seinen Lauf.


Und ein Grauen ist es wahrhaft. Warum nur kaufe ich ein Buch, wo "Mies" drauf steht? Aber mal von Anfang an. Die Idee, auf der der Roman basiert ist wirklich super! Genauso wie die Idee, Casanova mit Sternchen aus seinen Erinnerungen sprechen zu lassen. Wirklich witzig mitunter, was dabei herauskommt. Auch der Anfang des Buches liest sich doch sehr gut. Aber je weiter die Handlung fortschreitet, desto schlimmer wirds. Zum einen wären da die furchtbaren Dialoge, die Wortwahl, der Ausdruck ... Geschehen jagt Geschehen, nichtssagend meist, auf Pointe aus, klar, nichts als heiße Luft. Am Ende wartet eine herbe Enttäuschung. Nichts hat sich geändert, Kim ist noch genauso, wie sie es am Anfang auch war, nur dass sie eigennützig eine gute Tat nach der anderen begeht. Auf hundert mögliche Enden habe ich mich gefreut, aber dieses ist mehr als enttäuschend. Keine einzige Frau in dem Buch kommt gut weg. Kim nicht, da sie als Mutter zu sehr auf ihre Karriere fixiert ist, was sich nur ändert, weil sie plötzlich eine andere Person ist und in ihrem Beruf nicht mehr arbeiten kann. Nina ackert sich einen Wolf, um in der Familie alles gut zu machen und muss dann doch scheitern. Die Arme! Ich war mir nie sicher, ob Kim das alles tut, weil sie Alex wirklich (noch) liebt und natürlich vor allem auch die kleine Lilly. Oder nicht doch nur, weil ihr Ego etwas anderes nicht vertragen würde. Gut, ich habe mir wohl einfach mehr erhofft, als dieses "Miese K...(C)omedy"-Ding. Da ist nichts hintergründig oder gefühlvoll. Keiner lernt dazu, nichts geht gut aus. Es ist flach und schal.


Samstag, 7. Februar 2009

LoveLetter - Februar Ausgabe






An alle leidenschaftlichen Liebesromanleserinnen,


haben Sie sich den 14. Februar im Kalender markiert? Bis dahin können Sie uns noch Ihre Favoriten für den LoveLetter Award mitteilen. Es lohnt sich, gibt es doch ein Liebesroman-Jahresabo und weitere tolle Preise zu gewinnen. Der 14. Februar ist natürlich auch der Tag der Verliebten. Sind Sie noch auf der Suche nach einem Geschenk für die besondere Person in Ihrem Leben? Vieles, was das Herz begehrt, ist zu kaufen: Schokolade, Blumen, Kerzen, verführerische Unterwäsche ... Unbezahlbar sind aber mit viel Gefühl geschriebene Liebesbriefe. Wer wissen möchte, seit wann und in welcher Form es diese schriftlichen Liebeserklärungen gibt, wird in dieser Ausgabe fündig.


Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!
Ihr LoveLetter-Team


In dieser Ausgabe:


Meg Cabot
Im Interview


Liebesbriefe
Romantische Botschaften


Die Stimme hinter der Bruderschaft
Im Gespräch mit Johannes Steck


Wie finster war das frühe Mittelalter
von Ruth Nestvold


Meine Serie: Die Dunklen
von Katie MacAlister


Autorentagebuch: Projekt "Leo" (1)
von Michelle Raven


... und vieles mehr in der Februar-Ausgabe!

Freitag, 6. Februar 2009

Hörbuch: Vampira 1 - Manfred Weinland




Klappentext:
Sie ließ sich auf ihre Knie nieder und begann, die Staubschicht beiseite zu wischen. Als der glatte, glasartige Boden sichtbar wurde, arbeitete sie schneller. Zunächst glaubte sie, in einen Spiegel zu blicken, weil ein verschwommenes Gesicht zu ihr hoch starrte. Doch dann erkannte sie die Wahrheit... Ein junges Mädchen erwacht auf einem Friedhof. Wer ist sie? Und wie lautet ihre Bestimmung? Sie gelangt zu einem Haus - ihrem Haus. Die Geschichte nimmt ihren Lauf...


