Freitag, 30. Januar 2009

Hedwig Courths-Mahler - Die Adoptivtochter




Band 46
Erschienen am 27.01.2009


Claudine Steinbrecht ist eine ältere, verbitterte Dame, die eine neue Gesellschafterin sucht. Anhand eines Fotos wählt sie die junge Waise Britta Lossen aus, ohne deren Namen zu kennen. Dieser hätte ihr nämlich verraten, dass es sich um die Tochter des Mannes handelt, mit dem sie vor Jahren verheiratet gewesen war und den sie durch ihre starke Eifersucht verloren hat. Britta kann kaum glauben, wie gut es ihr in ihrer neuen Stellung geht. Nur, dass die neue Herrin sie so oft nach dem verstorbenen Vater fragt, kommt ihr seltsam vor. Dann lernt sie die Neffen des Anwalts kennen, der sie zu Frau Steinbrecht gebracht hat. Der eine ist ein schnittiger Leutnant, der ihr nicht geheuer ist. Der andere ein ruhiger Doktor, der in ihr nicht gekannte Gefühle auslöst. Claudine liebt Britta bald wie ein eigenes Kind und beschließt, sie zu adoptieren und ihr das große Vermögen zu hinterlassen, über das sie verfügt. Sie ahnt nicht, in welche Abgründe sie Britta damit stürzt.


Mein allererster Courths-Mahler Roman, der mir auf Anhieb gefallen hat. Natürlich ist die Handlung extrem straff gespannt und kann dadurch nicht wirklich in die Tiefe gehen. Aber dennoch wird alles gesagt und erzählt, was gesagt und erzählt werden will. Britta ist sehr liebenswert, wenn sie für meinen Geschmack doch eine Spur zu sehr "unschuldig" (eher naiv) dargestellt wird. Aber in Anbetracht der Zielgruppe dieser Hefte und der Zeit, in der die Handlung spielt, ist das angemessen. Die beiden Neffen des Anwalts könnten unterschiedlicher nicht sein. Dennoch driften sie nicht in haltlose Klischees ab, was ich sehr begrüßt habe. Die Zeit, in der die Handlung spielt, kann ich leider nur erahnen. Kaum etwas gibt Aufschluß darüber z.B. die Villa könnte genausogut in der heutigen Zeit existieren. Nur die Anstellung als Gesellschafterin und die Soldaten verraten mehr. Die Sprache ist dieser Zeit angemessen und auch, wenn sie mir hin und wieder eher grenzwertig auffiel, so kriegte sie doch immer wieder die Kurve. Wahnsinn, wie der Autor oder die Autorin (Courths-Mahler ist ja bekanntlich schon eine Weile verschieden) das so hinbekommen hat. Die Liebesgeschichte von Britta und Herbert ist sicher schön, aber es ist die andere, die vergangene von Claudine und Brittas Vater, die Eindruck macht. Wer so etwas mag, kommt auf jeden Fall auf seine Kosten.


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