Dienstag, 30. Juni 2009

Stürmische Verlobung - Kathryn Caskie



Eliza Merriweather, die älteste von drei Schwestern, lebt bei ihren Tanten. Die liebenswürdigen alten Damen hatten in ihrer Jugend nie die Chance an einer Ballsaisaon teilzunehmen und möchten dies nun ihren Nichten ermöglichen. Denn so ohne Mann macht das Leben einfach keinen Spaß.
Das sieht Eliza ganz anders. Sie malt für ihr Leben gern und möchte Kunst in Italien studieren. Ihr Erbe bekommt sie allerdings nur ausgezahlt, wenn sie eine Saison mitmacht. Um dabei nicht etwa einen Verehrer zu finden, steckt sie potentiellen Männern Karten zu, auf denen sie sie bittet, davon Abstand zu nehmen, ihr ihre Aufwartung zu machen. Als das nicht so recht funktionieren will, bittet sie Lord Somerton um Hilfe. Er und sie sind zufällig aufeinander gestoßen und er hat frei zugegeben, dass er eine reiche Erbin finden muss. Da Eliza sich sicher wähnt - sie hat schließlich kein Geld - bittet sie ihn, ihren Galan zu mimen und sie bietet an, reiche Erbinnen für ihn auszuspähen.
Aber keiner von beiden rechnet damit, dass sie sich zueinander hingezogen fühlen oder sich gar verlieben könnten. Und Somerton, von Vater und Bruder ins Elend gestürzt, wird von seinem Onkel genötigt, eine reiche Braut nach Hause zu führen. Als auch noch sein Schiff, in das er sein letztes Geld gesteckt hat, als verschollen gilt, bleibt ihm wohl keine andere Wahl. Doch Eliza und ihre zarten Küsse gehen ihm nicht aus dem Kopf. Er setzt alles auf eine Karte ...


Mir hat der Roman ganz wunderbar gefallen. Er lebt von liebenswürdigen Personen, wie etwa die alten Ladys mit ihren verrückten Einfällen. Magnus, Lord Somerton ist ein Charakter, den man im Kopf behalten wird. Viel Prickeln versüßt den Roman, die Liebesszenen sind äußerst gelungen. Zwar folgen sie ab und an an Orten, wo sie nicht angebracht sind und Eliza Probleme bereiten könnten, aber Caskie versteht es, dies glaubhaft abzuschwächen.
Die Idee, die alten Tanten ein Kriegsbuch für eine Anleitung die richtige Ehemannsuche halten zu lassen, glaube ich schon zu kennen. Aber nicht von Caskie. Dennoch war das sehr schön umgesetzt, wenngleich einiges davon doch ziemlich an diesen Roman angepasst worden ist und sicher nie in einem Buch für Kriegskunst gestanden hat.
Caskie versteht es gut, Atmosphäre zu schaffen und dann auch noch eine solche, die ich oft in Liebesromanen dieser Art und Zeit vermisse. Es wird nicht so sehr Wert auf Effekte und Action gelegt, wie es neuerdings leider immer öfter vorkommt. Dies ist eine Geschichte, in der die Liebe im Vordergrund steht. Es muss kein Geheimnis gelüftet, kein Mörder gefasst, keine Unschuldigen beschützt werden. Es ist die Begegnung zweier Liebender, die scheinbar nicht zusammenkommen können und es gerade deswegen so oft tun.
Ein Roman, der ein wohliges Seufzen hinterlässt.


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