Das Hörbuch verfügt über mehrere Sprecher (Vampira selbst, Mutter und Vater, sogar ein Taxifahrer). Der Erzähler ist Christian Rode: Christian Rode wurde in seiner Heimatstadt von Gustaf Gründgens für die Bühne entdeckt und absolvierte ebendort seine Ausbildung an der Schauspielschule des Deutschen Theaters, wo er 1956 sein Theaterdebüt gab. Zahlreiche Engagements, u.a. in Darmstadt, Stuttgart, Berlin und Frankfurt, sollten folgen. Seit 1966 arbeitet Christian Rode umfangreich in der Synchronisation und hat seither für mehr als 600 Filme Synchronrollen übernommen. Dabei lieh er seine markante Stimme prominenten Schauspielkollegen.


Hierbei handelt es sich um das erste Hörbuch, das ich je angeschafft habe, was vorrangig am sehr günstigen Preis lag. Mir gefällt die Idee der Geschichte und auch die der Umsetzung sehr gut, allerdings muss ich sagen, dass es das Hörbuch nicht geschafft hat, mich zu überzeugen. Darum habe ich das Hörbuch auch nie zuende gehört.


Die Stimmen der Sprecher (soweit ich sie gehört habe) fand ich sehr gut und angenehm. Was mich aber wirklich sehr gestört hat, waren die Hintergrundgeräusche. Ich fand es, wie schon erwähnt, sehr gut, dass man diese eingeflochten hat, aber der Regen hat einfach einen sehr eindringlichen und auch nervigen Unterton geschaffen, der richtig ins Ohr reinging. Daneben konnte ich bald kaum mehr die Stimmen der Sprecher erfassen, vor allem die von Vampira selbst, weil sie jung und leise, fast flüsternd ist. ("Wer bin ich? Wo bin ich?") Neben dem Regen gibt es dann noch Donner und etwas geht auch in Flammen auf, Sprecher keuchen, heulen, graben sich aus der Erde. Grundstimmung wird damit auf jeden Fall erzeugt, aber es ist alles einfach zu eindringlich, es dominiert zu sehr. Leider eben auch die Handlung. Teilweise kamen Erinnerungen in mir hoch an die Geschichtenkassetten (z.B. Bibi Blocksberg) meiner Kindheit. Alles in allem würde ich auch eher jungen Leser dieses Hörbuch empfehlen, wäre da nicht der nicht zu unterschätzende Erotik- und Gewaltanteil.


Ehrlich gesagt kann ich die Gesamthandlung oder einfach nur das, worum es geht nicht richtig wiedergeben. Das Hörbuch besteht aus einer CD (67 Minuten) und ist wie eine Musik CD verpackt. Außer dem Klappentext (siehe oben) steht nichts auf der Rückseite. Im Inneren befindet sich ein Faltblatt, in dem die Namen der Sprecher und aller Verantwortlichen steht. Daneben eine weitere Inhaltszusammenfassung, die aber genauso nichtssagend (und schaurig schlecht) ist, wie der Klappentext. Positiv benennen möchte ich allerdings das Cover, das sieht schon recht gut aus.


Inhaltlich fand ich es nicht so schön, ein weiterer Grund, es nicht zuende anzuhören. Der (Haupt-) Sprecher: Vampira stolpert durch die dunkle Nacht. Plötzlich sieht sie ein offenes Grab. Schaurige Musik Vamira: Oh, ein offenes Grab. Was es wohl damit auf sich hat? Aus der Erinnerung zitiert! Muss nicht mit dem Originaltext übereinstimmen. Schon beim Hören und nun im Nachhinein beim googlen ist sehr auffällig, wie klischeehaft Handlung und Personen gehalten sind. Sie weichen auch nicht von diesen (traditionellen) Rollen ab, was vieles sehr vorhersehbar macht. Das Hörbuch ist nur das erste einer ganzen Reihe von Vamipra-Hörbüchern; Teil 8 (August 2007) scheint so der neueste zu sein.


Donnerstag, 5. Februar 2009

Interview mit Thomas Finn




Möchten Sie sich einmal kurz vorstellen? Was für einen Menschen sollte man vor Augen haben, wenn man den Namen „Thomas Finn“ hört?
Ich würde mich als ganz normalen Menschen bezeichnen. 40 Jahre alt, begeisterter Phantast seit ich 17 Jahre alt bin, und ebenso begeisterter Hamburger. Wer mehr wissen möchte, sollte einfach meine Webseite unter www.thomas-finn.de aufsuchen. Davon abgesehen würde ich mich als humorvoll und lebenslustig einstufen.


