Dienstag, 28. April 2009

Interview mit Nina Blazon


















Möchten Sie sich einmal kurz vorstellen? Was für einen Menschen sollte man vor Augen haben, wenn man den Namen „Nina Blazon“ hört?
Eine Journalistin, die mehr schweigt als selbst erzählt. Jemanden, der in der Menge nicht auffällt, der gern im Café sitzt und liest, viel beobachtet und dabei hektisch ins Notizbuch kritzelt.


Mit welchem Buch sind Sie bekannt geworden? Könnten Sie es vielleicht in ein paar kurzen Sätzen schildern?
Das Buch heißt "Im Bann des Fluchträgers" und ist ein Fantasyroman mit einer klassischen Queste: Es geht um den jungen Waldmenschen Ravin, dessen Bruder im Sterben liegt, weil er den besagten Fluchträger berührt hat. Gemeinsam mit dem Zauberschüler Darian macht sich Ravin auf den Weg in das düstere Land Skaris. Dort, so heißt es, gebe es eine Quelle, deren heilendes Wasser seinen Bruder retten könne. Doch als die beiden einer Verschwörung auf die Spur kommen, muss Ravin sich entscheiden: Rettet er seinen Bruder oder sein Land? Denn das Heer der Erloschenen ist schon auf dem Weg in seine Heimat ...


Sie sind Trägerin des Wolfgang-Hohlbein-Preises 2003. Haben Sie Ihr Buch extra für diesen geschrieben oder lag das Manuskript bereits fertig in einer Schublade? Hatten Sie es vielleicht sogar schon an verschiedene Verlage geschickt?
In der Schublade lagen nur Geschichtenfragmente und die Grundidee. Ich wusste, dass es den Preis gibt, aber für 1999 war ich zu spät dran, um noch einen richtigen Roman daraus zu machen. Damit habe ich dann im Jahr 2000 angefangen, war viel zu früh fertig und beschloss dann ungefähr noch dreimal, ihn doch nicht einzureichen.


Lesen Sie grundsätzlich alle Bücher bis zum Ende oder legen Sie auch mal eines unausgelesen zur Seite?
Das Leben ist zu kurz für Bücher, die man nur durchleidet. Jedes Buch hat eine Startfrist von etwa 50 Seiten. Hat es mich dann nicht, lese ich noch das letzte Kapitel, um zu erfahren, wer am Ende noch lebt, und das war’s dann.


Welche sind ihre Lieblingsbücher- und autoren? Was ist das Besondere an Ihnen? Waren sie eventuell Vorbilder?
Vor allem Science-Fiction-Autoren, die in Deutschland leider kaum noch aufgelegt werden: Theodore Sturgeon ("Aus vielen Einhorn") zum Beispiel und Robert Sheckley ("Pilgerfahrt zur Erde"). Ein echtes Vorbild ist Fjodor M. Dostojewkskij ("Der Idiot"). Was das Besondere an ihren Werken ist: Bei Sturgeon und Dostojewskij die Charaktere – lebendigere gibt es einfach nicht! – und bei Sheckley das Visionäre.


Wenn Ihnen Gott oder das Schicksal oder wer auch immer eine ganze Woche nur für sich allein schenken würden, was würden Sie in dieser Woche alles für sich tun?
Endlich das Büro streichen. Ohne klingelndes Telefon. Alle Filme anschauen, für die sonst keine Zeit bleibt. Alle Bücher lesen, die sich noch ungelesen auf dem Nachttisch stapeln. Und zwischendurch einfach faulenzen.


Was glauben Sie, welchen Stellenwert hat das Buch heutzutage noch?
Einen hohen, denn sein Gebrauch ist vielfältiger geworden. Früher las man einen Roman und ließ sich unterhalten. Punkt. Heute ist ein Buch Lesestoff, Vorlage fürs Drehbuch oder Computerspiel, wird in Foren diskutiert und manchmal sogar von Fans weitergeschrieben ... Bücher sind, so kommt es mir jedenfalls vor, sehr präsent!


Das gesamte Interview gibt es auf
www.verlorene-werke.de zu lesen.


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