Donnerstag, 21. Mai 2009

Interview mit Heide Solveig Göttner




Möchten Sie sich einmal kurz vorstellen? Was für einen Menschen sollte man vor Augen haben, wenn man den Namen „Heide Solveig Göttner“ hört?
Eine blonde Frau Mitte 30, mit viel Lust am Leben und Lachen. Ich bin neugierig und reiselustig, lege großen Wert auf Familie und gutes Essen, bin in der Freizeit zu Fuß, mit dem Rad und im Schwimmbad unterwegs und lese – berufsbedingt – so viel wie möglich. Mit meinem Lebensgefährten lebe ich in der Nähe von Freiburg im Grünen.


Ihr Debüt "Die Priesterin der Türme" ist auf Anhieb ein Erfolg geworden. Ist das der erste Roman, den Sie je geschrieben haben? Ruhen vielleicht noch weitere in Ihren Schubladen oder dem PC?
Ich schreibe seit meiner Jugend Kurzgeschichten, Gedichte und Romane. Da haben sich mittlerweile etliche Texte angesammelt! Einige haben den Weg in Anthologien und Literaturzeitschriften gefunden, andere dienen mir jetzt als Material. Eine gewisse Bandbreite ist sicher notwendig, wenn man als Autor auf Dauer Erfolg haben möchte.


Fantasy boomt zwar derzeit, wird aber doch recht oft belächelt. Wie gehen Sie damit um? Glauben Sie, dass es so etwas wie "Männerfantasy" und "Frauenfantasy" gibt? Schreiben Männer anders als Frauen und/ oder lesen sie anders?
Wenn ich an meine Leser denke, stelle ich fest, dass die Einteilung Männer-/Frauenfantasy zumindest in meinem Fall nicht so eindeutig funktioniert. Und ich finde das gut so, denn schließlich hatte ich beim Schreiben auch keine ausdrückliche Zielgruppe vor Augen – außer den allgemein Phantastik-Begeisterten natürlich. Ich denke, das Genre Fantasy wird noch immer unterschätzt – deshalb werbe ich gerne dafür! Es gibt sehr verschiedene Stilrichtungen und Texte mit sehr unterschiedlicher Zielsetzung, das Genre bietet solide Unterhaltung für alle Geschmäcker und Alterstufen. Deshalb freut mich das wachsende öffentliche Interesse, und ich glaube, in Zukunft werden noch viel mehr Leser die phantastische Literatur für sich entdecken.


Was möchten Sie Ihren größten Kritikern sagen? Wie gehen Sie mit Kritik um? Sind sie auch "selbstkritisch"?
Ich fürchte, dass ich sehr selbstkritisch bin, denn ich feile wirklich lange an meinen Texten, bis sie der Vorstellung entsprechen, mit der ich mich an den Schreibtisch gesetzt habe. Von meinen Kritikern erwarte ich eigentlich nur, dass sie den Text aufmerksam gelesen haben, bevor sie sich ein Urteil bilden. Für Anmerkungen und Hinweise bin ich immer sehr dankbar, weil mich das Feedback meiner Leser am stärksten voranbringt. Erst wenn sich das Buch in freier Wildbahn bewährt, sieht man, ob die Szenen, die man sich zu Hause im stillen Kämmerlein ausgedacht hat, auch wirklich funktionieren.


Was glauben Sie, welchen Stellenwert hat das Buch heutzutage noch?
Ich würde keinesfalls sagen, das Buch habe „noch“ einen Stellenwert – Bücher stehen hoch im Kurs! Das sieht man allein schon an dem Phänomen Harry Potter. Interessanterweise hat das Internet, allen Befürchtungen zum Trotz, die Liebe zum Buch weiter kultiviert. Aber das ist nicht verwunderlich – Internet-Nutzer sind schließlich Leser! Natürlich muss das Buch heute verstärkt mit anderen Medien konkurrieren, aber ich sehe eher spannende Wechselwirkungen als ein Bedrohungsszenario. Und das wird sicher auch in Zukunft so bleiben.


Das gesamte Interview gibt es auf
www.verlorene-werke.de zu lesen.


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