Würden Sie uns an dieser Stelle den Inhalt eines Ihrer Bücher in ein paar kurzen Sätzen schildern? Warum gerade dieses?
Oje, dann müsste ich ja eines meiner Bücher zum Liebling erklären. Den gibt es aber nicht. Ich mag alle meine bisherigen Bücher in etwa gleich gerne. Dabei weile ich gedanklich natürlich immer bei meinem aktuellsten Projekt. Vielleicht soviel: Ich bin Phantastik-Autor, finde das Genre einfach am Aufregendsten und werde ihm sicher noch lange und in all seinen Facetten treu bleiben.


Welche Ihrer Figuren liegt Ihnen am meisten am Herzen? Mit welcher können Sie sich vorrangig identifizieren?
Ich denke, Facetten von mir stecken in allen meinen Figuren. Selbst Nebenfiguren und üble Schurken sind davor nicht gefeit. Und ich sorge auch dafür, dass sie mir alle irgendwie am Herzen liegen, sonst könnte ich den Leser mit ihnen nicht berühren. Vielleicht ist genau das eines der Geheimnisse der Schreiberei. Man kann eine Figur nur dann glaubwürdig darstellen, wenn man ihr innerstes Wesen versteht.


Wenn einer Ihrer Romane jemals verfilmt werden würde, welchen Schauspieler würden Sie dann gern darin sehen und warum?
Derzeit zeichnet sich tatsächlich gerade eine Verfilmungsoption für einen meiner Romane am Horizont ab. Und da würde es mich freuen, wenn sich darin vielleicht ein Part für Kostja Ullmann findet. Er ist sehr talentiert. Und bei allem Erfolg ist ihm dieser nicht zu Kopf gestiegen. Das finde ich sehr sympathisch.


Bleibt Ihnen bei all Ihren Projekten überhaupt noch Zeit, selbst Rollenspiele zu spielen?
Ja. Zwar nicht immer als Spielleiter, aber dafür in der Regel einmal die Woche. Die Zeit nehme ich mir einfach. Denn wenn man sich wie ich ständig beruflich Geschichten ausdenken muss, ist es schön, das zwischendurch auch mal ohne Zwänge, also rein als Hobby ausleben zu können.


Was zeichnet Ihre Bücher insgesamt gegenüber den anderen auf dem Markt aus? Warum glauben Sie, sind sie es wert gekauft zu werden?
(Lacht) Es steht mir nicht an, weder die eine noch die andere Frage zu beantworten. Ich kann nur versichern, dass ich mir mit jedem Roman alle Mühe der Welt gebe, um die Leser auf möglichst spannende Weise zu unterhalten.


Das gesamte Intervie gibt es auf
www.verlorene-werke.de zu lesen.


Mittwoch, 4. Februar 2009

Dieses Buch wird ein Bestseller - Debra Ginsberg




Angel Robinson, deren Mutter eine alte Hippiebraut ist und deren Freund erfolgloser Schriftsteller, arbeitet in einem Buchladen. Dann jedoch bringt ihr Freund Malcom sie dazu, sich in der erfolgreichen Literaturagentur von Lucy Fiamma zu bewerben. Tatsächlich bekommt sie den Job, muss aber ab sofort mit intriganten Kollegen - denen schnell aufgeht, wieviel Talent sie hat - einer süßlich-bösartigen Chefin und der Eifersucht ihres Freundes klarkommen. Sie lernt einen italienischen Autor kennen, bearbeitet mit ihm sein Buch und fühlt sich bald zu ihm hingezogen. Dann bekommt sie eines Tages ein Manuskript eines anonymen Autors auf den Tisch, in dem sie sich selbst wiedererkennt. Jemand in ihrer Umgebung muss es geschrieben haben, aber wer?


Das Buch ist nicht schlecht. Aber es ist auch nicht wirklich gut. Zugegriffen habe ich, weil mich alles, was mit dem Literaturgenre zu tun hat, interessiert. Und natürlich, weil ich auf den Geschmack der junge-Frau-muss-sich-in-Welt-und-Liebe-beweisen Storys gekommen bin. Hier wird eindeutig das Hauptaugenmerkt auf die Entwicklung von Angel gelegt und nicht so sehr auf die Liebesgeschichte. Das ist im Gegenteil nur Beiwerk. Abschnitte des Romans liest man mit Freude und Spannung, andere eher gelangweilt. Wohin alles führen wird, ist lange nicht klar und man kommt sehr stark in Versuchung vorzublättern. Debra Ginsberg hat, dem Klappentext zufolge, selbst lange Zeit in der Verlagswelt gearbeitet und sogar Workshops geleitet. Der Roman hat auch handwerklich gesehen alles, was er haben sollte. Aber eines fehlt eben doch: die Seele. Darum denke ich, wird dieser Roman nicht allen gefallen und schon gar nicht, wenn man nicht gern zu 3/4 den Tagesablauf in einer Literaturagentur erfahren möchte.


Dienstag, 3. Februar 2009

Wraeththu Chroniken 1. Der Zauber von Fleisch und Geist - Storm Constantin




In einer Welt, die der unseren gleicht, ist alles im Zerfall begriffen. Die Menschen haben es geschafft, sich fast vollständig auszulöschen. Durch geheimnisvolle Wege ist aber ein neues Wesen unter ihnen entstanden, das seinesgleichen später den Aghama nennen werden, der erste eben, der so ist wie sie. Kein Mensch, aber doch aus ihnen entstanden. Er ist weder Mann noch Frau, er besitzt beide Merkmale. Als Ausgestoßener fristet er sein Dasein, bis der Zufall ihm zeigt, was er tun muss, um andere zu erschaffen, die so sind wie er. Diese androgynen Wesen nennen sich selbst Wraeththu (sprich: Wrässthru) und ähneln doch sehr den Elben, sind aber gänzlich verschieden. Was sie vor allem anders macht, ist, dass sie nicht perfekt sind, auch wenn Einzelne von ihnen diesen Anspruch erheben wollen. Aber sie fluchen, rauchen, trinken, prügeln sich und geben sich auch mal hemmungslos ihren Trieben hin. Anfangs zogen sie marodierend durch die Städte, Jugendbanden, die noch nicht recht ihren Platz auf der Welt gefunden hatten. So recht konnte oder wollte sich niemand mit ihnen auseinandersetzen, die Menschheit stand vor ganz anderen Problemen und die Wraeththu waren nur eines von vielen Ärgernissen. Als dann doch jemand auf die Idee kam, man müsse etwas tun, war es bereits zu spät. Die Wreaththu haben die Fähigkeit die Männer der Menschen in ihresgleichen umzuwandeln. Blut und Aruna spielen dabei eine wesentliche Rolle. Mit Frauen scheint dies nicht möglich zu sein, allerdings sind einige Stämme eng mit jenen befreundet und suchen nach Möglichkeiten. Nachdem es immer mehr Wreaththu gegeben hat, bildeten diese bald einzelne Stämme, die sich mitunter doch stark voneinander unterschieden. Einige sind friedlich und streben nach höherem Wissen, die meisten aber sind roh und gewalttätig. Von all dem weiß Pellaz nichts. Er wohnt mit seinen Eltern und Geschwistern sehr abseits auf einer Farm. Zwei Reisende erzählen ihm und seiner Familie davon und schon von der Erzählung ist er hin und her gerissen. Man nimmt die Gefahr wahr, aber nicht ernst, dann was sollte ihnen in ihrem entlegenen Teil der Welt schon groß geschehen? Aber dann taucht eines Tages ein junger, schöner Mann auf, der ziegerichtet auf Pel zugeht und um Obdach für die Nacht bittet. Obwohl seine Schwester ihn warnt, geht Pel mit Calanthe fort. Cals Traum ist es, nach Immanion zu reisen, der ersten, schönen Wraeththu Stadt. Allerdings wird es Pel sein, der dort ankommt und sogar zum Tigron gekrönt wird. Zunächst reisen sie zusammen und Pel erfährt mehr über die Wraeththu, bis sie schließlich in Saltrock ankommen, wo Pel zu einem Har, einem Wraeththu gemacht wird. In der anschließenden intimen und mystischen Lehre, steigt er bald in neue Stufen und Ebenen auf. Cal und er verlassen Saltrock, damit Pel lernen kann. Nicht nur Cal hat erkannt, dass Pel etwas besonderes ist und schon bald kann ihn niemand mehr etwas Neues lehren. Sie ziehen zu verschiedenen Stämmen, wo Pel Stück für Stück mehr in die Welt der Wraeththu eintaucht. Doch er muss sterben und damit Cal verlassen, um das zu werden, was ihm vorherbestimmt ist. Und erkennt: Obwohl die Wraeththu der Liebe abgeschworen haben, existiert diese auch weiterhin und diese Erkenntnis bricht nicht nur ihm das Herz.


Ich habe lange überlegt, ob ich mir das Buch anschaffen soll. Dabei ausschlaggebend war vor allem der Preis, denn ich habe die Vorliebe, Bücher mit genau oder unter 10 Euro zu kaufen. Allerdings bin ich hier sehr sehr froh, das Geld ausgegeben zu haben. Man bekommt eine Menge Buch dafür. Zuerst zu nennen das Cover und die Umschlagtexte. Dann enthält das Buch auch eine farbige Karte, die man entnehmen und auseinanderfalten kann. Zusätzlich ein Vorwort von Storm Constantin und hinten einen langen Anhang, den man allerdings erst nach dem lesen studieren sollte. Dann natürlich die Menge an Text und der Inhalt. Ums kurz zu machen: Es lohnt sich! Lange suchte ich nach einer "erwachsenen" Art der Fantasy und wollte es schon fast aufgeben. Zauberstäbe, wilde Orkhorden *pf nicht schon wieder. Hier endlich wurde ich fündig. Vor allem sprachlich weiß Storm Constantin zu überzeugen und das von der ersten Seite an. Pellaz ist mir nahe gewesen und das Land um ihn herum ebenfalls. Ich kann mir gut vorstellen, das den Schlachtenverwöhnten Lesern das Buch langatmig erscheinen wird, so als würde "nichts" passieren. Aber genau das ist der Trugschluß. Es geschieht eine ganze Menge, nur eben nicht immer ganz so offensichtlich. Man muss mitlesen, mitfühlen und auch mitdenken. Dennoch ist und bleibt es ein Lesespaß. Ein Muss ist es sicherlich nicht, aber ich denke, man kann gut und gerne behaupten, dass es sich hier um überdurchschnittliche Fantasy (bzw. auch sehr viel Endzeit) handelt. Wer schon genauso lange nach "Etwas Anderem" gesucht hat wie ich, ist hier genau richtig. Dies ist der erste Band einer Trilogie.


Die beiden anderen Bücher sind:
[*] Im Bann von Liebe und Hass
[*] Die Erfüllung von Schicksal und Begehren


Beim Heyne Verlag sind diese leider vergriffen, daher fragte ich beim Zauberfeder Verlag nach, wo ich die beiden Teile bekommen kann.
Hier die Antwort:
Vielen Dank für die Anfrage. Es ist noch nicht klar, ob der zweite Teil der Triologie von Wraeththu erscheinen wird. Das Interesse am ersten Teil ist leider nicht so gut. Wir können somit nicht sagen, ob und wann der zweite Teil erscheinen wird. Wir bitten um Verständnis dafür.


Montag, 2. Februar 2009

Eisenhands Tochter - David Gemmell




Nach der Schlacht von Colden Moor haben die kriegerischen Highlander ihre Unabhängigkeit verloren. Das einst so stolze Volk lebt in schmachvoller Unterwerfung und Eisenhand, ehemals der mächtigste König der Highlands, ist tot. Aus seiner Blutlinie hat nur ein einziger Mensch überlebt: Sigarni, eine junge Frau. Auf sie gründen sich alle Hoffnungen ihres Volkes im Kampf gegen die Unterdrücker...


Das Buch habe ich mir aufgrund des Covers und des sehr günstigen Preises (bei Weltbild) gekauft. Angenehm überrascht war ich davon, dass es sich um einen abgeschlossenen Roman handelt, gerade in der Fantasy ist das ja sehr selten. Natürlich sind einige Stellen dann nicht so ausführlich oder es wird auch mal was übersprungen. Allerdings könnte ich jetzt nicht sagen, dass mir etwas gefehlt hat. Alles war da und ich habe das Buch ehrlich gesagt sehr gerne gelesen. Zunächst fand ich es ein klein wenig übertrieben, als wie unabhängig (in einer Männerdominierten Welt) Sigarni dargestellt wird. Dann wurde aber schnell klar wieso. Vielleicht bin ich auch mit der falschen Einstellung rangegangen, wer weiß. Mir gefällt, wie sie sich im Laufe der Geschichte durchsetzt, wie sie das alles auch für sich annimmt. Einige Stellen sind sehr gefühlsintensiv, andere beinahe oberflächlich, aber das ist sicher Ansichtssache. Mir hat das Buch alles in allem gefallen und ich empfehle es gern weiter. Vor allem auch für alle, die gern Fantasy lesen, die sich nicht auf "ab 3 Bände" ausweitet.


Das Elfenportal - Herbie Brennan




An dem Tag, an dem sich Henrys Leben verändern sollte, war sein Modell aus Pappe endlich fertig und alles noch bestens. Es sind Ferien und er freut sich auf den Besuch bei Mr. Fogarty, bei dem er kleinere Arbeiten ausführt. Dort will er einen vermeintlichen Schmetterling vor der Katze retten und hält plötzlich eine Elfe in der Hand. Pyrgus ist der Erbe des Purpurkaisers (der Lichtelfen). Nach einer Flucht durch die Straßen seiner Stadt gelangt er durch das Elfenportal in die Gegenwelt (Henrys Welt), um dort das Ende der politischen Streitigkeiten zw. Licht- und Nachtelefen abzuwarten. Eigentliches Ziel soll eine Insel in der Karibik sein, doch jemand hat sich am Portal zu schaffen gemacht und so gelangt Pyrgus zwar in die Gegenwelt, doch bleibt er für die Zurückgebliebenen unauffindbar. Dummerweise hat auch der Filter nicht funktioniert und so ist Pyrgus nur ein lächerlich kleiner Flügler. Mr. Fogarty arbeitet einen Plan zur Reüberführung aus, wobei er auch nicht unbedingt legale Mittel einsetzt. Er bastelt ein künstliches Portal zusammen, aber damit fangen die Probleme erst an.


Es handelt sich hier um einen sehr vielschichtigen Roman, der zwar vorrangig für 12-14 Jährige geschrieben ist, allerdings auch älteren gut gefallen wird. Es stehen sich zwei Welten gegenüber. Zum einen die von Henry, der in irgendeiner englischen Stadt wohnt, die für jede andere stehen könnte. Seine Eltern arbeiten als leitender Angestellter und Schuldirektorin. Seine kleine Schwester liebt Pferde und nervt. Es wirkt alles etwas grau, weil es so alltäglich ist. Zumindest bis Mr. Fogarty und Pyrgus in Henrys Leben treten. Auf der anderen Seite haben wir die Elfenwelt, in der alles irgendwie bunt ist, fremd und doch vertraut. Gaukler und Messer, fremde Gerüche, Beschwörungsformeln und Magie. Das hat schon was. Die Charaktere sind alle komplett ausgearbeitet und selbst wenn sie nur kurz und fast wie am Rande auftauchen, scheint man trotzdem alles über sie zu wissen. Hier scheint nichts kopiert und man erfährt ständig Neues, liest gern und begierig weiter, um zu erfahren, was als nächstes passieren wird. Und es wird garantiert etwas sein, dass man so nicht erwartet oder gedacht hätte. Ein Buch, das sich schnell wegliest, nicht nur, weil Seitenanzahl und Schrift dies zulassen, sondern auch, weil der Inhalt so ansprechend ist. Garantiert auch nicht nur für Jugendliche oder junge Erwachsene, sondern für jedermann. Sehr empfehlenswert.


Sonntag, 1. Februar 2009

Lesung "Säulen der Ewigkeit" von Tanja Kinkel




Als eine der ersten Engländerinnen kommt Sarah im Jahre 1815 an der Seite ihres italienischen Mannes nach Ägypten. Noch ahnt sie nicht, welche Abenteuer dieses geheimnisvolle, gefährliche Land für sie bereithält, das gerade erst beginnt, sich Europa zu öffnen. Während Giovanni Belzoni in Abu Simbel und am Fuße der Pyramiden zum erfolgreichsten Jäger verlorener Schätze wird, gibt Sarah sich nicht mit der Rolle der braven englischen Ehefrau zufrieden, die geduldig auf die Heimkehr ihres Gatten wartet. Stattdessen findet sie fern ihrer Heimat jene Freiheit, nach der sie sich schon lange sehnt. Dabei kreuzen ihre Wege immer wieder die des französischen Konsuls Drovetti, der mit Belzoni um die spektakulärsten Entdeckungen wetteifert. Er ist fasziniert von der ungewöhnlichen Frau – und setzt alles daran, sie für sich zu gewinnen …


Termin: 21.08.2009


Veranstaltungsort:
doubleÜ Veranstaltungen Krüger & Anke Müller
Gabelsbergerstr.5
35037 Marburg


Beginn: 20:00 Uhr


Veranstalter: doubleÜ Veranstaltungen Krüger & Anke Müller